Mittwoch, 24. Februar 2010
Hannover Calling

Hannover Calling

Mahnwache gegen rechte Gewalt 05. März 18 Uhr Kantplatz

Demonstration: 06. März 14 Uhr Steintorplatz

Immer öfter werden Menschen, die nicht ins Weltbild der Neonazis passen, angegriffen. Im Jahr 2008 gab es etwa 20.400 rechte Straftaten. Seit 1990 wurden etwa 190 Menschen bundesweit von Neonazis sogar ermordet. Angesicht dieser Situation ist die Gleichstellung von AntifaschistInnen mit Nazis unter dem Begriff „extremistische Gewalt“ durch die Familienministerin Kristina Schröder eine grundsätzlich verfehlte Politik, welche die rechte Gewalt gegenüber Menschen herunter spielt. Dies zeigt ein aktueller Fall rechter Gewalt in Hannover. In der Silvesternacht fand in der Innenstadt ein brutaler Übergriff von Neonazis auf einen 18-jährigen statt. Eine Gruppe von etwa acht Männern schlug auf den Jugendlichen ein. Er erlitt Verletzungen am Kopf. Gegen zwei bekannte Neonazis aus Wunstorf und Kleefeld läuft nun eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung. Weitere Täter konnten jedoch nicht ermittelt werden, da die Polizei trotz vieler Aufforderungen des Betroffenen die Videobänder der Üstra nicht sicherte. Dies zeigt, dass die Polizei, aber auch Medien und Politik das Thema Rechte Gewalt längst nicht so ernst nehmen, wie sie es sollten. Ein solches Fehlverhalten von der Polizei muss Konsequenzen haben!


Dienstag, 23. Februar 2010

Veranstaltung der Gedenkstätte Ahlem: Salomon Finkelstein und Henry Korman - zwei Überlebende des Holocaust berichten

Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover berichten am Donnerstag, 25. Februar 2010, Beginn: 19.00 Uhr, Regionshaus, Sitzungssaal N001, Eingang Hildesheimer Str. 18, Salomon Finkelstein und Henry Korman über ihre Zeit vor, in und nach Auschwitz.
Im Mittelpunkt des Gesprächs mit den beiden Zeitzeugen, die heute in Hannover zuhause sind, steht die Frage: Wie stark wirkte sich das Erleben von Ghetto, Arbeitslager und KZ und das Überleben der Shoa auf ihr Leben aus? Wie ging es weiter?

Salomon Finkelstein, 1922 in Polen geboren, durchlief nach dem Einmarsch der Wehrmacht die Leidensstationen Ghetto Lodz, den Autobahnausbau bei Frankfurt/Oder und verschiedene Arbeitslager bis er als Häftling ins KZ Auschwitz kam. Nach Aufgabe des Lagers folgten Todesmärsche zum Dora-Mittelbau und Ravensbrück. Erst 1978 findet er seine tot geglaubten Brüder wieder - in Israel und auf der Krim.

Wie Finkelstein überlebte auch sein Freund Henry Korman Arbeitslager und KZ. Seine Eltern und drei Geschwister verlor der heute 89-Jährige während der Juden-Deportationen nach Treblinka. Er sah sie nie wieder. Im April 1945 wurde schließlich von der britischen Armee im KZ Bergen-Belsen befreit.

Hinweis: Das ursprünglich für den 25. Februar vorgesehene Zeitzeugengespräch mit Irmgard Ohl muss leider entfallen. Frau Ohl ist erkrankt.


Donnerstag, 18. Februar 2010

Eine  Veranstaltung der Gedenkstätte Ahlem

Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover referiert und diskutiert der Literaturschriftsteller, Kulturtheoretiker und Schriftsteller Klaus Theweleit

am Donnerstag, 25. Februar 2010, Beginn: 19.00 Uhr,

Regionshaus, Galerie, Eingang Hildesheimer Str. 18

über das Thema „Der Körperpanzer des faschistischen Mannes".

