Region
Schreibe einen Kommentar

NABU und BUND kritisieren Deichbauplanung in Hemmingen

„Verantwortungslose Vernichtung von Überschwemmungsgebiet"

NABU und BUND gegen Deichbauplanung in Hemmingen Hemmingen, 8. November 2013 – Den Plänen der Stadt Hemmingen, einen Deich zwischen den Ortslagen Hemmingen und Wilkenburg zu bauen, haben die Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) eine entschiedene Absage erteilt. „Inzwischen müsste eigentlich jeder begriffen haben, dass man den Flüssen wieder mehr Raum geben muss. Aber in Hemmingen gibt es Überlegungen, gerade das Gegenteil zu tun" sagt Karola Herrmann, 1. Vorsitzende vom NABU / Hannoverscher Vogelschutzverein von 1881.

Um Hemmingen und Westerfeld vor extremen Hochwassern zu schützen, hat die Stadtverwaltung eine Hochwasserschutzplanung ausarbeiten lassen. Anstatt, wie zuerst vorgesehen, ausschließlich Siedlungsbereiche vor Hochwasser zu schützen, wird jetzt aber in Erwägung gezogen, ein gesetzliches Überschwemmungsgebiet – in diesem Fall landwirtschaftliche Fläche und ein wertvolles Feuchtgebiet – durch einen Deich in den Hochwasserschutz mit einzubeziehen. Damit würden etwa 130 Hektar Überschwemmungsgebiet zwischen Hemmingen, Westerfeld, B3, Arnum und Wilkenburg von der Flussaue abgeschnitten. In der letzten Bauausschuss-Sitzung hatte die Verwaltung Details dieses Konzepts vorgestellt.

„Diese Planung ist verantwortungslos. Denn jeder Verlust von Überschwemmungsgebiet führt dazu, dass das Hochwasser der Leine flussabwärts schneller und höher aufläuft, Siedlungen überschwemmt und enorme Schäden an Gebäuden und Infrastruktur verursacht" betont Gerd Wach, Vorsitzender beim BUND. „Das Vorhaben wäre aber auch klar rechtswidrig. Denn nach dem Gesetz sind Überschwemmungsgebiete als Rückhalteflächen zu erhalten."

Nach Meinung der Naturschützer haben die verheerenden Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre und zuletzt in diesem Frühsommer sehr deutlich gemacht, wie sehr sich die gravierenden Fehler der Vergangenheit nun rächen: Man hat an Bächen, Flüssen und Strömen durch Begradigung dieser Fließgewässer und Trockenlegung ihrer Auen die natürlichen Überschwemmungsgebiete von den Fließgewässern getrennt. Nach jedem dieser zerstörerischen Hochwasserereignisse geloben Politiker aller Parteien und Behördenvertreter fast gebetsmühlenartig Vorsorge zu treffen. Die Verbände appellieren eindringlich an die Verantwortlichen der Stadt Hemmingen und der Region Hannover, gesetzliche Überschwemmungsflächen nicht anzutasten!

www.BUND-Hannover.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Durch das Anhaken der Checkbox erklären Sie sich mit der Speicherung und Verabeitung Ihrer Daten durch diese Webseite einverstanden.

*

Zustimmung zur Datenspeicherung lt. DSGVO