Mehr als 23.000 Stolpersteine hat der Künstler Gunter Demnig bereits verlegt. Am Montag, den 22.3.2010 kamen vier weitere Steine hinzu. Einer davon wurde in der Kesselstraße 19, dem letzten Wohnort Franz Nauses vor der Verhaftung, verlegt.
In diesem Zusammenhang bieten Quartier e.V., Otto-Brenner-Akademie und Freizeitheim Linden ein Rahmenprogramm:
Am Freitag, den 26.3.2010 um 16 Uhr im Freizeitheim Linden: Ausstellungseröffnung zu Franz Nause und Vorstellung der Broschüre über Franz Nause von Jonny Peter, Holger Horstmann und Egon Kuhn.
Ab 17 Uhr geht es dann auf den Rundgang „Gegen das Vergessen" durch Limmer (Stationen: Fössefeldfriedhof, Franz-Nause-Straße, Stolperstein Familie Rüdenberg Wunstorfer Straße, Kesselstraße 19 Stolperstein Franz Nause, Knieriem-Grab) mit Egon Kuhn, Dr. Peter Schulze und Jonny Peter. Start ist ebenfalls am Freizeitheim Linden.
Sitzung des Niedersächsischen Landtages am 18.03.2010; Fragestunde Nr. 26
Innenminister Uwe Schünemann beantwortet die Kleine Anfrage des Abgeordneten Heinrich Aller (SPD); es gilt das gesrochene Wort!
Der Abgeordnete hatte gefragt:
"Misburg ist keine rechte Hochburg" - "Stadtteilpolitiker erleichtert über Anhörung", so fasst am 5. März 2010 die HAZ in zwei Überschriften ihre Berichterstattung über eine Anhörung zum "Ausmaß des Rechtsextremismus im Stadtbezirk Misburg-Anderten" zusammen. Die Sitzung des Bezirksrates war auf erhebliches öffentliches Interesse gestoßen. Teilgenommen hatten auch Detlef Lerbs, Leiter des Polizeikommissariats Misburg, und Vertreter des niedersächsischen Innenministeriums.
GRÜNE JUGEND Hannover fordert Aktionsplan gegen Rechtsextremismus
In den vergangenen Tagen verteilten Neonazis die rechtsextreme Zeitung „Bock – Das Sprachrohr der Gegenkultur“ mit einer Auflage von 20.000 Stück an Schulen in der Region Hannover. Ihre rassistische Hetze soll Jugendliche zum „nationalen Widerstand“ aufrufen, um die rechte Szene in Hannover zu stärken. Dank einer Formalie- die Herausgeber wurden nicht genannt- ist nun klar, dass das Heft nicht weiter verteilt werden darf, es verstößt gegen das Presserecht. Trotzdem wird die Gefahr, die von Nazis ausgeht durch diese Aktion wieder einmal deutlich.
Die GRÜNE JUGEND Hannover setzt sich für einen kommunalen Aktionsplan gegen Neonazis ein und fordert eine entschiedene Positionierung der Stadtpolitik gegen rechtsextreme Strukturen in Hannover. Projekte wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ müssen gefördert werden, um auf rassistische und antisemitische Bewegungen aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. Der Kampf gegen Rechts darf nicht nur aus linken Gruppierungen kommen, sondern muss von der gesamten Gesellschaft getragen werden. „Zahlreiche gewalttätige Übergriffe auf People of Color, Menschen mit Migrationshintergrund und Antifaschist_Innen in den vergangenen Monaten und Aktionen wie die Verteilung des „Bocks“ zeigen, dass sich die Probleme mit Rechtsextremismus nicht ignorieren lassen. Wir müssen ein klares Zeichen gegen Nazis und ihre menschenverachtende Propaganda setzen.“, erklärt Lara Jil Dreyer, Pressesprecherin der GRÜNEN JUGEND Hannover.