Die ersten Soldaten des „Tausendjährigen Reiches" standen in den Reihen der konterrevolutionären „Freicorps" der Jahre 1918/19; Männerbünde ehemaliger Frontkämpfer des 1. Weltkriegs, die im Wortsinne ihren Krieg verloren und ihn nun im Kampf gegen die „rote Flut" wieder wiedergefunden hatten. Durch Kaserne, Truppe und Feld zur „Maschine" gestählt, gepanzert gegen Empfindung, Gewissen, unfähig zur Verbindung von Gefühl und Sexualität, wird ihnen die Mordlust, die Explosion des Körperpanzers, zum „faschistischen Orgasmus". In seinem bahnbrechenden Buch „Männerphantasien" (erschienen 1978) hat Klaus Theweleit die Männlichkeits- und Gewaltphantasien dieser Soldateska psychoanalytisch durch den Filter zeitgenössischer Literatur untersucht. „Kernstück aller faschistischen Propaganda", so Theweleit, „ist der Kampf gegen Alles, was Lust, was Genuss ist."

Eintritt ist frei.


Freitag, 12. Februar 2010

Veranstaltung der Gedenkstätte Ahlem

Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover berichtet am Donnerstag, 25. Februar 2010, Beginn: 19.00 Uhr, Regionshaus, Sitzungssaal N001, Eingang Hildesheimer Str. 18, die heute 82-jährige Irmgard Ohl über ihr Schicksal als KZ-Sträfling, Zwangsarbeiterin und Holocaust-Überlebende.

Im Dezember 1941 begannen die Nationalsozialisten, die jüdischen Bürgerinnen und Bürger Deutschlands in die von ihnen besetzten Nachbarländer zu deportieren. Die ersten Transporte aus dem Deutschen Reich gingen nach Riga, in das dortige Jüdische Viertel. In der sogenannten „Moskauer Vorstadt“ entstand ein mit Stacheldraht umzäuntes Ghetto, das zuvor von seinen Bewohnern „freigemacht“ worden war. Nur wenige der etwa 30.000 lettischen Juden überlebten die Massaker der SS.

In den eiskalten Wohnungen stand noch Essen auf dem Tisch, die Treppenhäuser waren blutverschmiert, als das 14-jährige Mädchen Irmgard Ohl und ihre Eltern aus Osnabrück mit dem so genannten Bielefelder Transport am 17. Dezember 1941 im Ghetto Riga eintrafen. Zwei Tage später erreichte auch der erste Transport mit 1000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern aus Hannover den Zielort Riga.

Alte Menschen und kleine Kinder wurden in den folgenden Monaten umgebracht. Nur die Jüngeren wurden gebraucht und zur Zwangsarbeit verpflichtet. Irmgard Ohl, „Sträfling 1121“, und ihre Mutter gehörten zu den wenigen Verfolgten, die die unvorstellbaren Strapazen der Zwangsarbeit und 1945 den Todesmarsch zurück nach Deutschland überlebt haben.

Irmgard Ohl ist heute in Hamburg Zuhause. Als Zeitzeugin möchte sie mit ihren Berichten helfen, die Erinnerung an das Leben und Überleben unter der NS-Schreckensherrschaft wach zu halten.

 


Freitag, 5. Februar 2010

die-gruenenDie rot-grüne Koalition wird im nächsten Kulturausschuss mit einem Antrag zur Gedenk- und Erinnerungskultur in Hannover ein Konzept fordern, das eine kontinuierliche und nachhaltig wirkende Erinnerungsarbeit ermöglicht

"Insbesondere für die jüngere Generation müssen wir über geeignete Medien und Aktivitäten einen Zugang zu Gedenkstätten schaffen, der es jungen Menschen ermöglicht, sich intensiv mit der Thematik zu befassen und ein Gefühl für die Notwenigkeit von Erinnerungsarbeit zu entwickeln", erklärt Ulrike Bittner-Wolff, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion.

Das Konzept soll die in Hannover bereits vorhandenen Orte und Aktivitäten der Erinnerungsarbeit wie z. B. KZ-Außenlager, Zwangsarbeiterlager, Seelhorster Friedhof, Mahnmal Opernplatz, Gedenkstätte Ohestr., Ehrenmal Maschsee, ehem. Synagoge Rote Reihe u. a. wie die Stolpersteine einbeziehen. Zudem sollen Kooperationsmöglichkeiten mit der Neukonzeption der Gedenkstätte Ahlem geprüft werden.

"Es gibt in Hannover viele Orte, an denen Zeichen aktiver Gedenk- und Erinnerungsarbeit gesetzt worden sind, auch durch ehrenamtliche Arbeit von vielen Hannoveranerinnen und Hannoveranern", so Lothar Schlieckau, kulturpolitischer Sprecher der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und macht deutlich: "Es ist jedoch notwendig, dem Vorhandenen einen konzeptionellen Rahmen zu geben, um eine nachhaltig wirkende Erinnerungsarbeit zu gewährleisten."


