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Bio & Fair

Donnerstag, 2. Februar 2012
Installation einer Solarwärmeanlage (Quelle: proKlima - Der enercity-Fonds)

Installation einer Solarwärmeanlage
(Foto: proKlima - Der enercity-Fonds)

proKlima-Fortbildungsreihe für das Fachhandwerk mit zehn Veranstaltungen im Februar und März

Am 10. Februar 2012 startet der enercity-Fonds proKlima ein neues Veranstaltungsprogramm rund um das Thema Solarwärme. Je nach Termin werden unterschiedliche Themen behandelt. Zum Beispiel die Finanzierung von Solarwärmeanlagen: Hier gibt es unterschiedliche Fördermöglichkeiten von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), dem BAFA oder proKlima. Angeboten werden auch Veranstaltungen zu Wärmespeichern. Hierbei steht die Minimierung der Wärmeverluste auf der Tagesordnung. Durch eine Optimierung der damit verbundenen Rohrleitungsanschlüsse lässt sich über die Nutzungsdauer eines Wärmespeichers sehr viel Energie einsparen.

Der Qualitätszirkel gibt Impulse zur Vermarktung von Solarwärmeanlagen. "Unsere Fortbildungen sollen dazu beitragen, dass Hausbesitzer von den geschulten Fachleuten eine gute Beratung und fachlich optimal installierte Solaranlagen erhalten", sagt Dirk Hufnagel, Programmleiter Solarenergie und Schulen bei proKlima. "Außerdem verbessern die teilnehmenden Handwerker durch das frisch erworbene Know-how ihre Absatzchancen", fügt Hufnagel hinzu.

Die Themen und Termine der Veranstaltungen stehen auf www.proKlima-hannover.de bereit. Auch das Anmeldeformular ist dort abrufbar. Die Kosten betragen je nach Veranstaltung 30 bis 90 Euro pro Person. Telefonische Auskünfte gibt Beatrix Weinberger von der target GmbH, die proKlima bei der Veranstaltungsorganisation unterstützt, unter (0511) 909688-30.


Donnerstag, 19. Januar 2012

Votum des Bauauschuss der Landeshauptstadt Hannover gegen Zersiedlung des Misburger Waldes

Verhalten der Niedersächsischen Landesforste bleibt völlig unverständlich

Der NABU Hannoverscher Vogelschutzverein von 1881 e.V. und der BUND Region Hannover begrüßen den Beschluss des Bauausschusses der Landeshauptstadt Hannover, keine weitere Zersiedlung im Misburger Wald zuzulassen und deshalb den Bau neuer Häuser in der Enklave nördlich der Buchholzer Straße abzulehnen. Die Splittersiedlung ist in der Folge des Zweiten Weltkrieges entstanden und war nie als Wohngebiet gedacht gewesen. Sie liegt im Herzen des Misburger Waldes, inmitten der Aue des Wietzegrabens. Entsprechend sieht der Flächennutzungsplan in diesem Gebiet auch Wald vor. Die erste Vorsitzende des HVV/NABU, Karola Herrmann betont: „Das Gebiet ist durch wertvolle Auwaldlebensräume geprägt. Außergewöhnlich ist der hohe Anteil der bedrohten Flatterulmen. Zudem gibt es über 350-jährige Stieleichen, die teils als Naturdenkmal geschützt sind. Für die Bevölkerung stellt der Bereich eines der wertvollsten Naherholungsgebiete dar, das nicht durch Autoverkehr und Bebauung entwertet werden darf. Darum ist das Gebiet auch großräumig als Landschaftsschutzgebiet und Freiraum im regionalen Raumordnungsprogramm gesichert worden."

Irritation löst dagegen bei Georg Wilhelm, BUND Waldexperte und Vorstandsmitglied die Berichterstattung über das Verhalten der Niedersächsischen Landesforsten (NLF) aus. Diese betreut die landeseigenen Wälder im Auftrag der Niedersächsischen Landesregierung: „Bislang haben die Landesforsten sich immer gegen die Zerschneidung und Zersiedlung des Waldes gewandt. Dass nun ausgerechnet die Niedersächsischen Landesforste immer wieder auf eine Vermarktung der Waldgrundstücke gedrängt haben sollen, ist für uns völlig unverständlich! Das NLF-Motto `Wald in guten Händen` ist für uns in Frage gestellt. Wir werden gemeinsam bei den Landesforsten schriftlich um Aufklärung bitten."


