Donnerstag, 1. April 2010

Aus Anlass des 77. Jahrestages der Besetzung des Alten Gewerkschaftshauses fand an der Goseriede eine Gedenkveranstaltung statt. In seiner Ansprache ging DGB-Sekretär Steffen Holz nicht nur auf die Ereignisse im Jahre 1933 ein, sondern beklagte einen Paradigmenwechsel in der Extremismusbekämpfung in der heutigen Politik und in den Medien. Seit dem Berliner Regierungswechsel im Herbst würden Programme zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und speziell Unterstützungen zum Ausstieg aus der rechten Szene zurückgefahren.

Stattdessen würden Rechts- und Linksextremismus auf eine Stufe gestellt. Unpolitischer Vandalismus werde pauschal einem  ungenau definierten „Linksextremismus“ zugeordnet. Damit würden die über 100 Morde, die seit den 90er Jahre von Rechtsextremisten u.a. an Migranten und politischen Gegnern verübt worden sind, verharmlost. „Es wird ein pauschales Feindbild gegen „Links“ aufgebaut, womit letztlich demokratische linke Kräfte, aber auch die Gewerkschaften verunglimpft werden“, erklärte Holz. Aufgrund der Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus seien die Gewerkschaften  verpflichtet, gegen eine solche Vergiftung des politischen Klimas vorzugehen.


Montag, 29. März 2010

01.04.2010, 15:00 Uhr

Vor 77 Jahren rissen die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland an sich. Drei wichtige Etappen der Durchsetzung hierbei waren der Reichstagsbrand am 27. Februar 1933, die Verabschiedung des „Ermächtigungsgesetzes" durch den dezimierten und eingeschüchterten Reichstag am23. März und das Verbot der Gewerkschaften. Dies erfolgte am 2. Mai, genau einen Tag, nach den vom Goeb-bels-Ministerium ersten reichsweit organisierten nationalsozialistischen Maifei-ern, zu denen auch die Führung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbun-des (ADGB) aufgerufen hatte.

Eine Zwischenstation hierbei war die Besetzung der Gewerkschaftshäuser in
30 deutschen Städten am 1. April 1933, darunter auch in Hannover.

Heute marschieren wieder Nazis durch viele Städte; sie versuchen die Erinnerung an die Verbrechen zu verwischen. Ob in Hannover, in Dresden, aber auch in Kleinstädten wie Bad Nenndorf: sie wollen das Verhältnis von Tätern und Opfern umdrehen. Scheinheilig und zynisch reden sie vom Bombenholocaust, veranstal-ten Gedenkmärsche für Kriegsverbrecher und verhöhnen die Opfer des NS-Regimes.

Dem werden wir auch zukünftig nicht tatenlos zusehen, sondern bewahren das Gedenken an die Opfer von Faschismus und Krieg.

Gegen das Vergessen der Nazi-Verbrechen!
Gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus!

Donnerstag, 1. April 2010
15 Uhr Gedenkveranstaltung
Gedenkstein vor dem Alten Gewerkschaftshaus (An der Goseriede 4)

pdf Flyer 01. April (pdf)


Freitag, 26. März 2010

Veranstaltung der Gedenkstätte Ahlem
„Der Rassismus in der Moderne“ ist das Thema eines Vortrags- und Diskussionsabends am Donnerstag, 06. Mai 2010, Beginn: 18.00 Uhr im Regionshaus (Raum N001, Eingang Hildesheimer Straße 18). Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover wird der Historiker Dr. Utz Anhalt in seinem Referat die abwertenden Konstruktionen des „Anderen“ als Heide, Wilder, Barbar und Exot beleuchten. Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Ingolf Ahlers beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Rassismus, Kolonialismus und Imperialismus. Der Eintritt ist frei.

