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Nullbock auf den „Bock"
Drenske: „Propagandablätter der hannoverschen Nazis dürfen nicht unkommentiert bleiben!"
„Mit der neuesten Ausgabe ihres Propagandablattes „Bock" versuchen die hannoverschen Nazis in perfider Weise weiter SchülerInnen für ihre rassistische und antidemokratische Ideologie zu gewinnen", erklärt Pat Drenske, Sprecher für Antifaschismus der Grünen Ratsfraktion. „Dies zeigt, wie wichtig die Antifaschismusarbeit in Hannover und insbesondere an den hannoverschen Schulen ist."
„Dabei dürfen jedoch auch die Inhalte dieses Nazi-Machwerks nicht unkommentiert bleiben ", so Drenske. „Der von den Nazis in ihrem Blatt vereinnahmte Rudi Dutschke würde sich im Grabe umdrehen. Die Nazis verhöhnen den linksliberalen Intellektuellen als „Nationalrevolutionär" und benutzen aus dem Zusammenhang herausgerissene Zitate von ihm für ihre eigene Propaganda. Dabei übersehen sie, dass Dutschke sich stets vehement gegen den Faschismus aussprach und auch an den Vorarbeiten zur Gründung der Grünen beteiligt war. Er verstarb leider, bevor dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden konnte."
Weiter wird auf Seite 14 wird im „Bock" angemerkt, dass das Eingangszitat eines Textes vom SPD-Politiker Carl Severing stammt. „Das dieser SPD-Politiker allerdings von 1875 bis 1952 gelebt hat bleibt unerwähnt und zeigt, wie vorgestrig die Ziele und Gedanken der Nazis sind", betont Drenske.
Drenske: „Es ist zudem merkwürdig, dass die Nazis jetzt eine neue Ausgabe des „Bock" herausbringen, wo sie sich doch gerade mit ihrem „Anschlag" gebrüstet haben. Anscheinend haben sie selbst gemerkt, dass ihr sog. „Anschlag" ein Griff ins Klo war.
Hintergrund:
Seit dem 19. Januar 2012 wird in Hannover die neueste Ausgabe der
selbsternannten „Schülerzeitung" „Bock" verteilt. Das Pamphlet
hannoverscher Nazis trägt den Titel „Gestern am Abgrund, heute einen
Schritt weiter".
Im Laufe des Jahres erinnern zahlreiche Gedenktage an die Opfer des NS-Regimes und die Folgen des Zweiten Weltkrieges. Das städtische Projekt Erinnerungskultur hat heute (23. Januar) eine Broschüre vorgestellt, die einen Überblick über die zentralen Gedenktage und Veranstaltungen in der Landeshauptstadt und in der Region Hannover gibt.
Die Broschüre "Tage der Erinnerung" nennt elf Gedenktage, erläutert Bedeutung und Hintergründe und weist auf Gedenkveranstaltungen hin. Sie umfasst lokale Gedenktage wie den 15. Dezember, der an die Deportation hannoverscher Juden in das Ghetto Riga erinnert, ebenso wie bundesweite (Volkstrauertag) und internationale Gedenktage wie den 27. Januar, den Tag der Befreiung der Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Eine Karte zeigt die Lage der Gedenkorte im Stadtgebiet.
In Linden gedenkt die Geschichtswerkstatt im Freizeitheim Linden der Otto-Brenner-Akademie immer am 9. Mai um 17 Uhr an die Wehrmachtsdeserteure auf dem Fössefeldfriedhof (Friedhofstr. 3).
Die Broschüre wird unterstützt von der Region Hannover und ist kostenlos über das Projekt Erinnerungskultur und als Download erhältlich:
Broschüre Wegweiser zu Gedenkveranstaltungen (pdf)
Landeshauptstadt Hannover
Fachbereich Bildung und Qualifizierung
Projekt Erinnerungskultur
Sallstraße 16
Telefon: 168-42088
Erinnerungskultur@hannover-stadt.de
Nicht erst seit dem Bekanntwerden rechtsterroristischer Anschläge ist klar: Rechtsradikalismus ist ein Problem, was zu lange vernachlässigt oder sogar ignoriert wurde. Selbst in Hannover ist zu beachten, dass verstärkt Gruppierungen aktiv geworden sind, die offen rassistische, menschenfeindliche Parolen propagieren und gegen AusländerInnen hetzen. Die Jusos weisen bereits lange auf das bestehende Problem von Rechtsradikalismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit hin. Doch die Landesregierung bleibt ein effektives Konzept zur Bekämpfung von Rechtsradikalismus schuldig: das von Innenminister Schünemann vorgestellte Konzept ist ein Sammelsurium von Maßnahmen, aus dem kein ganzheitlicher Ansatz zu erkennen ist.