Freitag, 13. Januar 2012

enercity baut Biogas-Erzeugung weiter aus - regenerative Energie bei jedem Wetter

Mit den neuen Biogas-Anlagen in Giesen bei Hildesheim und Harber bei Peine vollzieht enercity die nächsten Schritte bei der Energiewende. Die Anlagen, die jetzt vom Probebetrieb in den Dauerbetrieb überführt werden, erzeugen kontinuierlich erneuerbare Energie – und das Biogas lässt sich anders als Solar- oder Windkraftstrom sogar speichern. An einem regnerischen Wintertag ohne Wind und Sonne kann die Energie aus den Pflanzen daher die Lücken von Windkraft und Sonnenenergie verkleinern. Und sollten plötzlich durch Sonnenschein und guten Wind die Stromnetze mit zu viel Energie versorgt sein, kann die Stromproduktion durch die Biogasanlage unterbrochen werden.

„Außerdem ist Biogas vielseitig einsetzbar“, betont Dr. Manfred Schüle. Der Geschäftsführer der enercity Contracting GmbH (Hannover) erläutert dies an den beiden neuen Anlagen. „In Harber gehen wir den klassischen Weg: Das erzeugte Biogas wird in einem Blockheizkraftwerk vor Ort genutzt. Der erzeugte Strom fließt ins öffentliche Stromnetz, die gleichzeitig entstehende Wärme heizt eine benachbarte Schule und ein in der Nähe liegendes Seniorenheim umwelt- und klimaschonend.“

Biogas sorgt für Strom und Wärme – treibt aber auch Erdgas-Autos an

In Giesen hat sich enercity dagegen für einen anderen Weg entschieden. Hier wird das Biogas veredelt und bekommt dadurch die gleichen Eigenschaften wie Erdgas. Anschließend wird das Bio-Erdgas ins vorhandene Erdgasnetz eingespeist und kann an jedem Ort in Deutschland verbraucht werden. Aus der Anlage in Giesen beliefert enercity jedoch Kunden in Hannover sowie die eigenen Erdgastankstellen in der Region. „Auch hierbei setzen wir das Bio-Erdgas in der besonders effizienten Kraft-Wärme-Kopplung ein. Das heißt, es treibt in einem Blockheizkraftwerk einen Motor an – dabei entsteht gleichzeitig Strom und Wärme“, erläutert Schüle. Für den Einsatz als Kraftstoff plädieren viele Klimaexperten, da Bio-Erdgas die derzeit ökologischste und kostengünstigste Möglichkeit zum Fahren mit erneuerbaren Energien ist.

Da beim Verbrennen des Biogases nur so viel Kohlendioxid entsteht, wie die Pflanzen während des Wachstums der Atmosphäre entzogen haben, hat dieser Energieträger eine neutrale CO2-Bilanz. Die Pflanzen, mit denen die beiden Anlagen derzeit gefüttert werden, hat enercity bereits im Herbst 2011 einlagern lassen.

Klimaschonender Strom für 4.000 Haushalte

Das mit der Biogasanlage in Harber gekoppelte Blockheizkraftwerk hat eine elektrische Leistung von 800 Kilowatt (kW) und kann 850 kW Wärme erzeugen. Mit der erwarteten jährlichen Stromproduktion von 6,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) kann enercity durchschnittlich 1.500 Vier-Personen-Haushalte mit klimaschonendem Strom versorgen.