Rassismus bedeutet, aus biologischen und vererbbaren Unterschieden zwischen Menschengruppen wie Hautfarbe oder Körperbau Höher- und Minderwertigkeiten in der Intelligenz und Kulturfähigkeit abzuleiten. Seit dem 18. Jahrhundert verbreiten sich rassistische Theorien in allen europäischen Ländern und den USA. Sie sind die ideologische Basis für die koloniale Ausbeutung der Welt im 19. Jahrhundert und finden ihren mörderischen Ausdruck im Vernichtungskrieg der Nationalsozialisten. Die Wurzeln dieser fatalen Weltanschauung in der Moderne Europas sind das Thema der Veranstaltung.


Montag, 22. März 2010
Stolperstein für Franz Nause

Stolperstein für Franz Nause

Mehr als 23.000 Stolpersteine hat der Künstler Gunter Demnig bereits verlegt. Am Montag, den 22.3.2010 kamen vier weitere Steine hinzu. Einer davon wurde in der Kesselstraße 19, dem letzten Wohnort Franz Nauses vor der Verhaftung, verlegt.

In diesem Zusammenhang bieten Quartier e.V., Otto-Brenner-Akademie und Freizeitheim Linden ein Rahmenprogramm:

Am Freitag, den 26.3.2010 um 16 Uhr im Freizeitheim Linden: Ausstellungseröffnung zu Franz Nause und Vorstellung der Broschüre über Franz Nause von Jonny Peter, Holger Horstmann und Egon Kuhn.

Ab 17 Uhr geht es dann auf den Rundgang „Gegen das Vergessen" durch Limmer (Stationen: Fössefeldfriedhof, Franz-Nause-Straße, Stolperstein Familie Rüdenberg Wunstorfer Straße, Kesselstraße 19 Stolperstein Franz Nause, Knieriem-Grab) mit Egon Kuhn, Dr. Peter Schulze und Jonny Peter. Start ist ebenfalls am Freizeitheim Linden.

pdf Franz Nause Faltblatt (pdf)

Jonny Peter berichtet über Franz Nause

Jonny Peter über Franz Nause

Der Künstler bei der Arbeit

Der Künstler bei der Arbeit

Egon Kuhn: Wehret den Anfängen

Egon Kuhn: Wehret den Anfängen



Freitag, 19. März 2010

Sitzung des Niedersächsischen Landtages am 18.03.2010; Fragestunde Nr. 26

Innenminister Uwe Schünemann beantwortet die Kleine Anfrage des Abgeordneten Heinrich Aller (SPD); es gilt das gesrochene Wort!

Der Abgeordnete hatte gefragt:

"Misburg ist keine rechte Hochburg" - "Stadtteilpolitiker erleichtert über Anhörung", so fasst am 5. März 2010 die HAZ in zwei Überschriften ihre Berichterstattung über eine Anhörung zum "Ausmaß des Rechtsextremismus im Stadtbezirk Misburg-Anderten" zusammen. Die Sitzung des Bezirksrates war auf erhebliches öffentliches Interesse gestoßen. Teilgenommen hatten auch Detlef Lerbs, Leiter des Polizeikommissariats Misburg, und Vertreter des niedersächsischen Innenministeriums.


Freitag, 19. März 2010

GRÜNE JUGEND Hannover fordert Aktionsplan gegen Rechtsextremismus

In den vergangenen Tagen verteilten Neonazis die rechtsextreme Zeitung „Bock – Das Sprachrohr der Gegenkultur“ mit einer Auflage von 20.000 Stück an Schulen in der Region Hannover. Ihre rassistische Hetze soll Jugendliche zum „nationalen Widerstand“ aufrufen, um die rechte Szene in Hannover zu stärken. Dank einer Formalie- die Herausgeber wurden nicht genannt- ist nun klar, dass das Heft nicht weiter verteilt werden darf, es verstößt gegen das Presserecht. Trotzdem wird die Gefahr, die von Nazis ausgeht durch diese Aktion wieder einmal deutlich.

