Heutiger Gedenktag auf dem Stadtfriedhof Seelhorst

Dienstag, 6. April 2010

Heute (6. April) wird in verschiedenen Veranstaltungen auf dem Stadtfriedhof Seelhorst der Erschießungen gedacht, die auf diesem Friedhof exakt vor 65 Jahren stattfanden. 154 russische Gefangene, zum Teil aus dem Arbeitserziehungslager in Lahde, Westfalen, zum Teil aus dem Polizeiersatzgefängnis in Ahlem, waren zu Fuß zum Stadtfriedhof Seelhorst getrieben und dort vor ihren eigens geschaufelten Massengräbern erschossen worden. Kurz vor Einmarsch der Alliierten, und damit dem Ende des 2. Weltkrieges, wollten die Machthaber des NS-Regimes mit dieser Tat einmal mehr Spuren verwischen - und haben dabei nachhaltige Spuren geschaffen. Einer der Gefangenen konnte fliehen und den Alliierten wenige Tage darauf davon berichten, woraufhin die Alliierten der hannoverschen Bevölkerung am 2. Mai 1945 befahlen, an der Exhumierung und würdigen Beisetzung am Maschsee-Nordufer (heutiger sogenannter Russenfriedhof) beizuwohnen.

Seit 2001 bietet die Landeshauptstadt Hannover Führungen zum Erschießungsplatz auf dem Stadtfriedhof Seelhorst an. Auf Initiative der IG Metall, die die Gedenkstätte am Maschsee-Nordufer betreut, wurde in 2002 dort eine Gedenkstelle errichtet. Seither werden auch dort durch die IG Metall Kränze niedergelegt.

Heute sind folgende Veranstaltungen geplant: Wie in jedem Jahr findet um 15 Uhr die Führung zu den Geschehnissen dieser Zeit statt. Um 16 Uhr schließt sich die Gruppe dann der Kranzniederlegung durch die IG Metall an, mit anschließender Schweigeminute.

Bereits um 10 Uhr führt die Friedhofsverwaltung eine Gruppe von SchülerInnen der St. Ursula-Schule, die sich mit ihrer Klasse intensiv mit den Ereignissen beschäftigt haben, zum Erschießungsplatz. Teilnehmen werden hier auch russische Kriegsveteranen und Vertreter des russischen Konsulats in Hamburg und der Botschaft von Weißrussland in Berlin. Organisiert und begleitet haben das Projekt MitarbeiterInnen des "Wolga Int. Repräsentanzbüros". Die SchülerInnen haben Tafeln mit Fotos vorbereitet, die auf dem Erschießungsplatz für einen Monat zu sehen sein werden. Die Fotos zeigen verschiedene Stationen der Ereignisse.


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