Die Biogas-Aufbereitung in Giesen speist 350 Kubikmeter Bio-Erdgas pro Stunde ins Erdgasnetz ein. Wird diese Gasmenge in einem Blockheizkraftwerk genutzt, könnte eine Strommenge für 2.500 Vier-Personen-Haushalte erzeugt werden.

enercity arbeitet bei beiden Anlagen mit Landwirten aus der Region zusammen. „Wir haben bei unserer Biogas-Aufbereitungsanlage in Ronnenberg und bei der Biogasanlage in Langenhagen-Kaltenweide mit der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Energieversorger und Landwirten sehr gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Schüle.

enercity betreibt mit den Beteiligungsgesellschaften enercity Contracting GmbH (Hannover), Danpower GmbH (Potsdam) und EPL - Energie-Projektgesellschaft GmbH (Langenhagen) inzwischen 30 Biogasanlagen in ganz Deutschland.


Mittwoch, 11. Januar 2012

Landeshauptstadt und Region Hannover sehen in der Elektromobilität ein wichtiges Element einer klimagerechten Verkehrs- und Energiepolitik und unterstützen deshalb die am Mittwoch in Berlin präsentierte niedersächsische Bewerbung als "Schaufenster Elektromobilität". Die von der gemeinsamen Wirtschaftsfördergesellschaft hannoverimpuls koordinierten Aktivitäten zur Elektromobilität von Stadt und Region spielen bei der Bewerbung eine wichtige Rolle.
"Die Region leistet mit der Anschaffung von 42 Hybridbussen bei der üstra einen sehr nachhaltigen Beitrag, um Elektromobilität in der Landeshauptstadt deutlich sichtbar zu machen, ebenso wie die hannoverschen Stadtwerke mit einer Ladeinfrastruktur. Eine Besonderheit der Bewerbung ist in Hannover, dass die Deutsche Messe AG während aller großen Messen das Thema Elektromobilität auf ihre Fahnen schreibt und Elektrofahrzeuge und die entsprechende Infrastruktur einsetzt", unterstrichen Regionspräsident Hauke Jagau und Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil, der auch stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Metropolregion GmbH ist.

Während des Schaufensterzeitraumes (2012-2015) sollen mit den Fördermitteln aus dem Schaufensterprogramm von der üstra und der Region Hannover 42 Hybridbusse beschafft werden und auf den Innenstadtlinien für Elektromobilität werben. Die notwendige Schaffung von Ladeinfrastruktur wird den Stadtwerken/enercity sowie Union Boden unterstützt. Der Carsharing-Anbieter  von Volkswagen, Quicar, wird eine größere Zahl von Elektrofahrzeugen anbieten. Verschiedene Flottenbetreiber und Carsharing-Anbieter werden ebenfalls für eine stärkere Präsenz von Elektrofahrzeugen auf Hannovers Straßen sorgen.

Zu Messezeiten soll die Präsenz von Elektrofahrzeugen weiter verstärkt werden. Ziel ist, den Messeplatz Hannover durch die Schaufensteraktivitäten in dem Zukunftsfeld Elektromobilität zu stärken. Die Deutsche Messe AG engagiert sich deshalb stark im Rahmen des Schaufensters und wird unter anderem auf dem Gelände eine beispielhafte Infrastruktur und dauerhafte Informationsangebote für Elektromobilität anbieten sowie international für die Elektro-Mobilitätsaktivitäten des Schaufensters werben. Die Metropolregion engagiert sich vornehmlich auf der Messe "Metropolitan Solutions". Die Landeshauptstadt will ein Verleihsystem für Elektrofahrräder aufbauen und in städtischen Einrichtungen Elektroräder sowie so genannte Seg-Ways in ihren Fuhrpark aufnehmen.

Zahlreiche Unternehmen und wirtschaftsnahe Verbände aus Hannover werden sich mit eigenen Projekten oder als Kooperationspartner in Projekten am Schaufenster Elektromobilität beteiligen. So werden sich Johnson Controls mit der Entwicklung einer automatisierten Produktlinie für Batteriemodule und die Handwerkskammer mit einem Aus- und Fortbildungsprogramm einbringen. Die Continental AG, das Fahrsicherheitszentrum des ADAC, der TÜV Nord, AS Solar, Windwärts und TUI gehören ebenfalls zu den in Schaufensterprojekten engagierten Unternehmen.


