Vortrag und Diskussion: Klaus Theweleit über „Der Körperpanzer des faschistischen Mannes".
Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Ahlem
Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover referiert und diskutiert der Literaturschriftsteller, Kulturtheoretiker und Schriftsteller Klaus Theweleit
am Donnerstag, 25. Februar 2010, Beginn: 19.00 Uhr,
Regionshaus, Galerie, Eingang Hildesheimer Str. 18
über das Thema „Der Körperpanzer des faschistischen Mannes".
Die ersten Soldaten des „Tausendjährigen Reiches" standen in den Reihen der konterrevolutionären „Freicorps" der Jahre 1918/19; Männerbünde ehemaliger Frontkämpfer des 1. Weltkriegs, die im Wortsinne ihren Krieg verloren und ihn nun im Kampf gegen die „rote Flut" wieder wiedergefunden hatten. Durch Kaserne, Truppe und Feld zur „Maschine" gestählt, gepanzert gegen Empfindung, Gewissen, unfähig zur Verbindung von Gefühl und Sexualität, wird ihnen die Mordlust, die Explosion des Körperpanzers, zum „faschistischen Orgasmus". In seinem bahnbrechenden Buch „Männerphantasien" (erschienen 1978) hat Klaus Theweleit die Männlichkeits- und Gewaltphantasien dieser Soldateska psychoanalytisch durch den Filter zeitgenössischer Literatur untersucht. „Kernstück aller faschistischen Propaganda", so Theweleit, „ist der Kampf gegen Alles, was Lust, was Genuss ist."
Eintritt ist frei.
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