Wir wollen über das Thema ins Gespräch kommen und darüber diskutieren, was man gegen Rechtsradikalismus tun kann.
Die Jusos Hannover-Südost, die Jusos Region Hannover, der Juso-Bezirk Hannover und die Jusos Niedersachsen laden daher zu einer Veranstaltung zum Thema „Rechtsradikalismus in Hannover und Niedersachsen“ ein. Wir diskutieren mit Sigrid Leuschner, Mitglied des Niedersächsischen Landtags, Vorsitzende für Angelegenheiten des Verfassungsschutzes und stellvertretende innenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.
Wann? Donnerstag, den 26. Januar 2012, um 19.30 Uhr
Wo? Freizeitheim Döhren, An der Wollebahn 1, 30519 Hannover
Sie erreichen das Freizeitheim Döhren mit den U-Bahnlinien 1, 2 und 8 oder den Buslinien 123, 128, 134, 363 und 366 (Haltestelle: Peiner Straße).
Die üstra hat zwischen 1938 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs 788 Zwangsarbeiter aus West- und Osteuropa beschäftigt, die unter härtesten Lebens- und Arbeitsbedingungen den Nahverkehr in Hannover während des Zweiten Weltkriegs aufrechterhalten mussten. Auch jüdische Mitbürger wurden zur Zwangsarbeit im Nahverkehr gezwungen und waren den Schikanen und Misshandlungen von Mitarbeitern und Vorgesetzten bei der üstra ausgesetzt. Untergebracht waren die Zwangsarbeiter in zahlreichen Lagern, die die üstra im ganzen Stadtgebiet unterhielt. Dies sind Ergebnisse einer Studie der hannoverschen Historikerin Janet Freifrau von Stillfried, die die üstra herausgegeben und heute in Hannover der Öffentlichkeit vorgestellt hat.
Das Buch mit dem Titel „Ein blinder Fleck. Zwangsarbeit bei der üstra 1938 bis 1945" zeichnet die Rolle und das Selbstverständnis der üstra als Teil des nationalsozialistischen Wirtschafts- und Herrschaftssystem im Dritten Reich nach. So erhielt das Unternehmen im Juli 1940 das „Gaudiplom für hervorragende Leistungen". Die Arbeitnehmerschaft der üstra wurde - ihrer Gewerkschaften beraubt - als „Gefolgschaft" in der Deutschen Arbeitsfront gleichgeschaltet.
Bericht von h1
Kamera: Ana Otstavnova
Redaktion: Sören Köpke
http://www.youtube.com/watch?v=2_p_JEpdKuw
Der Einsatz jüdischer sowie ost- und westeuropäischer Zwangsarbeiter bei der üstra wird anhand historischer Fotodokumente sowie zahlreicher Schilderungen von Augenzeugen und Opfern eindrücklich und ergreifend geschildert. Auch die Rolle der üstra als Transportmittel beim Einsatz von Zwangsarbeitern und bei der Deportation von Juden im Rahmen der „Endlösung" wird in der Studie untersucht.
„Die üstra wird in diesem Jahr 120 Jahre alt", erklärte André Neiß, der Vorstandsvorsitzende der üstra, die Motive des Unternehmens, „bei der Vorbereitung zu diesem Jubiläum haben wir festgestellt, wie wenig wir heute - 66 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs - immer noch über die üstra im Dritten Reich wissen. Die Beschäftigung mit diesem dunkelsten Kapitel der Unternehmensgeschichte soll deshalb ganz bewusst am Beginn dieses Jubiläumsjahres stehen", betonte André Neiß. Man habe sich sehr gefreut, mit Freifrau von Stillfried eine auf diesem Gebiet sehr renommierte Historikerin gefunden zu haben. Sie hat die Studie vollkommen unabhängig abgefasst, die üstra hat ihr einen uneingeschränkten Zugang zum gesamten Unternehmensarchiv ermöglicht und sich ansonsten völlig auf die Rolle des Herausgebers beschränkt.
„Jede Beschäftigung mit der Nazizeit kann nur unter der moralischen Forderung ‚Nie wieder!‘ stehen," erklärte Wilhelm Lindenberg, im Vorstand der üstra verantwortlich für Betrieb und Personal. „Die Studie soll heutige und künftige Generationen von Beschäftigten der üstra ermahnen, unsere freiheitliche Demokratie zu verteidigen und jeder Form von Rassismus eine klare Absage zu erteilen", betonte Lindenberg, „insbesondere unseren Auszubildenden legen wir dieses Buch ans Herz und werden die Beschäftigung damit im Rahmen der Ausbildung fördern."