Dienstag, 3. Januar 2012
Die beiden nebeneinander liegenden Altbauten am Allerweg in Hannover-Linden wurden mit proKlima-Unterstützung energetisch modernisiert. Dabei kamen Passivhaus-Komponenten zum Einsatz (Bild: proKlima/Glombik)

Die Altbauten am Allerweg in Hannover-Linden wurden mit proKlima-Unterstützung energetisch modernisiert.

Die Angebote des enercity-Fonds sind mit Neuerungen ins Jahr 2012 gestartet

Der enercity-Fonds proKlima hat seinen Förderkatalog erweitert und die Bedingungen für die Antragsteller verbessert. Das Förderprogramm "proKlima-Altbau" berücksichtigt seit diesem Jahr beispielsweise auch Innendämmungen. "Bei der energetischen Modernisierung sind eigentlich Außenwanddämmungen die erste Wahl, um Heizenergie zu sparen", erklärt proKlima-Geschäftsführer Harald Halfpaap. An zahlreichen Gebäuden im Fördergebiet sei jedoch eine Außenwanddämmung, beispielsweise aus Denkmalschutzgründen, nicht möglich. Damit auch diese Häuser besser gedämmt werden, bezuschusst proKlima jetzt auch Innendämmungen mit fünf Euro pro Quadratmeter plus Zuschuss für die Qualitätssicherung.

Eine weitere Änderung betrifft die Energieberatung: Bisher war der Zuschuss für den "Energielotsen Altbau" an die Umsetzung von mindestens einer energetischen Modernisierungsmaßnahme gekoppelt. Ab 2012 verzichtet proKlima auf diese Bedingung, um den Anreiz für potenzielle Modernisierer zu erhöhen. proKlima übernimmt bei Einstiegs- und Umsetzungsberatungen 75 Prozent der Kosten. Der Energielotse hilft als unabhängiger Berater bei einer gewerkeübergreifenden Planung von Energiesparmaßnahmen. Übrigens: Das neue Förderprogramm "proKlima-Altbau" kann jetzt auch für Wohn- und Vereinsgebäude in Anspruch genommen werden, die nach dem 1. Januar 1995 errichtet wurden.

Solarenergie: proKlima fördert Beratung durch PV-Lotsen

Immer mehr Hauseigentümer lassen eine Photovoltaikanlage installieren, um aus Sonnenenergie Strom zu produzieren. Ein solches Vorhaben sollte gut und professionell geplant sein. proKlima fördert deshalb erstmals die Beratung durch einen sogenannten PV-Lotsen mit 75 Prozent der Kosten. Der Photovoltaik-Fachmann kennt sich mit allen technischen Details und finanziellen Fragestellungen aus. Das neue Beratungsangebot aus dem Programm "proKlima-Erneuerbare" flankiert unter anderem eine Initiative der Stadt Hannover, die den Ausbau der Solarenergienutzung vorantreibt: So zeigt ein neu eingerichtetes Internetkataster unter www.solaratlas-hannover.de sämtliche Dächer Hannovers aus der Vogelperspektive. Anhand einer farblichen Markierung können die Eigentümer erkennen, ob ihr Haus für eine Solaranlage geeignet ist.

Außerdem hat proKlima die Zuschüsse für Solarwärmeanlagen angepasst. Hierdurch wird die maximale Kumulierungsmöglichkeit mit der Solarwärmeförderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erreicht. Auch die Zuschüsse für Holzheizungen wurden an die BAFA-Bedingungen mit einem maximalen Fördersatz angepasst.

Information und Service

Sämtliche Förderprogramme und -anträge des enercity-Fonds stehen im Internet unter www.proklima-hannover.de bereit. Die Experten von proKlima sind montags bis freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr telefonisch über die Nummer (0511) 430-1970 erreichbar. Die Zuschüsse des enercity-Fonds gibt es für Maßnahmen im Gebiet der Städte Hannover, Hemmingen, Laatzen, Langenhagen, Ronnenberg und Seelze.


