Mittwoch, 20. April 2011

Kurzvortrag und Zeitzeugengespräch  mit Barbara Dreyfuss

Termin: Donnerstag, 28. April 2011, 19 Uhr
Veranstaltungsort: Haus der Region, Hildesheimer Str. 18, Raum N003

Entlassungen, das Verbot kassenärztlicher Tätigkeit und schließlich das totale Berufsverbot entzogen jüdischen Ärztinnen und Ärzten im nationalsozialistischen Deutschland ab 1933 schrittweise die Existenzgrundlage. Seit dem November 2008 erinnert ein Denkmal im Haus der Ärztekammer Niedersachsen an die Verfolgten. Verantwortlich für die historische Aufarbeitung ist der Arbeitskreis „Schicksale jüdischer Ärzte in Hannover“. Dr. med. Udo Niedergerke leitet als Mitglied dieses Arbeitskreises in die Veranstaltung ein.

Der angesehene und beliebte Kinderarzt Dr. Walter Sochaczewski hatte seine Praxis am Schwarzen Bären in Linden. Ihm gelang es noch, mit seiner Familie der Gestapo zu entkommen und in Brasilien zu überleben. Seine Tochter Barbara Dreyfuss ist vor fünf Jahren In ihre alte Heimat zurückgekehrt und lebt in Hamburg. Sie erinnert im Gespräch mit dem Journalisten Hans-Jürgen Hermel an ihre Kindheit in der List und an ihr Leben als Migrantin fern der Heimat.

Literatur:
Erinnerung und Gedenken. Jüdische Ärzte in Hannover. Hrsg.: Arbeitskreis „Schicksale jüdischer Ärzte in Hannover“. Hannover 2008


Sonntag, 10. April 2011

Kurzvortrag und Zeitzeugengespräch mit Barbara Dreyfuss

Dr. Walter Sochaczewski, war ein angesehener und beliebter hannoverscher Kinderarzt. Seine Praxis hatte der jüdische Mediziner am Schwarzen Bären in Linden - bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten. Dr. Sochaczewski gelang es noch, mit

seiner Familie der Gestapo zu entkommen und in Brasilien zu überleben. Vor fünf Jahren ist Tochter Barbara Dreyfuss in ihre alte Heimat zurückgekehrt und lebt jetzt in Hamburg.

In einem Zeitzeugengespräch mit dem Journalisten Hans-Jürgen Hermel erinnert sich die Arzttochter am Donnerstag, 28. April 2011, 19.00 Uhr im Haus der Region, Raum N003, Eingang Hildesheimer Str. 18, an ihre Kindheit in der List und an ihr Leben als Migrantin fern der Heimat.

Entlassungen, das Verbot kassenärztlicher Tätigkeit und schließlich das totale Berufs-

verbot entzogen jüdischen Ärztinnen und Ärzten im nationalsozialistischen Deutschland ab 1933 schrittweise die Existenzgrundlage. Seit dem November 2008 erinnert ein Denkmal im Haus der Ärztekammer Niedersachsen an die Verfolgten. Verantwortlich für die historische Aufarbeitung ist der Arbeitskreis "Schicksale jüdischer Ärzte in Hannover". Dr. med. Udo Niedergerke leitet als Mitglied dieses Arbeitskreises in die Thematik ein.

Veranstalterin des Abends ist die Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover. Der Eintritt ist frei.


Mittwoch, 2. März 2011

Die Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover (VHS) zeigt vom 7. bis zum 25. März 2011 die Doppelausstellung "Im Gleichschritt zur Diktatur" mit den beiden Teilen "Harzburger Front von 1931", einer Ausstellung des Vereins Spurensuche Harzregion e.V., und "Rechtsextremismus heute", konzipiert von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (ARUG) Braunschweig. Zur Eröffnung am 7. März (Montag) um 18 Uhr im Foyer der VHS, Theodor-Lessing-Platz 1, sprechen Oberbürgermeister Stephan Weil und Andreas Gehrke, DGB Regionsgeschäftsführer Niedersachsen-Mitte sowie Dr. Peter Schyga vom Verein Spurensuche Harzregion e. V. und Reinhard Koch von der ARUG.  

Der Begriff "Harzburger Front" bezeichnet das 1931 angestrebte Bündnis deutschnationaler Kräfte mit den Nationalsozialisten zur Zerschlagung der Demokratie. Die Ausstellung erläutert, wieso die "nationale Front" Bad Harzburg für ihr Treffen wählte, welche Begeisterung das Bürgertum vor Ort zeigte und wie und warum die "Harzburger Front" den Nationalsozialismus förderte.



