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enercity: Börsenbasierter Stromeinkauf mindert Kostenrisiko für Kliniken

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Energie-Workshops der konfessionellen Krankenhausverbände mit 50 Teilnehmern

Krankenhäuser laufen auch weiterhin Gefahr, den richtigen Zeitpunkt für ihren Stromeinkauf zu verpassen. Auch 2007 sei „ein Jahr extremer Preisschwankungen“ gewesen, so Dr. Ing. Martin Alberg, Key Account Manager der Stadtwerke Hannover AG, bei den Energie-Workshops des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschlands und des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes. Um das Risiko des falschen Einkaufszeitpunktes zu vermeiden, sollten Kliniken auf alternative, börsenbasierte Beschaffungsverfahren zugehen, riet Alberg. Rund 50 kaufmännische und technische Leiter christlicher Krankenhäuser nahmen an den Workshops in Düsseldorf, Berlin und Frankfurt/Main teil.

Seit September 2007 sei ein kontinuierlicher Strompreisanstieg zu verzeichnen, verbunden mit starken Ausschlägen innerhalb weniger Tage, so Alberg. Während die Megawattstunde (MWh) im März 2007 an der Leipziger Strombörse EEX noch für 48 Euro zu haben war, kletterte der Preis im Oktober auf 62 Euro. Für ein Krankenhaus mit einem jährlichen Strombedarf von 5.000 MWh entsteht dadurch eine Preisdifferenz von 65.000 Euro. Beim börsenbasierten Stromeinkauf werde zunächst anhand des Lastganges der Bedarf in Grundlast (baseload) und Spitzenlast (peakload) aufgeteilt, erläuterte Martin Alberg. Den Krankenhäusern komme dabei zugute, dass sie im Vergleich zu vielen anderen Unternehmen einen eher homogenen Lastgang haben – tagsüber, nachts und am Wochenende. Der Anteil des preisgünstigeren ‚Base’-Stroms liege bei bis zu 90 Prozent.

Von dem Einkaufsmodell der Stadtwerke Hannover „enercity Strom & Partner“ könnten bereits Kunden ab 500 MWh Jahresbedarf Gebrauch machen, so Alberg weiter. Dieser Bedarf wird gesplittet in kleinen Mengen an den 220 Börsentagen gekauft. Diese Beschaffungsphase endet meist ein halbes Jahr vor Beginn der Belieferung, so steht der Preis frühzeitig fest. „Wer 2007 auf diese Weise eingekauft hat, erzielte mit 56 Euro je Megawattstunde ein mittleres Preisniveau“, betonte Alberg. Für größere Kliniken oder Einkaufsverbünde werden nach seinen Worten weitere vorteilhafte Beschaffungsvarianten angeboten, zum Beispiel monatlicher oder quartalsweiser Einkauf, der von einem Trendindikator gesteuert wird. Fast 20 konfessionelle enercity-Kunden nutzten börsenbasierte Einkaufsmodelle.

Eingeschränkter Wettbewerb bei Gas – Energieausweise werden für Kliniken Pflicht

Der Gasmarkt gerate erst langsam in Bewegung, so Michael Rathmann, Geschäftsführer der Energieberatung BFE Institut für Energie und Umwelt GmbH (Mühlhausen bei Heidelberg). Wettbewerbsangebote gebe es im Einzelfall ab einem Jahresbedarf von 500 MWh, doch seien diese oft lediglich preisgleich und nicht günstiger. Ab 1.500 MWh sei ein Lastgang Angebotsvoraussetzung, Kliniken sollten bei ihrem Versorger die Installation entsprechender Messanlagen einfordern. Ein Vollkostenvergleich mit anderen Energiearten könne die Grundlage für Preisverhandlungen mit dem Gaslieferanten bilden. Rathmann wörtlich: „Wer neu baut, sollte auf jeden Fall über alternative Brennstoffe nachdenken.“ Zur Beschäftigung mit den Erneuerbaren Energien riet auch Dr. Manfred Schüle, Geschäftsführer der Danpower GmbH (Potsdam). Angesichts der Preisentwicklung bei Gas und Öl gelte es, die wirtschaftlichen Chancen der „Erneuerbaren“ zu nutzen und – zum Beispiel im Rahmen von Contracting-Modellen – Holzfeuerungs- oder Biogasanlagen zu errichten.

Auch Krankenhäuser brauchen künftig einen Energiepass. Darauf wies Habib Modabber hin, Geschäftsführer der e:duo GmbH (Essen). Nach der Energieeinsparverordnung werde dieser ab 1. Juli 2009 auch für alle Nichtwohngebäude Pflicht. Energieausweise müssen bei Bau, Verkauf oder Vermietung jedem potenziellen Käufer oder Mieter vorgelegt werden. In größeren öffentlichen Gebäuden mit intensivem Publikumsverkehr sei dieser Nachweis über die Energieeffizienz auch auszuhängen. Kliniken benötigen – so Modabber – den aufwändigeren „bedarfsorientierten“ Energiepass, der eine Vor-Ort-Inspektion durch eine zur Ausstellung des Ausweises berechtigte Fachkraft nötig macht.

Die Stadtwerke Hannover sind ebenso wie das Institut BFE seit 1999 durch Rahmenverträge mit den Kirchen, der Diakonie und der Caritas verbunden.

www.enercity.de

PM: Stadtwerke Hannover AG

Kategorie: Wirtschaft

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