Dienstag, 13. Dezember 2011

Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mönninghoff sowie der Vorstand des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e. V., Dieter Brübach, haben heute (13.12.) im Rahmen des gemeinsam von der Landeshauptstadt Hannover und dem B.A.U.M. e.V. im Mai dieses Jahres initiierten Wettbewerbs "Die fahrradfreundlichsten Arbeitgeber Hannovers" die drei Preisträger Windwärts Energie GmbH (Platz 1), Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co KG (Platz 2) und Camolini Privatrösterei (Platz 3) ausgezeichnet.

Teilnehmen konnten Unternehmen, Behörden oder sonstige Einrichtungen mit mindestens fünf Mitarbeitern, die ihre Mitarbeiter zur Fahrradnutzung motivieren. Bewertet wurden Grundsätze und Organisation der Fahrradförderung, Infrastruktur für das Fahrradfahren, Motivation der Mitarbeiter zum Radfahren, Angebote und Service für Radfahrer, Information und Kommunikation sowie sonstige
Aktivitäten zur Fahrradnutzung.

Das Fahrrad als absolut klima- und umweltfreundliches Verkehrsmittel sollte mit diesem Wettbewerb zu mehr Geltung verholfen und in den Betrieben als hervorragende und meist sogar schnellere Alternative zum Kraftfahrzeug etabliert werden.

"Die Erhöhung des Radfahreranteils unter den Mitarbeitern sowie eine verstärkte Fahrradnutzung auf dem Weg zur Arbeit und auf Dienstwegen bietet Arbeitgebern viele Vorteile", so B.A.U.M.-Vorstandsmitglied Dieter Brübach. "Die Unternehmen können hiermit nicht nur einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und Gesundheit und Motivation der Mitarbeiter fördern, sondern ganz nebenbei auch Kosten sparen."

In der Wettbewerbsjury für Hannover wirkten neben dem Wirtschafts- und Umweltdezernenten der Landeshauptstadt, Hans Mönninghoff, auch Jans-Paul Ernsting, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover und Uwe Ilgenfritz-Donné, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen und Frank Wagner von der IHK Hannover mit.


Sonntag, 11. Dezember 2011

Impulse von Hannover nach Rio de Janeiro:

23 überregionale Organisationen aus Politik, Wirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz haben sich in Hannover vom 7. bis 9. Dezember 2011 auf Einladung der Landeshauptstadt zu einem intensiven Dialog getroffen. Zum Kongressabschluss verabschiedeten sie eine Erklärung, die Impulse für die deutsche Delegation des UN-Gipfels für Nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro 2012 geben soll.

Wohl zum ersten Mal in Deutschland ist es gelungen, 23 ganz verschiedene Organisationen aus Politik, Wirtschaft und Umwelt- und Verbraucherschutz zu einem intensiven Dialog zusammen zu bringen, um wichtige Zukunftsfragen praxisnah auf lokaler Ebene zu diskutieren. In rund 30 Arbeitsgruppen haben rund 600 VertreterInnen von Nichtregierungsorganisationen, BürgermeisterInnen sowie Fachleute aus Kultur, Wissenschaft, Medien und Stadtverwaltungen - aber auch interessierte Laien - Fragen diskutiert wie: Gelingt es den Kommunen, ihre Finanzpolitik auf Nachhaltigkeit auszurichten? Wie werden sich unsere Städte zukunftsfähig entwickeln? Welche Rolle übernimmt die lokale Wirtschaft? Wie gelingt eine solidarische und gerechte Lebensweise? Wie können Städte klimaneutral werden?
Von Hannover gehen wichtige Impulse für die deutsche Delegation bei dem für Juni 2012 geplanten UN-Gipfel für Nachhaltige Entwicklung aus. Dafür wurde eine Erklärung verfasst.

