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Samstag, 6. März 2010 |
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Die Polizei hat Freitagabend gegen 18:00 Uhr
insgesamt 26 Personen der rechtsextremen Szene vorläufig
festgenommen. Die Gruppe war offenbar auf dem Weg zu einer Mahnwache
für die Opfer rechter Gewalt am Kantplatz (Kleefeld).
Die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der
Antifaschistinnen und Antifaschisten" hatte für den gestrigen Abend
von 18:00 bis 19:00 Uhr eine Mahnwache für die Opfer rechter Gewalt
angemeldet. Insgesamt nahmen an der genehmigten Kundgebung etwa 55
Personen teil. Kurz vor Beginn der Veranstaltung stiegen zirka 30
dunkel gekleidete Personen aus einer Stadtbahn an der Haltestelle
"Kantplatz" und bewegten sich geschlossen in Richtung der
Versammlung. Hierbei skandierten sie lautstark rechte Parolen und
beabsichtigten offensichtlich, die Mahnwache massiv zu stören. Dank
des schnellen Eingreifens vor Ort befindlicher Polizisten konnte eine
direkte Konfrontation der beiden Gruppierungen verhindert werden.
Insgesamt wurden 26 männliche Personen ( drei Jugendliche, neun
Heranwachsende und 14 junge Erwachsene ) vorläufig festgenommen. Die
Festgenommenen sind der Polizei als Angehörige des rechtsextremen
Spektrums aus Hannover, Celle und Schaumburg bekannt. Gegen alle wird
nun wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.
Darüber hinaus muss sich ein 26-jähriger Hannoveraner aus dieser
Gruppe wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter
Körperverletzung verantworten. Er hatte sich gegen die vorläufige
Festnahme gewehrt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden
die jungen Männer wieder entlassen.
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Donnerstag, 4. März 2010 |
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Heister-Neumann: "Land und Bund übernehmen gemeinsam die Verantwortung für einen bedeutenden Ort des Erinnerns"
Die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen in Niedersachsen
wird in die institutionelle Förderung des Bundes aufgenommen. Die
Niedersächsische Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann und der
Beauftragte für Kultur und Medien der Bundesregierung, Staatsminister
Bernd Neumann, haben eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung am
Donnerstag in Berlin unterzeichnet. "Die langfristige Förderung der
Gedenkstätte Bergen-Belsen durch den Bund und das Land Niedersachsen
bekräftigt unsere gemeinsame Verantwortung für diesen Erinnerungsort
von nationaler und internationaler Bedeutung. Wir freuen uns über das
Engagement des Bundes", sagte Elisabeth Heister-Neumann bei der
Unterzeichnung der Vereinbarung in der Landesvertretung Niedersachsen
in Berlin, die in Anwesenheit von Vertretern der Überlebendenverbände
des Konzentrationslagers aus Polen und Ungarn stattfand.
Die institutionelle Förderung soll für besonders herausragende
Einrichtungen langfristige Planungssicherheit schaffen. In der
Vereinbarung ist festgelegt, dass die Zuwendung des Bundes insbesondere
der Förderung der pädagogischen Arbeitsbereiche der KZ-Gedenkstätte
Bergen-Belsen dienen soll.
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Weiter …
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Dienstag, 2. März 2010 |
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Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Ahlem
Doris Klawunde, Stellvertretende Regionspräsidentin und Bernd Strauch,
Bürgermeister der Stadt Hannover, werden am Mittwoch gemeinsam mit
Vertretern des Niedersächsischen Verbandes Deutscher Sinti in der
Gedenkstätte Ahlem der in Auschwitz ermordeten Sinti und Roma gedenken.
Die Kranzniederlegung findet statt am Mittwoch, dem 03. März 2010, Beginn: 15.00 Uhr, Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergalle 8, Hannover-Ahlem.
Eine weitere Kranzniederlegung findet um 16.00 Uhr am Mahnmal des
ehemaligen Bahnhofs Fischerhof statt. Im Anschluss wird an der heutigen
Umsteigeanlage Bahnhof Linden/Fischerhof eine neue Gedenktafel
enthüllt.
Zum Anlass:
Am 16. Dezember 1942 befahl Heinrich Himmler die Deportation sämtlicher
noch im Reichsgebiet lebender Sinti und Roma in das Vernichtungslager
Auschwitz-Birkenau. Mit diesem so genannten "Auschwitz-Erlass" leitete
er die Endphase des systematischen, rassistischen Völkermords an den
Sinti und Roma ein.
Ab März 1943 wurden Tausende Menschen nach Auschwitz-Birkenau in den
von Himmler zynisch "Familienlager" benannten Abschnitt B deportiert.