„Diese Publikation wendet sich bewusst an Leser, die noch keinen genaueren Einblick in das Thema Zwangsarbeit haben", erklärte die Autorin Janet Freifrau von Stillfried bei der Präsentation. Daher gibt diese Veröffentlichung einen groben Überblick über die Formen der Verfolgung, deren Zusammenhänge und stellt den Bezug zur üstra und zur regionalen Perspektive her. „Ich wünsche mir, dass die Publikation als erster Schritt dient, dieses sehr komplexe Thema zu verstehen, sich dafür zu interessieren und sich weiterführende Vertiefungsebenen zu erarbeiten", sagte die Autorin.
Mit einer kleinen Ausstellung über die üstra im Dritten Reich, die ab Februar dieses Jahres an verschiedenen Unternehmensstandorten gezeigt wird, soll Mitarbeitern und Besuchern der üstra Einblick in dieses Thema gegeben werden.
Das Buch „Ein blinder Fleck. Zwangsarbeit bei der üstra 1938 bis 1945" von Janet Freifrau von Stillfried wurde von Michael Narten gestaltet und ist zum Preis von 16,95 Euro ab sofort im hannoverschen Buchhandel sowie im Kundenzentrum der üstra am Platz der Weltausstellung erhältlich.
Am 15. Dezember 1941 wurden 1001 jüdische Kinder, Frauen und Männer von Hannover nach Riga deportiert, nur 69 von ihnen waren im Mai 1945 noch am Leben. Zum 70. Jahrestag der Deportation verschafft ihnen die Ausstellung "Abgeschoben in den Tod. Die Deportation von 1001 jüdischen Hannoveranerinnen und Hannoveranern am 15. Dezember 1941 nach Riga" Gehör. Sie wird vom 15. Dezember 2011 bis zum 27. Januar 2012 im Bürgersaal des Rathauses zu sehen sein.
Heute, 1. Dezember, hat Kultur- und Schuldezernentin Marlis Drevermann das Konzept und das Rahmenprogramm zur Ausstellung sowie die Gedenkveranstaltungen anlässlich des Jahrestages vorgestellt. "Wir wollen mit dieser Ausstellung und den dazugehörenden Veranstaltungen dafür sorgen, dass dieses Kapitel der hannoverschen Stadtgeschichte nicht in Vergessenheit gerät. Die Verankerung in der Erinnerungskultur der Stadt ist eine wichtige Botschaft für die Überlebenden, aber auch für die jüngeren Generationen", so Drevermann.
Die Ausstellung wird am 15. Dezember (Donnerstag) um 18:30 Uhr eröffnet. Behandelt werden die Schwerpunktthemen Ausgrenzung und Entrechtung 1933 bis 1941, Tätergeschichte, Deportation und Tod 1941 bis 1945, Erinnerungskultur und Biographien.
Bereits vor der Eröffnung stimmen am gleichen Tag um 17:15 Uhr SchülerInnen der Humboldtschule mit einer öffentlichen Lichtaktion auf dem Trammplatz auf die Ausstellungsinhalte ein. Sie zünden für die 1001 deportierten Menschen jeweils eine Kerze an. Aufgestellt in Form eines Davidsterns werden die Kerzen ein weit sichtbares Zeichen der Erinnerung setzen. Parallel sind die Namen aller Deportierten zu hören, die von den SchülerInnen im Unterricht zuvor eingelesen wurden.
Nach der Eröffnung sind alle Interessierten um 19 Uhr zu einem Gespräch mit Zeitzeugen im Mosaiksaal des Rathauses eingeladen. Überlebende der Deportation 1941 werden in einem von der Journalistin Lea Rosh moderierten Gespräch berichten.
StudentInnen der Leibniz Universität Hannover bieten für Schulklassen Führungen durch die Ausstellung an. Mehr Informationen dazu gibt es im Internet unter www.erinnerungundzukunft.de. Kontakt und Terminbuchung per Mail an Erinnerung_und_Zukunft@web.de.
Zum Eröffnungstermin erscheint der Katalog "Abgeschoben in den Tod. Die Deportation von 1001 jüdischen Hannoveranerinnen und Hannoveranern am 15. Dezember 1941 nach Riga", der sich in wissenschaftlichen Aufsätzen umfassend mit Aspekten der Ausgrenzung und Vernichtung jüdischen Lebens in Hannover auseinandersetzt. Er ist gegen eine Schutzgebühr von zehn Euro im Buchhandel erhältlich (Verlag Hahnsche Buchhandlung).