Neonazis haben in dieser Woche in der Region Hannover vermutlich mehrere tausend rechtsextreme Zeitungen an Schüler verteilt. Die zunehmend aggressiven Methoden, mit denen Neonazis an Hannovers Schulen für ihre Ziele werben, sorgen für Beunruhigung und Empörung bei Lehrern, Politikern und Jugendlichen. Eine zehn- bis 15-köpfige Gruppe schwarz gekleideter Personen hatte sich am Donnerstag am Schulgelände der IGS Kronsberg in Bemerode versammelt.
Artikel in der HAZ:
Am 22. und 23. März (Montag und Dienstag) werden in Hannover zum vierten Mal Stolpersteine verlegt. Stolpersteine erinnern an Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden sind. Die Betonsteine werden an ihrem letzten selbst gewählten Wohnort in Hannover in den Fußweg eingelassen. Eine Messingplatte auf der Oberfläche nennt mit der Inschrift "Hier wohnte..." den Namen, den Geburtstag sowie die Umstände des Todes.
Gunter Demnig, Künstler und Initiator der Stolpersteine, wird in Zusammenarbeit mit dem städtischen Fachbereich Tiefbau insgesamt 13 Steine an neun Orten verlegen:
Montag, 22. März 2010
14.00 Uhr, Lechstraße 2, für Fritz Meyerhof und Käthe Meyerhof, geb. Ehrlich (als Juden verfolgt), Stadtbezirk Döhren-Wülfel;
14.15
Uhr, Podbielskistraße 36, für Gustav Rüdenberg und Elsbeth Rüdenberg,
geb. Salmony (als Juden verfolgt), Stadtbezirk Vahrenwald-List;
14.45
Uhr, Burgstraße 36, für Herschel Grünspan und Esther Grünspan (als
Juden verfolgt), Stadtbezirk Mitte; 15.15 Uhr, Johann-Trollmann-Weg,
für Heinrich Trollmann (als Sinti verfolgt), Stadtbezirk Mitte;
15.45 Uhr, Kesselstraße 19, für Franz Nause (politisch Verfolgter), Stadtbezirk Linden-Limmer
Dienstag, 23. März 2010
9.30 Uhr, Hildesheimer Straße 109, für Rosa Abrahamsohn (als Jüdin verfolgt), Stadtbezirk Südstadt-Bult;
10.00
Uhr, Hildesheimer Straße 377, für Salomon Grünberg und Else Wertheim,
geb. Grünberg (als Juden verfolgt), Stadtbezirk Döhren-Wülfel;
10.30
Uhr, Kirchröder Straße 100, für Otto Rischbieter (als
"Wehrkraftzersetzer" verfolgt), Stadtbezirk
Kirchrode-Bemerode-Wülferode;
11.00 Uhr, Anderter Straße 140, für Anton Macioszyk (politisch Verfolgter), Stadtbezirk Misburg-Anderten
Bei der Verlegung der Stolpersteine werden VertreterInnen der Stadtbezirksräte, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, des Stadtarchivs und des städtischen Fachbereichs Bildung und Qualifizierung anwesend sein. Interessierte sind eingeladen, teilzunehmen. Mit den neuen Steinen erinnern in Hannover dann insgesamt 85 Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus.
Die Polizei hat Freitagabend gegen 18:00 Uhr insgesamt 26 Personen der rechtsextremen Szene vorläufig festgenommen. Die Gruppe war offenbar auf dem Weg zu einer Mahnwache für die Opfer rechter Gewalt am Kantplatz (Kleefeld).