Viele starben schon nach wenigen Wochen an den schlimmen
Lebensbedingungen oder unter den Gewalthandlungen der Bewacher. In der
Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden die letzten 2.900 Sinti und
Roma aus diesem Lagerabschnitt ermordet. Alleine in Auschwitz kamen
über 20.000 Sinti und Roma ums Leben.
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Samstag, 27. Februar 2010 |
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In den Osterferien vom 22.3. bis 1.4.2010 findet auf
dem Gelände des
ehemaligen Konzentrations- und Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen das internationale jugendworkcamp Bergen-Belsen
statt. 60 Jugendlichen aus Osteuropa, Israel, Südafrika, Niederlande
und Deutschland beschäftigen sich anschaulich mit der Nazi-Geschichte
bis hin zu den aktuellen Neonazi-Strukturen und antifaschistischem
Widerstand.
Im Workcamp wird die Geschichte der ehemaligen Lager erkundet, Zeitzeugen sprechen über die erlittene Verfolgung durch Nazis, es
gibt Möglichkeiten künstlerisch oder journalistisch oder handwerklich
zu arbeiten. Die Jugendlichen informieren sich bei Flüchtlingen über
den alltäglichen Rassismus und lernen antifaschistisches Handeln von
Jugendlichen kennen. Und nebenbei findet ein spannendes Kennenlernen
der Jugendlichen aus vielen verschiedenen Ländern statt.
Jugendliche
zwischen etwa 16 bis 26 Jahre sind zur Teilnahme eingeladen. Das ganze
kostet mit Vollverpflegung und Programm nur 90 Euro. Auch in finanziell
schwierigen Fällen finden wir einen Weg.
Jugendworkcamp Bergen-Belsen (pdf)
Mehr Infos: www.jugendarbeit-in-bergen-belsen.de oder antifa.sfa.over-blog.com
Information und
Anmeldung bei:
DGB-Jugend, H-D Charly Braun
Otto-Brenner-Str. 7, 30159 Hannover
Tel. 0511-
12601-61
zug_der_erinnerung@yahoo.de
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Mittwoch, 24. Februar 2010 |
Hannover Calling
Mahnwache gegen rechte Gewalt 05. März 18 Uhr Kantplatz
Demonstration: 06. März 14 Uhr Steintorplatz
Immer öfter werden Menschen, die
nicht ins Weltbild der Neonazis passen,
angegriffen. Im Jahr 2008 gab
es etwa 20.400 rechte Straftaten. Seit
1990 wurden etwa 190 Menschen
bundesweit von Neonazis sogar ermordet.
Angesicht dieser Situation ist die
Gleichstellung von AntifaschistInnen
mit Nazis unter dem Begriff „extremistische
Gewalt“ durch die Familienministerin
Kristina Schröder
eine grundsätzlich verfehlte Politik,
welche die rechte Gewalt gegenüber
Menschen herunter spielt.
Dies zeigt ein aktueller Fall rechter
Gewalt in Hannover. In der Silvesternacht
fand in der Innenstadt ein brutaler
Übergriff von Neonazis auf einen
18-jährigen statt. Eine Gruppe von
etwa acht Männern schlug auf den
Jugendlichen ein. Er erlitt Verletzungen
am Kopf. Gegen zwei bekannte
Neonazis aus Wunstorf und Kleefeld
läuft nun eine Anzeige wegen schwerer
Körperverletzung. Weitere Täter
konnten jedoch nicht ermittelt werden,
da die Polizei trotz vieler Aufforderungen
des Betroffenen die Videobänder
der Üstra nicht sicherte.
Dies zeigt, dass die Polizei, aber auch
Medien und Politik das Thema Rechte
Gewalt längst nicht so ernst nehmen,
wie sie es sollten. Ein solches Fehlverhalten
von der Polizei muss Konsequenzen
haben!
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Dienstag, 23. Februar 2010 |
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Veranstaltung der Gedenkstätte Ahlem: Salomon Finkelstein und Henry Korman - zwei Überlebende des Holocaust berichten
Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover berichten am Donnerstag, 25. Februar 2010, Beginn: 19.00 Uhr, Regionshaus, Sitzungssaal N001, Eingang Hildesheimer Str. 18, Salomon Finkelstein und Henry Korman über ihre Zeit vor, in und nach Auschwitz.
Im Mittelpunkt des Gesprächs mit den beiden Zeitzeugen, die heute in
Hannover zuhause sind, steht die Frage: Wie stark wirkte sich das
Erleben von Ghetto, Arbeitslager und KZ und das Überleben der Shoa auf
ihr Leben aus? Wie ging es weiter?