Montag, 1. Februar 2010

Der Grüne Regionsverband Hannover unterstützt den Aufruf "Nazifrei! Dresden stellt sich quer". Dies beschloss die Mitgliederversammlung des Regionsverbands in der vergangenen Woche. - Aus Hannover fahren Busse zum Protest gegen den geplanten Naziaufmarsch nach Dresden.

Am 13. Februar wollen Nazis aus ganz Europa erneut in Dresden auf die Straßen gehen, um die Bombardierung Dresdens 1945 für die Verbreitung ihres revisionistischen und menschenfeindlichen Weltbildes zu nutzen.

Wie in den vergangenen Jahren wird der "Mythos Dresden" von den Nazis benutzt, um die Schuld des nationalsozialistischen Deutschlands zu relativieren und die Opfer von Dresden mit den Ermordeten in den Konzentrations- und Vernichtungslagern gleichzusetzen.

Wir wenden uns gegen eine derartige Verfälschung von Geschichte und die Stilisierung der Luftangriffe auf Dresden.


Montag, 25. Januar 2010

03. Februar 2010 - 19:00 Uhr - FAUST Warenannahme

Auch in diesem Jahr wollen am 13. Februar Nazis durch Dresden marschieren. Sie geben vor am Jahrestag der alliierten Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg den deutschen Opfern zu gedenken. Dabei wird wie in den letzten Jahren der Mythos Dresden von den Nazis benutzt, um durch Parolen wie “Bombenholocaust” und “alliierter Bombenterror” im so genannten “Trauermarsch” die Shoa und die deutsche Kriegsschuld zu relativieren, die Verbrechen des Nazi-Regimes zu leugnen und das mörderische Nazi-Deutschland als Opfer des Zweiten Weltkrieges darzustellen.



Samstag, 23. Januar 2010

Gegen die Kriminalisierung des Bündnisses "Dresden - nazifrei".

Mit Unverständnis und Empörung reagierte die Bundestagsabgeordnete aus Hannover, Heidrun Dittrich (DIE LINKE.), auf die Hausdurchsuchungen in Dresden und Berlin.

In beiden Städten hatten am Dienstag Mittag Polizisten Aufrufe zu den Massenblockaden am 13. Februar beschlagnahmt, aber auch Computer mitgenommen. Die Aktion richtete sich gegen das Vorhaben des Bündnisses, am 13. Februar in Dresden den jährlichen Großaufmarsch der Neonazi-Szene durch Blockaden zu stoppen. Zu der Aktion ruft ein breites Bündnis aus Initiativen, Parteien,  Jugendverbänden, Gewerkschaften wie ver.di, IG Metall, NGG und antifaschistischen Gruppen aus Dresden und der ganzen Bundesrepublik auf. Unter den Unterstützern finden sich auch  prominente Künstler wie Konstantin Wecker und Bela B. von den Ärzten. "Bei den letzten Wahlen hat die NPD zwar eine Niederlage erlitten, auf der Straße jedoch ist die militante Nazibewegung auf dem Vormarsch. Auch hier in Niedersachsen. In Dresden gelang es den Nazis letztes Jahr rund 7.000 Anhänger zu mobilisieren. Sie missbrauchen den 65. Jahrestag der Bombardierung Dresdens, um die Verbrechen des Nazi-Regimes zu leugnen und Nazi-Deutschland zum Opfer des 2. Weltkrieges umzudeuten. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Nazis mit ihren nationalistischen, geschichtsrevisionistischen und mörderischen Parolen durch Dresden marschieren.

Ich bin empört über den Versuch, ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis gegen den Naziaufmarsch im Vorfeld der Demonstration kriminalisieren zu wollen. Diese Aktion diskreditiert alle Bürgerinnen und Bürger, die aktiv gegen Rassismus, Rechtsextremismus und für Demokratie und Frieden eintreten. Das ist nicht hinnehmbar! Als Lehre aus der Geschichte wissen wir, Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! DIE LINKE. wird in Hannover daran festhalten, gemeinsam mit vielen anderen nach Dresden zu fahren. Mehrere Busse sind bereits gechartert und ich werde ebenfalls an Bord sein.

Heidrun Dittrich, MdB