Freitag, 25. Februar 2011

Veranstaltung in der Gedenkstätte Ahlem

Im März 1943 wurden auf Befehl von Heinrich Himmler, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes, über 20.000 Sinti und Roma in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Mit dem „Auschwitz-Erlass" begann die Endphase des systematischen, rassistischen Völkermords an den Sinti und Roma.

Die meisten der insgesamt 23.000 Insassen des "Zigeunerlagers" starben an Hunger, Krankheiten, Misshandlungen und medizinischen Experimenten. Von den erfassten, insgesamt rund 40.000 deutschen und österreichischen Sinti und Roma wurden über 25.000 ermordet. Insgesamt fielen geschätzte 220.000 bis 500.000 Sinti und Roma dem Rassenwahn der Nationalsozialisten zum Opfer.

Die Region Hannover und die Landeshauptstadt Hannover erinnern am
Donnerstag, 3. März 2011, 15.00 Uhr, Raum EFB,
Geschäftsbereich Gartenbau der Lehr- und Versuchsanstalt Ahlem,
Heisterbergallee 12, Hannover-Ahlem,

in einer gemeinsamen Veranstaltung an die ermordeten Sinti und Roma.

Im Mittelpunkt der Gedenkstunde, an der die Stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde und Hannovers Bürgermeister Bernd Strauch teilnehmen, steht das Schicksal des hannoverschen Sinto Werner Fahrenholz. Seine von Shaun Hermel aufgezeichnete Lebensgeschichte ist jetzt in der Schriftenreihe der Gedenkstätte Ahlem erschienen. Der Titel: „Die Diskriminierung hört nie auf"

Montag, 14. Februar 2011

Die unrühmliche Geschichte um den Stolperstein für den Kinderarzt Dr. Walter Sochaczewski der am Schwarzen Bär praktizierte ging letze Woche durch die Presse. Weil er nicht von den Nazis ermordet wurde sondern dank eines Hinweises mit seiner Familien fliehen konnte meinte die Stadt das dafür kein Stolperstein gelegt werden sollte. Die Geschichte dahinter schilderte im Herbst letzten Jahres Barbara Dreyfuss die Tochter von Dr. Sochaczewski bei einem Abend rund um den Schwarzen Bären.

siehe dazu auch die Berichte von:

Bernd Sperlich:

HAZ:


Dienstag, 1. Februar 2011

„Die Information der DGB-Jugend, dass Mittel gegen Rechtsextremismus in Höhe von 20.000 Euro im Jugendhilfeausschuss gekürzt worden seien, ist nicht richtig", reagiert Anne Hindersmann, jugendpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion Hannover auf die Pressemittelung der DGB-Jugend. „Rot-Grün hat 2009 eine einmalige Übertragung von Mitteln aus dem Vorjahr in Höhe von 20.000 Euro beantragt. Diese Mittel sollten für Projekte gegen rechte Gewalt und rechtes Gedankengut ausgegeben werden. Hieraufhin sind Projekte in 2010 gestartet und es ist von der Verwaltung versichert worden, dass diese in 2011 zu Ende geführt werden können."

Die Mittel wurden der Geschäftsstelle des Stadtjugendringes zur Entwicklung von Maßnahmen gegen rechte Gewalt und rechtes Gedankengut zur Verfügung gestellt. In der Ausschusssitzung am 24.01.2011 lag ein Antrag des Stadtjugendrings vor, mit dem Mittel in Höhe von 20.000 Euro für Projekte gegen Rechtsextremismus beantragt wurden. Diesem Antrag folgte der Ausschuss nicht, da die aktuellen Projekte noch laufen und eine generelle Ausweitung der Zuwendung des Stadtjugendrings bei der derzeitigen Haushaltslage nicht möglich ist.

„Wir bemühen uns wirklich, Projekte gegen Rechtsextremismus zu unterstützen. Das wird auch an der aktuellen Situation deutlich. Wenn wir die Möglichkeit sehen, Mittel in die Arbeit gegen Rechts zu stecken, dann tun wir das, so wie 2009 geschehen", macht Hindersmann deutlich. „Streichungen in diesem Bereich sind für mich absolut undenkbar. Uns wurde versichert, dass die Projekte im Haushaltsjahr 2011 noch weiter laufen." Im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2012 werden die derzeit laufenden Projekte ausgewertet und daraus können entsprechende Konsequenzen gezogen werden.

