In diesem Thema wird dieser Beitrag diskutiert:
Wasserkraftanlage an der „Döhrener Wolle“

Die Tourismusentwicklung kann und sollte man beim Bau solcher Anlagen durch Einbau von Kombi-Boots-Fischpässen berücksichtigen!
DR. GODELIEVE QUISTHOUDT-ROWOHL
MITGLIED DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
Herr Walter Deppe
Sprecher zu Ö16 Themen
Molkereistr. 2
31028 Gronau
Brüssel, 12.01.2010
Betreff: Die Region Leinebergland - Tourismus und Umweltschutz
Ihr Schreiben vom 18. Dezember 2009
Sehr geehrter Herr Deppe,
mit Interesse habe ich Ihre Bemühungen um eine tourismusfreundliche Gestaltung des Leinetals zur Kenntnis genommen. Sie setzen sich mit viel Engagement für die durchgehende Befahrbarkeit der Leine mittels Kanu ein. Das ist ein erstrebenswertes Ziel.
Angesichts der komplizierten Situation vor Ort möchte ich allerdings um Ihr Verständnis für den Ausgleich verschiedener Interessen werben, der sich nicht immer auf der Stelle einstellt, oftmals Schritt für Schritt errungen werden muss. Es ist ein Anliegen der Europäischen Union, den Tourismus in ländlichen Gebieten, und damit deren Wettbewerbsfähigkeit, zu stärken. Allerdings ist es genau so ein Anliegen der Europäischen Union die Umwelt zu schützen und wo immer möglich gesunde Biotope zu sichern bzw. wieder herzustellen.
In Ihrem Fall müssen Umweltschutz und Tourismusförderung in Einklang gebracht werden. Durch die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hat die Europäische Union gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten beschlossen, Flüsse und Bäche barrierefrei zu gestalten, so dass Fische und Kleinstlebewesen sich im gesamten Wasserverlauf frei bewegen können. Eine Verpflichtung die Wasserläufe gleichzeitig kanudurchlässig auszurichten existiert nicht. Somit besteht rein rechtlich kein Anspruch auf entsprechende Baumaßnahmen. Das bedeutet aber nicht, dass derartige Lösungen ausgeschlossen sind. Es bleibt den Projekten vor Ort überlassen, wie im Einzelnen der WRRL entsprochen wird; ohne Zweifel können, wie Sie es vorschlagen, "Kombi-Kanulösungen" angestrebt werden. Diese Auffassung teilt auch der zuständige Sachbearbeiter im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Herr Oliver Köhn.
Aufgrund dieser Tatsachen erscheint es mir sinnvoll, dass Sie sich mit den einzelnen Projektleitern vor Ort (Schulenburg, Hannover Dören) verständigen und Ihnen Ihren Lösungsansatz vorstellen. Finanziell kann eine Kanu-Kombilösung im Rahmen des europäischen LEADER-Programms genauso unterstützt werden wie eine normale Fischtreppe.
Gerne stehe ich Ihnen auch in Zukunft für eventuelle Fragen zur Verfügung. Ich hoffe Sie finden mit den entsprechenden Stellen so schnell wie möglich zu einer einvernehmlichen Lösung.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Godelieve Quisthoudt-Rowohl
Anmerkung des REK-Projekteinreichers Walter Deppe: >>
Wenn Flusslebewesen ein Recht auf Barrierefreiheit haben, dient das ja auch dem Menschen. Wehre sind künstliche , unnatürliche, gewerbliche und behindernde Fluss-Querverbauungen, die die Allgemeinheit nicht unbedingt tolerieren muss und deren Beseitigung evtl. sogar einklagbar sind ! ?
Da die Wehre aber für den Bootstourismus bei Einbau von KOMBI-Boots/Fischpässen auch Vorteile bieten, sind sie zur Schaffung von touristischen Arbeitsplätzen wiederum dem Allgemeinwohl dienlich.
Die Vorteile daraus sind:
1) Wassermindestreserven in den Wehrstaubereichen bei Trockenheit.
2) In den strömungsberuhigten Staubereichen Kahnfahrtmöglichkeit.
3) Wasserkraftwerke für umweltfreundlichen Strom.
4) Sich immer wieder verringernde Uferhöhen geben den Blick vom Boot aus in die Landschaft frei.
5) Sausende, spritzige Bootsabfahrten in den Pässen erhöhen die Attraktivität eines Flusses. In Freizeitparks muss man das extra bezahlen. Siehe dazu:
Kanu/Fischpass Fürstenberg/Havel durch das Turbinenhaus_Film
www.fuerstenberger-seenland.de/specials/fischkanupass.php
6) Zunehmend Aktive Rentner(innen) erhalten Fitness und Lebensfreude. 7) usw.
leineberglandforum.de/wbboard/thread.php...p;postid=126#post126 ,
www.leine-land.de
MFG: Walter Deppe
31028 Gronau, Molkereistr.2, 05182 5862394, Mobil 0176 6666 0135