Stadtinformationen
Stadtteilportrais
Calenberger Neustadt Werbung
Der Stadtteil Calenberger Neustadt wird von den Flüssen Ihme und Leine sowie dem Schnellen Graben im Süden begrenzt, hinzu kommt noch der Bereich Brühlstraße, Königsworther Platz und der obere Teil der Königsworther Straße. Die Gemeindegrenzen der ev.-luth. Neustädter Hof- und Stadtkirchengemeinde umfassen dagegen genau den Bereich der "Insel".
Die Calenberger Neustadt stellt städtebaulich die erste Erweiterung der hannoverschen Altstadt dar und war mit dieser Jahrhunderte lang durch eine gemeinsame Befestigungsanlage verbunden. Trotz erheblicher Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg sind zahlreiche Bauten erhalten geblieben, die einen Besuch wert sind. An anderen Stellen sind nur noch die Erinnerungsorte geblieben.
Durch die Calenberger Neustadt führt "Der Blaue Faden". Er ist die Verlängerung des bekannten Roten Fadens durch die hannoversche City.
In der Calenberger Neustadt ist heute das Regierungsviertel der Landeshauptstadt zu finden. Entlang der Lavesstraße und des Leibnizufers sind die meisten Ministerien des Landes Niedersachsen zu finden.
Quer durch den Stadtteil zieht sich die sogenannte Ökumenische Meile. Angefangen am Waterlooplatz mit der Ev.-reformierten Kirche über die Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis direkt am Neustädter Markt bis zur katholischen St. Clemens Bailika sind hier auf kürzester Entfernung alle Kirchen vertreten. Dazu gehörte bis 1938 auch noch die große jüdische Synagoge an der Roten Reihe.
Das Herzstück des Stadtteils bildet die Calenberger Straße von der gleichnamigen Esplanade bis zum Neustädter Marktplatz. Hier finden sich verschiedenste Fachgeschäfte und individuelle Gastronomiebetriebe.
Zentraler Verkehrsknotenpunkt in der Calenberger Neustadt ist der Goetheplatz. Für den des fahrens durch einen Kreisel unkundigen Autofahrer sicherlich eine ganz besondere Herausforderung.
Den südlichen Teil der Calenberger Neustadt bildet der hannoversche Sportpark mit der AWD-Arena, dem Olympiastützpunkt und dem Stadionbad. Daran anschließend der Schützenplatz und Waterlooplatz. Beide werden gegelmäßig für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. Das größte Schützenfest der Welt findet einmal im Jahr in der Calenberger Neustadt statt.
Ganz im Norden des langestreckten Stadtteils verläuft die Königsworther Straße. Auch hier gibt es noch den kundigen Einzelhandel und einige kleine Lokale in die man immer wieder gerne kommt.
Ursprung der Calenberger Neustadt ist eine Siedlung im Gebiet der Burg Lauenrode. Diese Burg stand einst im Bereich der Kreuzung von Goethestraße und Clemensstraße. Im Mittelalter entwickelte sich die Siedlung nur langsam. Mitte des 15. Jahrhunderts brannte die Siedlung ab. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts wurde nur die ursprüngliche Siedlung wieder errichtet.
Zwischen 1664 und 1700 erlebte die Calenberger Neustadt den ersten Aufschwung. Als die Welfenherzöge, auf Grund des 30jährigen Krieg, im Jahre 1636 Hannover zu ihrer Residenz machten blühte die Stadt regelrecht auf. Das alte Kloster direkt an der Leine wurde zum herrschaftlichen Leineschloss ausgebaut. Viele Betriebe, Verwaltungsleute und Bedienstete die in der Nähe des Hofes gebraucht wurden siedelten sich in der Calenberger Neustadt an. Der Unternehmer Johann Duve, an den der Duve Brunnen erinnert, ließ ein Netz von Straßen rund um den Steinweg, die spätere Calenberger Straße, anlegen. Die Straßen wurden kurzerhand nach den Häuserfarben benannt. Die Rote Reihe ist davon die einzige Straße die heute noch namentlich erhalten geblieben ist.
Im Jahre 1646 wird der Neustädter Friedhof angelegt. Dort findet man noch heute interessante Grabmale aus der Geschichte der Stadt Hannover und der Calenberger Neustadt.
Auf Herzog Georg Wilhelm
gehen etliche Bauten in der Stadt und Verbesserungen der
Stadtbefestigung Hannovers zurück. Er legte 1652 außerdem den
Küchengarten in Linden bei Hannover an. Ihm folge sein Bruder Johann Friedrich Herzog von Braunschweig und Lüneburg
als Regent von Hannover, auf Grund seiner Konvertierung zum
Katholizismus wurde für die protestantischen Gläubigen die Neustädter
Kirche geweiht. In Ihr liegt der Gelehrte und Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz begraben.
1658 überließ Georg Wilhelm im sog. "Brauttausch" seine Verlobte Sophie von der Pfalz (die spätere Kurfürstin von Hannover) seinem jüngeren Bruder Ernst August
der nach dem Tode Johann Friedrichs in Hannover weiterregierte und 1692
zum Kurfürsten wurde. Dessen Sohn Georg Ludwig wurde als Georg der I.
am 1. August 1714 sogar König von Großbritannien und Irland.
Als erste katholische Kirche nach der Reformation wird im Jahre 1718 die St.-Clemens-Kirche eingeweiht.
Im Rahmen der Napoleonischen Kriege wurde Hannover zunächst von den Franzosen besetzt danach von den Preußen und wurde dann in das Napoleonische Königreich Westfalen integriert. Um 1768 werden die Befestigungsanlagen geschleift, um mehr Platz für die wachsende Stadt zu schaffen. Durch die Neuordnung Europas im Wiener Kongress 1815 wurde Hannover zum Königreich. Zum Gedenken an die Schlacht bei Waterloo wurde 1825 die 46,31 m hohe Waterloosäule nach einem Entwurf von Georg Ludwig Friedrich Laves gebaut.
Die erste Synagoge wurde bereits 1704 gebaut, in
den Jahren 1864 - 1870 wurde sie durch neue Synagoge auf einem
zentralen Platz in Nachbarschaft zu den Hauptkirchen Hannovers ersetzt.
Dieser Bau von Edwin Oppler im "deutschen" Stil des Historismus wurde wärend der Reichspogromnacht am 09.November.1938 durch Brandstiftung schwer beschädigt und noch vor Kriegsende gesprengt und vollständig abgetragen.
Bei Bombenangriffen im 2. Weltkrieg sinkt die Calenberger Neustadt in
Schutt und Asche. Ein großer Teil des Geländes zwischen Humboldt-,
Dachenhausen-, Calenberger- und Adolfstraße bleibt für Jahrzehnte eine
Brache, die lediglich als Parkplatz genutzt wird. Heute ist dort die
Calenberger Esplanade zu finden.