„Es ist schade, dass unsere Arbeit von der DGB-Jugend in diesem Maße missverstanden wird. Wir werden dies zum Anlass nehmen, mit der DGB-Jugend das Gespräch zu suchen", so Hindersmann.


Freitag, 28. Januar 2011

Erinnerung wach halten, Lehren für heutige Politik ziehen

Völkermord, Hass, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz dürfen nie wieder Realität werden, weder in Deutschland, noch in irgendeinem anderen Staat“, so Christian Jagaciak, Vorsitzender der Jusos Hannover-Südost, anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus. „Wir müssen die Erinnerung an dieses abscheuliche Kapitel deutscher Geschichte am Leben erhalten, denn nur so kann verhindert werden, dass sich Geschichte wiederholt.“

Die Jusos Hannover-Südost werden sich auch in Zukunft für Weltoffenheit, Toleranz und Demokratie sowie gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Faschismus und Hass einsetzen. Dabei wollen die Jusos konkret vor Ort Akzente setzen: „Wir haben beispielsweise die SPD-Fraktion im Bezirksrat Buchholz-Kleefeld dazu aufgefordert, sich für eine Resolution des Stadtbezirksrats gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit einzusetzen“, so der Kleefelder Andreas Hammerschmidt, Stellvertretender Vorsitzender der Jusos Hannover-Südost. Der Stadtbezirksrat Südstadt-Bult hatte eine ähnliche Resolution verabschiedet. Zentral ist dabei die Aufforderung an Vereine und Verbände, rassistische und fremdenfeindliche Äußerungen sowie das Tragen fremdenfeindlicher sowie NS-verherrlichender Symbole als unvereinbar mit der Vereinsmitgliedschaft zu erklären. „Wir haben tolerante und weltoffene Vereine im Stadtbezirk. Ich bin zuversichtlich, dass sie ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen und einen entsprechenden Passus in ihre Vereinssatzungen aufnehmen werden.“ Ähnliche Initiativen wollen die Jusos auch in den Stadtbezirken Döhren-Wülfel und Kirchrode-Bemerode-Wülferode auf den Weg bringen.

Zudem fordert Christian Jagaciak die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, an den Gegendemonstrationen gegen den geplanten Aufmarsch von Rechtsextremen am 19. Februar 2011 in Dresden teilzunehmen. Der geplante Aufmarsch gilt als Europas größter Naziaufmarsch, es werden mehrere tausend Neonazis erwartet. Seit Jahren versuchen Nazis, die Bombardierung der sächsischen Landeshauptstadt für ihre Zwecke und ihr absurdes Geschichtsbild zu instrumentalisieren.

Der 27. Januar ist seit 1996 offizieller Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Vor 66 Jahren befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Allein in diesem Lager starben mindestens 1,1 Millionen Menschen, darunter Juden, Sinti, Roma, Polen, politisch Andersdenkende, Homosexuelle und Kriegsgefangene, an den Verbrechen der Nationalsozialisten.


Dienstag, 25. Januar 2011

Anlässlich des Shoah-Gedenkstages am 27.01. erinnert die GRÜNE JUGEND Hannover (GJH) mit einer Kranzniederlegung am Bahnhof Linden/Fischerhof an die Opfer des Nationalsozialismus.

Ab Dezember 1941 wurden 2174 hannoversche Jüdinnen und Juden, sowie über 100 Roma und Sinti vom Bahnhof Linden/Fischerhof in Ghettos und Konzentrationslager deportiert. „Es geht darum, der dunkelsten Epoche der deutschen Geschichte und ihrer Opfer zu gedenken und sich auch heute aktiv gegen Rassismus, Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus einzusetzen.“, sagte Luisa Schremmer, Mitglied der GJH. "Was in Nazi- Deutschland geschah, darf kein zweites Mal passieren!"

Die Kranzniederlegung findet um 17 Uhr vor dem ehemaligen Bahnhofsgebäude, 300 Meter westlich der S-Bahnstation, statt. Vor 66 Jahren am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in Polen, das Symbol der Völkermörde, durch die Rote Armee befreit. Seit 1996 ist dies der offizielle Tag des Gedenkens an das leidvolle Schicksal der Menschen und die Verbrechen des Nationalsozialismus. Von über 1000 Menschen mit jüdischen Glaubens, die beim ersten Transport am 15.12.1941 vom Bahnhof Linden/Fischerhof in Vernichtungslager deportiert wurden, überlebten nur 68 den Zweiten Weltkrieg.

www.gruene-hannover.de