Dienstag, 22. Juni 2010

Oberbürgermeister Stephan Weil hat die Angriffe von Jugendlichen auf eine jüdische Tanzgruppe bei einem Stadtteilfest in Hannover scharf verurteilt. "Wir nehmen den Vorfall sehr ernst. So etwas hat es unseres Wissens in Hannover noch nicht gegeben. Wir werden deshalb Strafanzeige erstatten. Eine derartige Störung eines solchen Festes werden wir nicht tolerieren", sagte Weil am Dienstag.

Bei einem Fest zum "5. Internationalen Tag" des städtischen Kulturtreffs im Stadtteil Sahlkamp mit Künstlern zahlreicher Kulturgruppen am vorigen Samstag (19. Juni) wurde der Auftritt einer Tanzgruppe der Liberalen Jüdischen Gemeinde plötzlich gestört. Weit über hundert Erwachsene, Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Nationen hatten die Aufführungen bis dahin begeistert gefeiert.

Beim Auftritt der jüdischen Tanzgruppe riefen einige Kinder und Jugendliche zunächst judenfeindliche Ausdrücke. Der Veranstaltungsleiter stellte sie daraufhin zur Rede. Von einigen anderen Jugendlichen wurden dennoch größere Kieselsteine Richtung Bühne geworfen. Die Steine hatten sie sich offensichtlich von einer nahe gelegenen Baustelle mitgebracht. Ein Stein traf eine Tänzerin am Bein. Die jüdische Tanzgruppe brach ihr Programm daraufhin ab. Bei den Störern handelt es sich nach ersten Erkenntnissen der Verantwortlichen des Kulturtreffs um Kinder aus libanesischen, iranischen und palästinensischen Familien.
Die städtischen Kultur- und Jugendbehörden werden den Vorfall im Stadtteil Sahlkamp aufarbeiten und die bereits bestehende    Integrationsarbeit verstärken. "Wir wollen zu diesem Vorgang Gespräche mit den Betroffenen, Vertretern des Stadtteils und der Gruppen unterschiedlicher Kulturen und Religionen führen, damit solche Vorgänge nicht wieder passieren", sagte Weil.

"Wir bedauern den Vorfall umso mehr, als von Hannover wichtige Signale der Versöhnung ausgegangen sind. Gerade zwischen den jüdischen und palästinensischen Gemeinden in Hannover hat es eine bundesweit einmalige Annäherung gegeben", sagte Weil. Vertreter beider Seiten beteiligten sich am 1. Mai vorigen Jahres in Hannover gemeinsam an einer Großdemonstration gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus. "Im Geiste dieses Dialogs sollen jetzt auch die Gespräche im Stadtteil Sahlkamp geführt werden", sagte Weil.


Samstag, 19. Juni 2010

Der Stadtbezirksrat Südstadt-Bult empfiehlt den bezirksansässigen Vereinen, folgenden Passus in die jeweilige Vereinssatzung aufzunehmen:

„Mit der Mitgliedschaft in diesem Verein sind nicht vereinbar:

Äußerungen im Sinne des § 130 StGB (z.B. Holocaustleugnung).

Menschenverachtende Äußerungen, insbesondere solche, die Grundrechte des GG nach den Artikeln 1 bis 19 in Frage stellen.

Äußerungen, die ausländerfeindlich und rassistisch sind oder die das NS-Regime verherrlichen

Die Benutzung ausländerfeindlicher, rassistischer oder nationalsozialistischer Zeichen, Symbole oder Kürzel.“

Der Stadtbezirksrat Südstadt-Bult fordert die anderen Bezirksräte und den Rat der Landeshauptstadt Hannover auf, vergleichbare Resolutionen zu verabschieden.


Donnerstag, 17. Juni 2010

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Musik: www.igskronsberg.de

 


Montag, 7. Juni 2010

Nach einem gezielten und massiven Angriff von 30 bis 40 Neonazis auf eine S-Bahn im Bahnhof Laatzen zeigt sich Friederike Kämpfe, Vorsitzende der Grünen in der Stadt Hannover, schockiert: "Dieser Angriff auf die Menschen in der Bahn, die auf dem Rückweg von der großen Demonstration gegen den Naziaufmarsch in Hildesheim waren, zeigt einmal mehr die extreme Gewaltbereitschaft und Gefährlichkeit der Neonazis". Andreas Quasten, Sprecher der Laatzener Grünen, ist "empört, dass Laatzen wiederholt Schauplatz rechtsextremer Attacken ist."


Freitag, 4. Juni 2010

Durch die für den heutigen Abend in Hannover angemeldeten Demonstrationen droht nach Auffassung des Gerichts eine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, die das Verbot der Versammlung auch unter Berücksichtigung der Bedeutung der in Art. 8 Abs. 1 des Grundgesetzes gewährleisteten Versammlungsfreiheit rechtfertigt, um gleichwertige Rechtsgüter zu schützen.

Die Kammer hat es offen gelassen, ob Gefahren auch von den Versammlungen der Antragsteller selbst ausgehen. Jedenfalls sei anzunehmen, dass sich militante Teilnehmer unter beide Demonstrationen mischen werden, die gewalttätige Auseinandersetzungen suchen und Versammlungsteilnehmer, Polizisten und unbeteiligte Passanten erheblich gefährden Sie hält deshalb das Verbot unter den Voraussetzungen des polizeilichen Notstands für gerechtfertigt. Sie folgt damit dem Vorbringen der Antragsgegnerin, dass ausreichende Polizeikräfte zur Abwehr von Gefahren nicht zur Verfügung stehen.