Kooperationspartner der Landeshauptstadt Hannover für die Ausstellung und das Rahmenprogramm sind die Region Hannover, die Humboldtschule, das Niedersächsische Institut für Historische Regionalforschung, das Netzwerk Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover und die Stiftung Universität Hildesheim.
Sonderveranstaltung zum Volkstrauertag
Am 15. Dezember 1941 wurden 1.001 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus der Region Hannover über die Israelitische Gartenbauschule Ahlem, die als Sammelstelle diente, nach Riga deportiert: In ein Ghetto, das kurz zuvor noch die letzte Lebensstation ihrer dort zusammengepferchten lettischen Leidensgefährten gewesen war.
Im Vorfeld des 70. Jahrestags des „Riga-Transports" nach Riga, Lettland, bietet die Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover und der Justus-von-Liebig-Schule am Sonntag, 13. November 2011, 15 Uhr, Aula der Justus-von-Liebig-Schule, Heisterbergallee 8, 30453 Hannover eine Vortragsveranstaltung mit Dr. Marlis Buchholz und Dr. Hans-Dieter Schmid an: Wie ist der Transport historisch einzuordnen? Wer waren die Verantwortlichen, welche Organisationen und Institutionen haben mitgewirkt? Im Mittelpunkt des Vortrags steht das konkrete Geschehen in der Sammelstelle Ahlem: die Unterbringung, die Registrierung, die Kontrolle des Gepäcks, die Ablieferung der Wertsachen.
Der Journalist Hans-Jürgen Hermel und der Historiker Shaun Hermel zeigen im Anschluss den Dokumentarfilm: „Mit der Reichsbahn in den Tod". Jüdische Bürgerinnen und Bürger Hannovers schildern bei einer Spurensuche im Jahre 1991 vor der Kamera, was sie während des Transportes und bei ihrer Ankunft in Riga erleben mussten.
Vor Beginn des Vortrags besteht ab 14.00 Uhr die Möglichkeit, die Dauerausstellung in den Kellerräumen der Gedenkstätte Ahlem zu besichtigen. An den Vortrag schließt sich eine Führung über das Gelände der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule an, sie endet im einstigen Mädchenhaus mit der Möglichkeit eines Rundgangs und abschließendem Kaffeetrinken. Die Teilnahme ist kostenlos.In Hannover erinnern Stolpersteine an Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden sind. Die Steine werden am letzten selbst gewählten Wohnort der Verfolgten in den Fußweg eingelassen. Eine Messingplatte auf der Oberfläche nennt mit der Inschrift "Hier wohnte ..." den Namen, den Geburtsjahrgang sowie die Umstände des Todes.
Seit 2007 wurden in Hannover 165 Stolpersteine im Stadtgebiet verlegt. Das vom Kölner Künstler Gunter Demnig initiierte Projekt wird durch den städtischen Fachbereich Bildung und Qualifizierung/Projekt Erinnerungskultur und die Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. realisiert.
Am 6. und 7. Oktober 2011 (Donnerstag und Freitag) werden 36 neue Steine an 15 Orten verlegt. Die Steine erinnern an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden, auf andere Weise infolge der NS-Gewaltherrschaft zu Tode gekommen sind. Erstmals werden auch mehrere Steine für Überlebende, die sich durch Emigration retten konnten, gelegt.
Ablauf am 6. Oktober 2011 (Donnerstag):
12:30 bis 13:30 Uhr
Für Ada und Theodor Lessing (als Juden verfolgt/politisch verfolgt)
Am Tiergarten 44 (Anderten)
Programm:
Begrüßung: Bürgermeister Bernd Strauch
Musik
Grußwort: Prof. Dr. Peter Gorny, Enkel von Ada und Theodor Lessing
Lesung: Marie Dettmer rezitiert Texte von Theodor Lessing
14 bis 14:20 Uhr
Für Alfred Strauss und Ilse Strauss, geb. Plaut sowie Werner Strauss (als Juden verfolgt)
Bothfelder Straße 8 (List)
In Anwesenheit von Nick Strauss, Antragsteller und Angehöriger mit Nachkommen aus
Australien.
14:40 bis 15:10 Uhr
Für Dr. med. Walter Sochaczewski und Ilse Sochaczewski, geb. Meyerstein (als Juden verfolgt)
Rühmkorffstraße 18 (List)
In Anwesenheit von Barbara Dreyfuss, Tochter und Antragstellerin.