Die wichtigsten Kernaussagen der Abschlusserklärung sind:

  1. Die Bedrohungen, die 1992 beim ersten Umweltgipfel in Rio noch am Horizont standen - Klimawandel, Artensterben, zunehmende Wüstenbildung - sind heute Realität, die entschlossenes Handeln erfordern.
  2. Auf nationaler Ebene sind in vielen Bereichen wichtige Maßnahmen in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung eingeleitet worden, es mangelt jedoch an richtungsweisenden Regulierungen für eine flächendeckende nachhaltige Entwicklung für die Real- und für die Finanzwirtschaft.
  3. In unseren Städten und Gemeinden sind in den vergangenen 20 Jahren in vielen Bereichen wichtige Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung eingeleitet worden, doch überschreitet der so genannte "ökologische Fußabdruck" der Deutschen noch immer bei weitem die vorhandenen Biokapazitäten, sodass wir unsere Anstrengungen verstärken müssen.
  4. In den vergangenen Jahrzehnten haben innovative Kommunen, Unternehmen und Verbände sowie zahlreiche Agenda 21-Prozesse gezeigt, dass Nachhaltigkeit vor Ort machbar ist. Die Bevölkerung unserer Kommunen akzeptiert heute weitgehend das Leitbild einer nachhaltigen Stadt. Aufbauend auf den Erfahrungen erfolgreicher Modell- und Pilotprojekte geht es jetzt darum, umfassend und in messbaren Schritten den Umbau der Städte hin zu einer nachhaltigen Zukunft in Angriff zu nehmen - der Infrastruktur, der Bausubstanz, der Betriebe, der privaten Haushalte und öffentlichen Einrichtungen.
  5. Ziel ist die solidarische und lebenswerte Stadt mit sozialem Zusammenhalt, der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und eine Politik, die allen Bewohnerinnen und Bewohnern die Teilnahme am öffentlichen Leben und die Nutzung öffentlicher Güter garantiert - nachhaltige Maßnahmen z.B. die energetische Sanierung von Wohngebäuden müssen auch für Bezieher geringer Einkommen finanzierbar sein.
  6. Für eine zukunftsfähige Entwicklung müssen insbesondere die Kommunen finanziell ausreichend ausgestattet werden und es muss ein Gleichgewicht zwischen der Einnahme- und der Ausgabeseite geschaffen werden. Wir dürfen die Entwicklungsfähigkeit der nächsten Generationen nicht durch immer mehr Schulden einengen.
  7. Nachhaltigkeit bedeutet Beteiligung der Bevölkerung und kulturellen Wandel. Mehr Menschen für nachhaltige Lebensstile und eine Politik der Nachhaltigkeit zu begeistern, setzt voraus, Partizipation und Verantwortungsbewusstsein zu stärken und gesellschaftliches Engagement wertzuschätzen. Nachhaltigkeit muss als Prinzip in das Alltagshandeln eingebettet werden: in die Erzeugung, effiziente Nutzung und Einsparung von Energie, in das Mobilitätsverhalten sowie in den täglichen Konsum, in die Betreuungsaufgaben sowie in das Erwerbsleben. Die Kommunen müssen die Öffentlichkeit befähigen und ermuntern, sich mit ihren Kenntnissen, Erfahrungen und Ideen in nachhaltig orientierte Projekte und Prozesse einzubringen. Es gilt, positive Bilder einer attraktiven, naturnahen, gesunden, klimaneutralen und sozial gerechten Stadt zu entwickeln und zu vermitteln.
  8. Wirtschaft und Umwelt, Ökonomie und Ökologie müssen näher zusammenrücken. Bedingung einer zukunftsfähigen sozialen Marktwirtschaft ist der ökologische Umbau der Wirtschaft hin zu mehr Energie- und Ressourceneffizienz und geschlossenen Kreisläufen. Zahlreiche Unternehmen und ihre Beschäftigten sind schon heute entscheidende Schritte in diese Richtung gegangen. Die in den letzten Jahren propagierte 'Nachhaltige Wirtschaft' ('Green Economy') setzt für eine flächenhafte Umsetzung jedoch neben nationalen Maßgaben vor allem internationale Vereinbarungen und Standards sowie eine konsequente lokale Umsetzung z. B. bei der Vergabe von Infrastrukturmaßnahmen und öffentlichen Dienstleistungen voraus.
  9. Ein Schlüsselbereich der nachhaltigen Entwicklung ist eine zukunftsfähige Energieversorgung und eine klimafreundliche Mobilität. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist auf einem guten Wege. Eine atomstrom- und fossilfreie zukünftige Energieversorgung setzt jedoch eine erheblich deutlichere Energieeinsparung voraus als bisher eingeleitet. Im Bereich Mobilität gibt es noch massive Defizite auf dem Weg zu einer CO2-freien Zukunft; benötigt werden insbesondere eine Begrenzung des Kraftstoffverbrauchs unserer Autos und Maßnahmen gegen den wachsenden Güterverkehr auf der Straße. Ein Schlüssel zu klimafreundlicher Mobilität liegt im ambitionierten Ausbau des Fahrradverkehrs und des ÖPNV sowie der besseren Vernetzung der Verkehrsangebote.
  10. Große Veränderungen können nur gemeinsam gelingen. Einerseits sind internationale Strategien wie die Millennium-Ziele der Vereinten Nationen und nationale wie die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung wichtige Orientierungen und Richtschnüre für das Handeln lokaler Akteure. Andererseits muss ein zentrales Anliegen der deutschen Regierungsdelegation bei der UN-Konferenz sein, den wegweisenden Entwicklungen, die von den lokalen Akteuren in den vergangenen beiden Jahrzehnten vorangetrieben wurden, mehr Anerkennung zu verleihen. Internationale Organisationen, die Europäische Union, die Bundesregierung und die Länder müssen die lokale Ebene als zentralen Partner in Nachhaltigkeitsprozessen von Anfang an einbeziehen. Auch müssen die EU, die Bundesregierung und die Bundesländer ihre eigene Politik stärker als bisher an den Prinzipien der Nachhaltigkeit ausrichten.