Ausweislich der Lagebeurteilung gibt es im Raum Hannover (Aufstiegsspiel Regionalliga Nord, Expo-Plaza Fest, Maschpark Flash-Mob Abiparty, Gerichtstermin Firma Böhringer und verstärkter Personen- und Objektschutz für den Ministerpräsidenten wegen seiner Kandidatur zum Amt des Bundespräsidenten) erheblichen anderweitigen Personalbedarf der Polizei. Auch für die übrigen Bereiche der anderen Polizeidirektionen in Niedersachsen trifft dies zu. Insbesondere werden in Gorleben 1200 Einsatzkräfte benötigt und es bedarf morgen früh bis zu 1600 Beamte in Hildesheim. Auch ist hinsichtlich des Einsatzes in Hildesheim sei nachvollziehbar, dass die dort benötigten Beamten nicht am Abend vorher sämtlich in Hannover zur Verfügung stehen. Außer den notwendigen Ruhezeiten ist auch zu berücksichtigen, dass nicht sämtliche Kräfte erst morgen früh nach Hildesheim aufbrechen werden. Unterstützungsersuchen an andere Bundesländer sind ohne Erfolg geblieben.

Gegen den Beschluss ist die Beschwerde an das Niedersächsische Oberverwaltungsge-richt zulässig

- 10 B 2575/10 - und - 10 B 2571/10 -

PM: Verwaltungsgericht Hannover


Donnerstag, 3. Juni 2010

die-gruenenDen Versuch der Neonazis, am Vorabend des rechtsextremen Aufmarsches in Hildesheim eine Kundgebung in Hannover durchzuführen, bezeichnet Friederike Kämpfe, Sprecherin des Stadtverbandes Bündnis 90/Die Grünen, als eine "ungemeine Provokation". "Wir begrüßen ausdrücklich die Entscheidung der Polizeidirektion Hannover, die für den 4. Juni angekündigte Neonazi-Kundgebung am Kröpcke zu verbieten. Das gleichzeitige Verbot aller Gegenaktivitäten ist aber sehr fragwürdig. Für den Fall, dass gegen das Verbot der Polizei Rechtsmittel eingelegt werden und die Kundgebung der Neonazis stattfinden sollte, sind wir aber vorbereitet. Wir werden nicht zulassen, dass der braune Mob Hannovers Innenstadt vereinnahmt. Gemeinsam mit vielen AntifaschistInnen werden wir Grüne unmissverständlich deutlich machen, dass für Antisemiten und Rassisten weder in Hannover noch sonst wo Platz ist. Die geplante Kundgebung in Hannover sehen wir zudem als verstärkte Aufforderung, uns jetzt erst recht am 5. Juni an den friedlichen Protesten in Hildesheim zu beteiligen und den Naziaufmarsch durch zivilen Ungehorsam zu verhindern," so Kämpfe.

Zum Hintergrund:

Der einschlägig bekannte Neonazi Dieter Riefling hat für Freitag den 4. Juni ab 19.00 Uhr in Hannover am Kröpke eine Kundgebung angemeldet. Es handelt sich um eine Vorfeldaktion zu der Demonstration der Neonazis am 5. Juni in Hildesheim unter dem Motto: "Tag der deutschen Zukunft - Unser Signal gegen Überfremdung!" Die Polizeidirektion Hannover hat bisher sowohl die Kundgebung der Neonazis als auch die angemeldeten Gegenaktivitäten verboten.

www.gruene-hannover.de


Montag, 24. Mai 2010

Demonstration gegen Nazi-Aufmarsch in Hildesheim, Angoulêmeplatz Unter dem Motto "Bunt statt Braun - Nazis entgegentreten" ruft das breite Hildesheimer Bündnis gegen Rechts auf, sich am 05.06.2010 ab 11:00 Uhr friedlich aber entschieden, dem angekündigten Aufmarsch von Neo-Nazis in der Hildesheimer Innenstadt entgegenzustellen.

Aufruf unter www.buendnis-gegen-rechts-hildesheim.de

Online-Unterzeichnung: www.nazisblockieren.tk

Die LINKE. Linden-Limmer ruft auf zur gemeinsamen Fahrt mit dem Zug Hannover-Hildesheim. Treffpunkt HBF, Ernst August Platz, Unterm Schwanz, 10:00


Samstag, 22. Mai 2010

faust_gegen_nazisInfo-Veranstaltung gegen alte und neue Nazis am Donnerstag, 03.06.2010

EINLASS / BEGINN: 19:30 Uhr / 20:00 Uhr
EINTRITT: frei
ORT: Warenannahme

Am heutigen Abend gibt Steffen Kreuseler einen kleinen Einblick in die Arbeit von Istoreco, dem Institut für die Geschichte des antifaschistischen Widerstands und für Zeitgeschichte in der Provinz Reggio Emilia. Schwerpunktmäßig setzt sich die Geschichtswerkstatt mit der Historie des italienischen Widerstandes zu Zeiten des Faschismus auseinander.

In Form von Interviews, Filmbeiträgen und Bildern widmet sich Kreuseler den Fragen, auf welchem Wege die Menschen zum Widerstand gekommen sind, was ihre entscheidenden Beweggründe waren und welche Konsequenzen sich daraus für ihren Alltag ergaben respektive welche Rolle die übrige Bevölkerung spielte. Darüber hinaus geht er auf Projekte und Institutionen ein, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Partisanenverbänden entstanden, sowie deren politische Rolle im postfaschistischen Italien. Abgerundet wird der Vortrag durch einen Erlebnisbericht der Agentur Esteri, die alljährlich eine Wanderung mit Zeitzeugen des Widerstands an Orten des Kampfes und der Trauer veranstaltet.

www.kulturzentrum-faust.de