Die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten" hatte für den gestrigen Abend von 18:00 bis 19:00 Uhr eine Mahnwache für die Opfer rechter Gewalt angemeldet. Insgesamt nahmen an der genehmigten Kundgebung etwa 55 Personen teil. Kurz vor Beginn der Veranstaltung stiegen zirka 30 dunkel gekleidete Personen aus einer Stadtbahn an der Haltestelle "Kantplatz" und bewegten sich geschlossen in Richtung der Versammlung. Hierbei skandierten sie lautstark rechte Parolen und beabsichtigten offensichtlich, die Mahnwache massiv zu stören. Dank des schnellen Eingreifens vor Ort befindlicher Polizisten konnte eine direkte Konfrontation der beiden Gruppierungen verhindert werden. Insgesamt wurden 26 männliche Personen ( drei Jugendliche, neun Heranwachsende und 14 junge Erwachsene ) vorläufig festgenommen. Die Festgenommenen sind der Polizei als Angehörige des rechtsextremen Spektrums aus Hannover, Celle und Schaumburg bekannt. Gegen alle wird nun wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Darüber hinaus muss sich ein 26-jähriger Hannoveraner aus dieser Gruppe wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter Körperverletzung verantworten. Er hatte sich gegen die vorläufige Festnahme gewehrt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden die jungen Männer wieder entlassen.
Heister-Neumann: "Land und Bund übernehmen gemeinsam die Verantwortung für einen bedeutenden Ort des Erinnerns"
Die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen in Niedersachsen wird in die institutionelle Förderung des Bundes aufgenommen. Die Niedersächsische Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann und der Beauftragte für Kultur und Medien der Bundesregierung, Staatsminister Bernd Neumann, haben eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung am Donnerstag in Berlin unterzeichnet. "Die langfristige Förderung der Gedenkstätte Bergen-Belsen durch den Bund und das Land Niedersachsen bekräftigt unsere gemeinsame Verantwortung für diesen Erinnerungsort von nationaler und internationaler Bedeutung. Wir freuen uns über das Engagement des Bundes", sagte Elisabeth Heister-Neumann bei der Unterzeichnung der Vereinbarung in der Landesvertretung Niedersachsen in Berlin, die in Anwesenheit von Vertretern der Überlebendenverbände des Konzentrationslagers aus Polen und Ungarn stattfand. Die institutionelle Förderung soll für besonders herausragende Einrichtungen langfristige Planungssicherheit schaffen. In der Vereinbarung ist festgelegt, dass die Zuwendung des Bundes insbesondere der Förderung der pädagogischen Arbeitsbereiche der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen dienen soll.
Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Ahlem
Doris Klawunde, Stellvertretende Regionspräsidentin und Bernd Strauch,
Bürgermeister der Stadt Hannover, werden am Mittwoch gemeinsam mit
Vertretern des Niedersächsischen Verbandes Deutscher Sinti in der
Gedenkstätte Ahlem der in Auschwitz ermordeten Sinti und Roma gedenken.
Die Kranzniederlegung findet statt am Mittwoch, dem 03. März 2010, Beginn: 15.00 Uhr, Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergalle 8, Hannover-Ahlem.
Eine weitere Kranzniederlegung findet um 16.00 Uhr am Mahnmal des ehemaligen Bahnhofs Fischerhof statt. Im Anschluss wird an der heutigen Umsteigeanlage Bahnhof Linden/Fischerhof eine neue Gedenktafel enthüllt.
Zum Anlass:
Am 16. Dezember 1942 befahl Heinrich Himmler die Deportation sämtlicher
noch im Reichsgebiet lebender Sinti und Roma in das Vernichtungslager
Auschwitz-Birkenau. Mit diesem so genannten "Auschwitz-Erlass" leitete
er die Endphase des systematischen, rassistischen Völkermords an den
Sinti und Roma ein.
Ab März 1943 wurden Tausende Menschen nach Auschwitz-Birkenau in den von Himmler zynisch "Familienlager" benannten Abschnitt B deportiert. Viele starben schon nach wenigen Wochen an den schlimmen Lebensbedingungen oder unter den Gewalthandlungen der Bewacher. In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden die letzten 2.900 Sinti und Roma aus diesem Lagerabschnitt ermordet. Alleine in Auschwitz kamen über 20.000 Sinti und Roma ums Leben.
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