Die GRÜNE JUGEND Hannover setzt sich für einen kommunalen Aktionsplan gegen Neonazis ein und fordert eine entschiedene Positionierung der Stadtpolitik gegen rechtsextreme Strukturen in Hannover. Projekte wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ müssen gefördert werden, um auf rassistische und antisemitische Bewegungen aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. Der Kampf gegen Rechts darf nicht nur aus linken Gruppierungen kommen, sondern muss von der gesamten Gesellschaft getragen werden. „Zahlreiche gewalttätige Übergriffe auf People of Color, Menschen mit Migrationshintergrund und Antifaschist_Innen in den vergangenen Monaten und Aktionen wie die Verteilung des „Bocks“ zeigen, dass sich die Probleme mit Rechtsextremismus nicht ignorieren lassen. Wir müssen ein klares Zeichen gegen Nazis und ihre menschenverachtende Propaganda setzen.“, erklärt Lara Jil Dreyer, Pressesprecherin der GRÜNEN JUGEND Hannover.


Freitag, 12. März 2010

Neonazis haben in dieser Woche in der Region Hannover vermutlich mehrere tausend rechtsextreme Zeitungen an Schüler verteilt. Die zunehmend aggressiven Methoden, mit denen Neonazis an Hannovers Schulen für ihre Ziele werben, sorgen für Beunruhigung und Empörung bei Lehrern, Politikern und Jugendlichen. Eine zehn- bis 15-köpfige Gruppe schwarz gekleideter Personen hatte sich am Donnerstag am Schulgelände der IGS Kronsberg in Bemerode versammelt.

Artikel in der HAZ:


Freitag, 12. März 2010

Am 22. und 23. März (Montag und Dienstag) werden in Hannover zum vierten Mal Stolpersteine verlegt. Stolpersteine erinnern an Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden sind. Die Betonsteine werden an ihrem letzten selbst gewählten Wohnort in Hannover in den Fußweg eingelassen. Eine Messingplatte auf der Oberfläche nennt mit der Inschrift "Hier wohnte..." den Namen, den Geburtstag sowie die Umstände des Todes.

Gunter Demnig, Künstler und Initiator der Stolpersteine, wird in Zusammenarbeit mit dem städtischen Fachbereich Tiefbau insgesamt 13 Steine an neun Orten verlegen:

Montag, 22. März 2010

14.00 Uhr, Lechstraße 2, für Fritz Meyerhof und Käthe Meyerhof, geb. Ehrlich (als Juden verfolgt), Stadtbezirk Döhren-Wülfel;
14.15 Uhr, Podbielskistraße 36, für Gustav Rüdenberg und Elsbeth Rüdenberg, geb. Salmony (als Juden verfolgt), Stadtbezirk Vahrenwald-List;
14.45 Uhr, Burgstraße 36, für Herschel Grünspan und Esther Grünspan (als Juden verfolgt), Stadtbezirk Mitte; 15.15 Uhr, Johann-Trollmann-Weg, für Heinrich Trollmann (als Sinti verfolgt), Stadtbezirk Mitte;
15.45 Uhr, Kesselstraße 19, für Franz Nause (politisch Verfolgter), Stadtbezirk Linden-Limmer

Dienstag, 23. März 2010

9.30 Uhr, Hildesheimer Straße 109, für Rosa Abrahamsohn (als Jüdin verfolgt), Stadtbezirk Südstadt-Bult;
10.00 Uhr, Hildesheimer Straße 377, für Salomon Grünberg und Else Wertheim, geb. Grünberg (als Juden verfolgt), Stadtbezirk Döhren-Wülfel;
10.30 Uhr, Kirchröder Straße 100, für Otto Rischbieter (als "Wehrkraftzersetzer" verfolgt), Stadtbezirk Kirchrode-Bemerode-Wülferode;
11.00 Uhr, Anderter Straße 140, für Anton Macioszyk (politisch Verfolgter), Stadtbezirk Misburg-Anderten

Bei der Verlegung der Stolpersteine werden VertreterInnen der Stadtbezirksräte, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, des Stadtarchivs und des städtischen Fachbereichs Bildung und Qualifizierung anwesend sein. Interessierte sind eingeladen, teilzunehmen. Mit den neuen Steinen erinnern in Hannover dann insgesamt 85 Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus.