Nazis entgegentreten! - Info-Veranstaltung gegen den geplanten Nazi-Aufmarsch in Dresden

Montag, 25. Januar 2010

03. Februar 2010 - 19:00 Uhr - FAUST Warenannahme

Auch in diesem Jahr wollen am 13. Februar Nazis durch Dresden marschieren. Sie geben vor am Jahrestag der alliierten Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg den deutschen Opfern zu gedenken. Dabei wird wie in den letzten Jahren der Mythos Dresden von den Nazis benutzt, um durch Parolen wie “Bombenholocaust” und “alliierter Bombenterror” im so genannten “Trauermarsch” die Shoa und die deutsche Kriegsschuld zu relativieren, die Verbrechen des Nazi-Regimes zu leugnen und das mörderische Nazi-Deutschland als Opfer des Zweiten Weltkrieges darzustellen.


Dieser Nazi-Aufmarsch ist der größte seiner Art in Europa und hat eine mobilisierende Wirkung weit über Dresden hinaus. Er dient nicht nur der Vernetzung, der Ideologiebildung und Festigung der nationalsozialistischen und der rechtsextremen Identität, sondern hat auch die politische Funktion, über das Element der Trauer rechtsextreme Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft zu verfestigen.

Unweigerlich ist klar: Dresden und auch kein anderer Ort darf für die Verdrehung der Geschichte und für die Relativierung der Shoa durch faschistische Propaganda benutzt werden. Die Bombardierung deutscher Städte durch die Alliierten war Folge nationalsozialistischer Gewaltherrschaft und des deutschen Vernichtungskrieges. Die TäterInnen-Opfer-Verkehrung und der Geschichtsrevisionismus müssen auf entschlossenen Widerstand stoßen. Diese rechtsextreme Propaganda kann nur gestoppt werden, wenn eine die gesamte Gesellschaft durchdringende, offene Auseinandersetzung über die zu Grunde liegenden Ideologien stattfindet, wenn der Opfermythos aufgebrochen wird und wenn wir uns gemeinsam und erfolgreich den Nazis auf der Straße in den Weg stellen!

Zu diesem Zweck lädt der grüne Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler im Vorfeld des Nazi-Aufmarsches in Dresden zu einer öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema. Unter der Moderation von Kindler diskutieren:

  • Monika Lazar (grüne Bundestagsabgeordnete aus Sachsen, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus)
  • André Aden (Journalist, Recherche Nord)

In der für das Publikum offenen Podiumsdiskussion soll aus Expertensicht herausgestellt werden, welche Bedeutung Dresden für die rechtsextreme Szene in Europa hat. Im Zusammenhang mit den Erfahrungen – besonders aus dem letzten Jahr, in welchem 7.000 Nazis weitestgehend ungehindert durch Dresden marschieren konnten – werden außerdem Lehren und mögliche Strategien für 2010 diskutiert. Außerdem soll erörtert werden, welche Gegenbündnisse und Programme in Dresden gegen Rechtsextremismus bisher gegründet wurden, wie sich der politische Widerstand von der anfänglichen Ignoranz bis heute entwickelte und welche Möglichkeiten bestehen, Europas größten Nazi-Aufmarsch in diesem Jahr erfolgreich zu verhindern.

Achtung: Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Teilnahme an dieser Veranstaltung ausgeschlossen.

www.faustev.de


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