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Lesung aus Sonja Friedmann Wolf: „Im roten Eis – Schicksalswege meiner Familie“

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Eine bewegende Familiengeschichte zwischen Berlin, Moskau und Tel Aviv, wie sie nur das 20. Jahrhundert prägen konnte. Das Buch "Im roten Eis – Schicksalswege meiner Familie" am Mittwoch (11. September), 19 Uhr, Jüdische Bibliothek, Fuhsestr. 6, schildert aus der Perspektive des Mädchens beziehungsweise der traumatisierten Frau, wie der Terror immer wieder in ihr Leben einbrach. Ihre Eltern, Ärzte, Juden und Kommunisten, mussten vor den Nazis fliehen. 1934 emigrierten sie mit den beiden Kindern nach Moskau, wo der Vater 1938 als angeblicher "trotzkistischer Gestapospion" zum Tode verurteilt wurde. Die Mutter beging 1940 Selbstmord. Sonja war mit 17 Jahren alkoholabhängig und NKWD-Informantin. Als sie sich ihrer eigenen Verstrickung in das stalinistische System voll bewusst wurde, wollte sie sich umbringen, der Bruder rettete sie. Im Lager fand sie Halt bei ihrem Ehemann. Lion Feuchtwanger, der sich für ihren Vater eingesetzt hatte, wurde für sie von 1956 bis zu seinem Tod zum "Rettungsanker". Das Nachwort von Sonjas Tochter sowie die Beiträge der Herausgeber erhellen den zeithistorischen Hintergrund der 1963 abgeschlossenen Erinnerungen.

Es findet ein Gespräch mit Ester Noter (Tochter von Sonja Friedmann-Wolf) statt. Für die Moderation zeichnet Ingo Way (Herausgeber, Literaturwissenschaftler, Publizist) verantwortlich. Es liest Susana Fernandes Genebra (Schauspiel Hannover).

Der Eintritt ist frei.

Autorin Sonja Friedmann-Wolf, geb. 1923 in Berlin, seit 1934 mit Eltern und Bruder in Moskau, 1941-1948 Lager- und Gefängnishaft in Kasachstan, 1942 Heirat mit dem litauischen Juden Israel Friedmann. 1944 Geburt der Tochter Ester, mit der Familie erst 1948 in Vilnius vereint, 1958 nach Ostberlin ausgereist, anschließend nach Israel. 1986 Selbstmord.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Aufbau Verlags, der Stadtbibliothek Hannover und der Israel Jacobson Gesellschaft.

Pressemitteilung: Stadt Hannover

Kategorie: Kunst & Kultur

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