Es sollte sich eigentlich auch bis Linden herumgesprochen haben, daß man bestehende Hochflurfahrzeuge in Linden/Limmer barrierefrei fahren lassen kann ohne alles mit Mittelbahnsteigen von der Stange zuzubetonieren. Frankfurt macht es prinzipiell vor: Man senkt den Fahrweg um ca. 30cm ab und erhöht an den Bahnsteigseiten auf nur 30 cm. An einer Stelle z.B. in der Mitte des Bahnsteigs erhöht man auf 52cm, damit Rollstuhlfahrer bei einer Gesambahnsteighöhe von 82cm hineinrollen können. Diese Konstruktion wäre städtebaulich verträglich und würde die Linie 10 im bisherigen System belassen, und natürlich die ab 2014 wichtige 17. Eine Niederflurbahn nur für eine einzige Linie, die das Gesamtnetz bis in alle Ewigkeit zerstückeln und die Flexibilität des Fahrzeugeinsatzes und der Linienrouren beeinträchtigen würde, wäre wirklich so etwas wie verkehrstechnische Kleinstaaterei zulasten der übrigen ÖPNV-Nutzer, die die damit verbundenen ständigen Zusatzkosten mittragen müssten. Leider haben Niederflurfahrzeuge auch Nachteile:
Höherer Rad- und Fahrgestellverschleiss sowie anfälligere Karosserie, da ein Großteil der schweren Technik auf dem Dach angeordnet sein muß. Zudem ist der Fahrkomfort wegen der geringeren Fußbodenhöhe schlechter und Radkästen behindern das Sitzen. Zudem ist die Wartung wegen des gedrängten Aufbaus zeitaufwändiger. Niedrigbahnsteige in Kurven sind wegen des "Ausschwänzelns" der Fahrzeuge problematisch.
All diese Überlegungen sollten schon Berücksichtigung finden, wenn Entscheidungen für oder gegen die Einführung eines völlig neuen Systems getroffen werden. Wir meinen: Hannover braucht kein zweites System sondern sollte lieber sich darauf konzentrieren, das bisherige System zukunfts- und erweiterungsfähig zu machen. Und das heisst: den 4ten Innenstadttunnel endlich zu bauen, damit die sog. "Captive Riders", die Pendler auch Linden per Umstieg aus anderen Stadtteilen erreichen, und das ohne lange Fußwege und Klettereien. Näheres zum Them könne Sie unter
www.pro-d-tunnel.de nachlesen.