15:20 bis 15:45 Uhr
Für Margarete Cohn und Hildegard Cohn (als Juden verfolgt)
Bödekerstraße 82 (List)
16 bis 16:20 Uhr
Für Ida Plaut, geb. Doernberg (als Juden verfolgt)
Odeonstraße 4 (Mitte)
In Anwesenheit von Nick Strauss, Antragsteller und Angehöriger mit Nachkommen aus Aus-tralien.
16:40 bis 17 Uhr
Für Georg Koenigsberger und Rosa Koenigsberger, geb. Haas (als Juden verfolgt)
Celler Straße 30 (Mitte)
17:15 bis 17:35 Uhr
Für Klara Kraushaar, Erna Kraushaar und
Chana Kraushaar, geb. Storch (als Juden verfolgt)
Clemensstraße/Leibnizufer (Mitte)
17:50 bis 18:15 Uhr
Für
Chaim Kraushaar, Esther Kraushaar und Max Kraushaar, Pinkas Springer und
Chaje Springer, geb. Rosenbaum, Hirsch Springer und Chaskel Springer
(als Juden verfolgt)
Hartwigstraße 5 (Calenberger Neustadt)
Ablauf am 7. Oktober 2011 (Freitag):
Die Verlegungen an diesem Tag übernehmen SchülerInnen der Justus-von-Liebig-Schule in Ahlem.
9 bis 9:20 Uhr
Für Heinrich Hoffmann (als Homosexueller verfolgt)
Hagenstraße 19 (Mitte)
9:30 bis 9:50 Uhr
Für Wilhelm Röpke und Karl Schmidt (als Homosexuelle verfolgt)
Karl-Heinrich-Ulrich-Straße/Rundestraße (Mitte)
10:15 bis 10:35 Uhr
Für Moritz Seemann und Johanne Seemann, geb. Schwarzschild (als Juden verfolgt)
Gellertstraße 3 (Zoo)
11 bis 11:30 Uhr
Für
Ursula Helene Jacobs, Eva Ruth Jacobs und Siegfried Jacobs, Lucie
Jacobs, geb. Bloch sowie Fanny Bloch, geb. Rosenblum (als Juden
verfolgt)
Simrockstraße 9 (Südstadt)
In Anwesenheit von SchülerInnen der benachbarten St. Ursula Schule.
11:45 bis 12:05
Für Walter Bitterlich (politisch Verfolgter)
Torstraße 15 (Südstadt-Bult)
In Anwesenheit von Tatjana Bitterlich, Enkelin und Antragstellerin.
12:20 bis 12:40 Uhr
Für Hermann Federmann (als Jude verfolgt)
Archivstraße 3 (Calenberger Neustadt)
12:50 bis 13:20 Uhr
Für Norbert Kronenberg und Amalie Meyer, geb. Nussbaum (als Juden verfolgt)
Deisterstraße 23 (Linden)
Mit den neuen Steinen erinnern in Hannover dann insgesamt 201 Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus.
Vortrag von Prof. Dr. Claus Füllberg-Stolberg
Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover beschäftigt sich der hannoversche Historiker Prof. Dr. Claus Füllberg-Stolberg in einem Vortrag am Donnerstag, 20. Oktober 2011, 19.00 Uhr im Haus der Region, Raum N001, Eingang Hildesheimer Str. 18, mit der Rolle der Oberfinanzdirektion Hannover bei der Vertreibung der Juden: „Wie mir bekannt geworden ist, beabsichtigen Sie auszuwandern...".
Exemplarisch wird das Schicksal der jüdischen Familie Seligmann betrachtet: Seligmanns lebten in Ronnenberg, einer ländlichen Vorortgemeinde der Provinzhauptstadt Hannover, schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Ihre Geschichte rückt neben den individuellen Schicksalen die Aktivitäten einer Verwaltungsbehörde in den Vordergrund, der in der wissenschaftlichen Literatur über die Judenverfolgung in Deutschland bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde: der Devisenstelle beim Oberfinanzpräsidenten.
Die Akten der Devisenstellen zeigen, dass mit der Zwangsbewirtschaftung der jüdischen Vermögen zugleich eine Zwangsauswanderung, eine staatlich organisierte Vertreibung begann, die faktisch keine Alternative mehr zur Ausreise ließ. Der Behörde ist es durch ihr rigides Vorgehen gelungen, die gesamte Familie Seligmann innerhalb eines Jahres aus Ronnenberg zu vertreiben und sich eines großen Teils ihres Vermögens zu bemächtigen. Mitte Mai 1939 hatten die letzten Seligmanns Ronnenberg verlassen, der Ort war nun „judenfrei".
Der Eintritt ist frei.