Die Erklärung steht als Download bereit:
http://www.rioplus20kongress.de/erklaerung.html

Weitere Informationen unter www.rioplus20kongress.de

Zitat
Christian Ude, Präsident des Deutschen Städtetages und Münchner Oberbürgermeister: "Mich freut, dass der Kongress mit der Erklärung "Rio+20 - nachhaltig vor Ort!" ein starkes Signal für den UN-Gipfel in Rio de Janeiro im kommenden Jahr setzt. Es ist nicht selbstverständlich, dass Gewerkschaften, Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen und Verwaltung gemeinsame Ziele formulieren. Doch beim Thema nachhaltige Entwicklung wird dies in Zukunft ein wesentlicher Faktor sein, wenn wir uns der Verantwortung stellen, eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder zu sichern."


Freitag, 2. Dezember 2011

Die Landeshauptstadt Hannover, die Stadtwerke Hannover AG (enercity), die Deutsche Messe AG und die Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover mbH (GBH) - diese vierPartner erproben in den kommenden zwei Jahren zusammen mit Volkswagen Nutzfahrzeuge elektrisch angetriebene Stadtlieferwagen. Insgesamt sieben Elektro-Caddys werden in den Fuhrparks der Kooperationspartner eingesetzt.

"Elektrisch betriebene Stadtlieferwagen können schon bald eine sinnvolle Ergänzung für den städtischen Liefer- und Dienstleistungsverkehr sein", erklärte Dr. Wolfgang Schreiber, Sprecher des Markenvorstands Volkswagen Nutzfahrzeuge, bei der heutigen Übergabe der Fahrzeuge vor dem hannoverschen Rathaus. "Der Elektroantrieb verspricht sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile im innerstädtischen Kurzstrecken-Lieferverkehr - vorrangig keine CO2-Emissionen und deutlich geringere Betriebskosten." Der Langzeittest der Elektro-Caddys im Geschäftsalltag soll Volkswagen Nutzfahrzeuge wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von gewerblich genutzten Elektro-Caddys liefern. Dabei sind besonders die unterschiedlichen
Einsatzzwecke bei täglich wechselnden Fahrtrouten interessant.