Salomon Finkelstein, 1922 in Polen geboren, durchlief nach dem
Einmarsch der Wehrmacht die Leidensstationen Ghetto Lodz, den
Autobahnausbau bei Frankfurt/Oder und verschiedene Arbeitslager bis er
als Häftling ins KZ Auschwitz kam. Nach Aufgabe des Lagers folgten
Todesmärsche zum Dora-Mittelbau und Ravensbrück. Erst 1978 findet er
seine tot geglaubten Brüder wieder - in Israel und auf der Krim.
Wie Finkelstein überlebte auch sein Freund Henry Korman Arbeitslager
und KZ. Seine Eltern und drei Geschwister verlor der heute 89-Jährige
während der Juden-Deportationen nach Treblinka. Er sah sie nie wieder.
Im April 1945 wurde schließlich von der britischen Armee im KZ
Bergen-Belsen befreit.
Hinweis: Das ursprünglich für den 25. Februar vorgesehene
Zeitzeugengespräch mit Irmgard Ohl muss leider entfallen. Frau Ohl ist
erkrankt.
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Donnerstag, 18. Februar 2010 |
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Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Ahlem
Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover referiert und diskutiert der Literaturschriftsteller, Kulturtheoretiker und Schriftsteller Klaus Theweleit
am Donnerstag, 25. Februar 2010, Beginn: 19.00 Uhr,
Regionshaus, Galerie, Eingang Hildesheimer Str. 18
über das Thema „Der Körperpanzer des faschistischen Mannes".
Die ersten Soldaten des „Tausendjährigen Reiches" standen in den Reihen der konterrevolutionären „Freicorps" der Jahre 1918/19; Männerbünde ehemaliger Frontkämpfer des 1. Weltkriegs, die im Wortsinne ihren Krieg verloren und ihn nun im Kampf gegen die „rote Flut" wieder wiedergefunden hatten. Durch Kaserne, Truppe und Feld zur „Maschine" gestählt, gepanzert gegen Empfindung, Gewissen, unfähig zur Verbindung von Gefühl und Sexualität, wird ihnen die Mordlust, die Explosion des Körperpanzers, zum „faschistischen Orgasmus". In seinem bahnbrechenden Buch „Männerphantasien" (erschienen 1978) hat Klaus Theweleit die Männlichkeits- und Gewaltphantasien dieser Soldateska psychoanalytisch durch den Filter zeitgenössischer Literatur untersucht. „Kernstück aller faschistischen Propaganda", so Theweleit, „ist der Kampf gegen Alles, was Lust, was Genuss ist."
Eintritt ist frei.
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Freitag, 12. Februar 2010 |
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Veranstaltung der Gedenkstätte Ahlem
Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover
berichtet am Donnerstag, 25. Februar 2010, Beginn: 19.00 Uhr,
Regionshaus, Sitzungssaal N001, Eingang Hildesheimer Str. 18, die heute
82-jährige Irmgard Ohl über ihr Schicksal als KZ-Sträfling,
Zwangsarbeiterin und Holocaust-Überlebende.
Im Dezember 1941 begannen die Nationalsozialisten, die jüdischen
Bürgerinnen und Bürger Deutschlands in die von ihnen besetzten
Nachbarländer zu deportieren. Die ersten Transporte aus dem Deutschen
Reich gingen nach Riga, in das dortige Jüdische Viertel. In der
sogenannten „Moskauer Vorstadt“ entstand ein mit Stacheldraht umzäuntes
Ghetto, das zuvor von seinen Bewohnern „freigemacht“ worden war. Nur
wenige der etwa 30.000 lettischen Juden überlebten die Massaker der SS.
In den eiskalten Wohnungen stand noch Essen auf dem Tisch, die
Treppenhäuser waren blutverschmiert, als das 14-jährige Mädchen Irmgard
Ohl und ihre Eltern aus Osnabrück mit dem so genannten Bielefelder
Transport am 17. Dezember 1941 im Ghetto Riga eintrafen. Zwei Tage
später erreichte auch der erste Transport mit 1000 jüdischen Männern,
Frauen und Kindern aus Hannover den Zielort Riga.
Alte Menschen und kleine Kinder wurden in den folgenden Monaten
umgebracht. Nur die Jüngeren wurden gebraucht und zur Zwangsarbeit
verpflichtet. Irmgard Ohl, „Sträfling 1121“, und ihre Mutter gehörten
zu den wenigen Verfolgten, die die unvorstellbaren Strapazen der
Zwangsarbeit und 1945 den Todesmarsch zurück nach Deutschland überlebt
haben.
Irmgard Ohl ist heute in Hamburg Zuhause. Als Zeitzeugin möchte sie
mit ihren Berichten helfen, die Erinnerung an das Leben und Überleben
unter der NS-Schreckensherrschaft wach zu halten.
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