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Jugenddezernent: "Absurde Berichterstattung" - 88 Prozent aller Dreijährigen versorgt
"Hannover erfüllt den seit 1996 geltenden Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz seit 14 Jahren ohne jedes Gerichtsverfahren. Mehr noch: Die Stadt stellt deutlich mehr Plätze als eigentlich erforderlich zur Verfügung." Mit deutlichen Worten weist Jugenddezernent Thomas Walter den Eindruck nicht ausreichender Versorgung zurück, der in einem Artikel der HAZ vom 3. September 2010 erweckt wird.
"Nach aktuellen Zählungen haben wir in der Stadt für 12.924 anspruchsberechtigte Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren 12.976 Plätze. Das ist eine Versorgungsquote von 100,4 Prozent. Darüber hinaus hat die Stadt Hannover für 84 Prozent aller Plätze eine Ganztags- beziehungsweise Dreiviertelbetreuung inklusive einer Essenversorgung eingeführt. Das ist eine deutliche Ausweitung im Sinne der Eltern und Kinder gegenüber dem Bundesgesetz, das nur eine vierstündige Versorgung ohne Mittagessen vorsieht", unterstreicht Walter.
Der Jugenddezernent macht außerdem darauf aufmerksam, dass der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz grundsätzlich nicht für einzelne Stadtteile oder Stadtbezirke gilt, sondern sich immer nur auf die ganze Stadt bezieht. "Gerade weil dies für eine Großstadt wie Hannover aber viele schwierige Betreuungssituationen schaffen würde, haben wir unser Angebot wohnort- und bedarfsnah ausgerichtet", hebt Walter hervor. Dabei werden - der Lebenspraxis entsprechend - natürlich Stadteil- oder Stadtbezirksgrenzen überschritten - wie sich auch die Eltern in ihrer Nachfrage nicht an ihnen orientieren. Eine "isolierte Betrachtung der Stadtteile" finde bei der Stadt nicht statt.
Was den von der HAZ besonders aufgegriffenen Stadtteil Hainholz angeht, erläutert Walter: Hier wie auch anderswo komme es vor, dass besonders attraktive Kindertagesstätten - in diesem Fall das städtische Familienzentrum in der Voltmerstraße - eine Warteliste aufweisen. "Das bedeutet aber nicht, dass die Kinder unversorgt bleiben." Vielmehr habe der zwischen den Wartelisten benachbarter Kitas durchgeführte Abgleich auch für Hainholz in den vergangenen Jahren für alle gemeldeten Kinder stets einen Platz ergeben. Das wird aller Voraussicht nach auch in diesem Jahr der Fall sein.
Walter stellte zudem klar, dass die Stadt "hohes Interesse" daran habe, auch Dreijährige bereits in den Kindergarten aufzunehmen: "Dafür werben wir mit Elternbildung und -information - und wir haben damit Erfolg. Über 30 Prozent aller Kindergartenplätze in der Stadt sind von Dreijährigen belegt, so dass von einer exakt jahrgangsentsprechenden Versorgung ausgegangen werden kann." Insgesamt wurden über 88 Prozent aller Dreijährigen von der Kindergartenversorgung erreicht. "Allerdings", so der Dezernent abschließend, "können wir natürlich nur Ansprüche befriedigen, die bei uns auch geltend gemacht werden."
Artikel der HAZ: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Kein-Kita-Platz-fuer-ueber-100-Kinder
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