Gemeinsam ist allen Elektro-Caddys, dass sie abends auf den Betriebshöfen an der Steckdose wieder mit enercity UmweltStrom aufgeladen werden. Die zwei Caddys der Stadt Hannover kommen als Transporter bei der Ausbildungskolonne des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün und als Servicefahrzeug beim Fachbereich Steuerung, Personal und Zentrale Dienste zum Einsatz. "Wir freuen uns, dass wir heute gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern den Flottentest mit Elektro-Caddys am traditionellen Automobilstandort Hannover starten können. Innovative Entwicklungen sind gefragt, um mit den einschneidenden Veränderungen für eine emissionsfreie Mobilität Schritt halten zu können. Mit der Erprobung der Fahrzeuge im täglichen Einsatz stellt sich die hannoversche Automobilbranche den Herausforderungen der Zukunft nach einer CO2-freien Mobilität und beweist, dass sie Elektromobilität aktiv entwickelt und vorantreibt", betonte Oberbürgermeister Stephan Weil.

enercity integriert drei Elektro-Caddys in den Stadtwerke-Fuhrpark, dort haben sie tagsüber stadtweite Einsätze. Dies sind das Zählermanagement, der Stromnetzbetrieb sowie die "Gasspeicher Hannover GmbH" in Ronnenberg-Empelde, von wo aus tägliche Fahrten zwischen dem Gasspeicher und dem Verwaltungssitz am enercity-Standort Ricklingen erfolgen. "Eine Stärke der  Mobilität sehen wir im städtischen Lieferverkehr, der durch viele Kurzstrecken und vergleichsweise hohen CO2 Ausstoß gekennzeichnet ist.
Aus diesem Grund beteiligen wir uns mit großem Interesse an diesem zweijährigen Test der E-Caddys. Wir werden hier wichtige Erfahrungen im Alltagseinsatz machen, zum Beispiel wie sich der Elektroantrieb und die Akkus im bevorstehenden Winter verhalten wird", so Michael G. Feist, Vorsitzender des Vorstands der Stadtwerke Hannover AG (enercity).

Bei der Deutschen Messe dient ein Caddy als Liefer- und Kurierwagen. "Wir hoffen, dass aus diesem Test, an dem sich die Deutsche Messe AG aktiv beteiligt, wichtige Erkenntnisse für die emissionsfreie Fahrzeugnutzung im Stadtverkehr gewonnen werden können - ein Thema, das wir zum Beispiel im Rahmen der HANNOVER MESSE aufgreifen. Für die Deutsche Messe AG ist die Partnerschaft vor Ort ein weiterer wichtiger Baustein in ihrer Rolle als prägender Faktor am Standort Hannover. Wir leisten gerne einen Beitrag dazu, die Stadt Hannover bundesweit im Spitzenfeld in der Anwendung und Erprobung nachhaltiger Umwelttechnologien zu positionieren", sagte Ernst Raue, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG.

Auch die Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover mbH (GBH) fährt künftig einen Elektro-Caddy: "Die GBH ist als kommunales Wohnungsunternehmen mit ihren Wohnungsbeständen im gesamten Stadtgebiet ein idealer Partner des Projekts. Der Umstieg von fossilen Energieträgern auf Elektrizität aus regenerativen Energiequellen ist die konsequente Fortsetzung unseres
Geschäftsmodells als nachhaltig und ökologisch orientiertes Unternehmen. Die GBH bezieht ihren gesamten Strombedarf über den UmweltStrom-Vertrag von enercity. Die Reduzierung des CO2-Ausstoßes ist für uns eine Daueraufgabe, der wir uns täglich stellen", unterstrich Dieter Cordes, Geschäftsführer der Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover mbH (GBH).

Die Elektro-Caddys von Volkswagen Nutzfahrzeuge werden von einem Elektromotor mit einer Leistung von 85 kW angetrieben und erreichen eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Die Lithium-Ionen-Batterien ermöglichen eine Reichweite von bis zu 110 Kilometern, was für den Einsatz im Stadtbereich völlig ausreicht. Die Nutzlast des Elektro-Caddy beträgt trotz der
unter Flur verbauten Batterien 550 Kilogramm und das Ladevolumen von rund vier Kubikmetern bleibt voll erhalten.


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