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Fundamentreste der alten Stadtmauer sollen in die Gestaltung des Platzes am Hohen Ufer integriert we

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Bei den Bauarbeiten der HELMA Wohnungsbau GmbH am Hohen Ufer sind im Rahmen der parallel erfolgenden archäologischen Erkundung auf dem ehemaligen Schulhof der Gehörlosenschule Reste des alten Stadtmauerfundamentes gefunden und freigelegt worden. Bei einem Pressegespräch im Historischen Museum Hannover (HMH) erläuterten heute (31. Oktober) Experten der Stadt und der Landesdenkmalpflege sowie Vertreter der Baufirma und des Landschaftsarchitekturbüros die weiteren Maßnahmen. Im Mittelpunkt stand die Frage, inwieweit die Fundamentreste der alten Stadtmauer in die geplante Gestaltung des Platzes integriert werden können. Das Originalmaterial soll zwischengelagert werden, um es nach Fertigstellung des Bauvorhabens der HELMA Wohnungsbau GmbH im exakten Verlauf der historischen Stadtmauer sichtbar in die neue Platzgestaltung integrieren zu können. Christoph Schonhoff, Inhaber des Büros nsp landschaftsarchitekten stadtplaner, stellte Entwürfe zur zukünftigen Gestaltung dieses Areals vor.

Die HELMA Wohnungsbau GmbH hat die Grabungsfirma Archaeofirm GbR mit der baubegleitenden archäologischen Erkundung des Geländes beauftragt. Die Grabungsfirma wird von ArchäologInnen des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD) und der Unteren Denkmalschutzbehörde der Landeshauptstadt Hannover (LHH) fachlich begleitet. Friedrich-Wilhelm Wulf, Bezirksarchäologe des NLD, begründete die laufenden archäologischen Grabungen mit der Geschichtsträchtigkeit des Baugrundstücks und dessen direkter Umgebung. Jörg Maaß, der Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde der LHH, bekräftigte Wulfs Ausführungen und betonte die Relevanz der Grabungen für die Stadt. Mögliche bauhistorische Funde sollen dokumentiert, geborgen und später der stadthistorischen Forschung zur Verfügung gestellt werden. Schon die sogenannte Beräumung einer Reihe neuzeitlicher, mit Kriegsschutt verfüllter Keller von Gebäuden, die zum Teil noch auf alten Fotos abgebildet sind, hat interessante Funde erbracht – ein Glas mit eingelegten Bohnen, das die Bombardierung und Zerstörung der Vorkriegsbebauung unbeschadet überstanden hat, wird neben anderen Fundstücken bereits im HMH ausgestellt. Prof. Dr. Thomas Schwark, Museumsdirektor des HMH, zeigte sich erfreut über die Tatsache, diese archäologisch wertvollen Funde der Öffentlichkeit in seinem Hause präsentieren zu können. Die ArchäologInnen gehen – je nach Grabungstiefe – von weiteren Schichten mit Bauresten aus der mittelalterlichen Besiedlung Hannovers aus, die bis in das zwölfte Jahrhundert zurückreichen. Die Baumaßnahme bildet nun die einzigartige Chance, das Alter dieser Reste genau zu bestimmen – auch das der Stadtmauer. Die Bergung des Fundaments ist notwendig, um Erkundungen der tieferen mittelalterlichen Siedlungsschichten vornehmen und weitere Informationen zur Stadtgeschichte an diesem besonderen Ort, an dem Hannovers Besiedelung begann, zusammentragen zu können. Die ArchäologInnen hoffen, Pfähle der unterhalb des Fundaments befindlichen Pfahlgründung ziehen zu können. Deren exaktes Alter könnte dann im Rahmen einer dendrochronologischen Untersuchung bestimmt werden – der Wachstumsquerschnitt der Pfähle lässt jahresgenaue Rückschlüsse auf das Fälldatum des Stammes zu.

Das Bauprojekt sieht die Schaffung von Wohnraum, Gewerbeflächen und einer Ufergastronomie vor. Björn Jeschina, Geschäftsführer der HELMA Wohnungsbau GmbH, zeigte sich zuversichtlich über das Bauprojekt, das diesem Ort wieder eine zentrale Funktion und Bedeutung für das städtische Leben verleiht. Insgesamt investiert das Unternehmen rund zwölf Millionen Euro. Die aufwendigen archäologischen Begleitungen machen davon erfahrungsgemäß rund 3 bis 5 Prozent des Bauvolumens aus. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts mit der VHS und der Promenade am Hohen Ufer ist für das erste Quartal 2015 geplant.

Pressemitteilung: Stadt Hannover

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