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Masterplan “100 % für den Klimaschutz” – Gemeinsames Strategiepapier von Stadt und Region

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Gemeinsam haben Stadt und Region Hannover mit über 240 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Nicht-Regierungsorganisationen sowie den Verwaltungen ein über 100 Seiten starkes Strategiepapier erarbeitet.

pdf Masterplan 100 % für den Klimaschutz (Strategiepapier)

Bis zum Jahr 2050 sollen in Stadt und Region Hannover – basierend auf den Zahlen von 1990 – 95 Prozent der Treibhausgasemissionen und 50 Prozent der Energie eingespart werden. Für diese ehrgeizigen Ziele wurde der Masterplan „100 % für den Klimaschutz“ entwickelt, den Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok, Regionspräsident Hauke Jagau und Uetzes Bürgermeister Werner Backeberg als Vorsitzender des Kuratoriums der Klimaschutzregion Hannover am Mittwoch, dem 12. März, gemeinsam mit den DezernentInnen von Stadt und Region, Sabine Tegtmeyer-Dette und Prof. Dr. Axel Priebs, präsentiert haben.

Das Strategiepapier beruht auf sechs Handlungsfeldern, in denen die Maßnahmen der Beteiligten in Stadt und Region erarbeitet und durchgeführt werden sollen: Energieversorgung, Raum und Mobilität, Gebäudeenergieeffizienz, Wirtschaft, regionale Wirtschaftskreisläufe/Abfallwirtschaft sowie klimaneutraler Alltag. Die bereits eingeleiteten Maßnahmen und Programme werden in dem Masterplan berücksichtigt. Das über 100 Seiten starke Strategiepapier haben Stadt und Region Hannover mit mehr als 240 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Nicht-Regierungsorganisationen sowie den Verwaltungen erarbeitet. Daneben haben sich mehr als 5.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Stadt und Region Gedanken gemacht, wie ihr Stadtteil oder ihre Kommune in der Zukunft aussehen soll. In Stadtbezirkskonferenzen und Schülerwerkstätten wurden in Stadt und Umland neue Wege diskutiert. 

Global denken, lokal handeln

Die gemeinsame Fragestellung lautete: Wie kann eine nahezu klimaneutrale Region Hannover im Jahr 2050 aussehen? "Die Ergebnisse der rund einjährigen Arbeit zeigen, dass dies eine echte Herausforderung ist, die Ziele grundsätzlich aber erreichbar sind", sagte Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok. "Wir können auf lokaler Ebene gemeinsam sehr viel dazu beitragen. Die Stadt Hannover gehört seit vielen Jahren zu den Vorreitern im kommunalen Klimaschutz. Schon im Rahmen der Klima-Allianz verfolgen wir ehrgeizige Ziele. Die vielen Projekte verringern nicht nur die CO2-Emissionen, sondern bringen auch Vorteile für Lebensqualität und Wirtschaft. Klar ist aber auch, dass wir die Ziele nur erreichen können, wenn zusätzlich bestimmte Rahmenbedingungen auf der Landes- und besonders auf der Bundesebene geändert werden."

Auch Regionspräsident Hauke Jagau sieht die Region Hannover für die anstehenden Herausforderungen gerüstet: „Wir sind sehr gut aufgestellt, wenn es um den Klimaschutz geht – sei es durch unsere Anstrengungen beim ÖPNV oder zusammen mit der Klimaschutzagentur und anderen Akteuren –, um nur einige Beispiele zu nennen. Aber im Zusammenspiel mit allen gesellschaftlichen Kräften in Stadt und Region müssen wir immer wieder neue Impulse setzen, um auch unsere Möglichkeiten vor Ort weiterzuentwickeln und den Klimaschutz weiter voranzubringen."

Musterbeispiele in Stadt und Region

Stadt und Region Hannover setzen mit proKlima und der Klimaschutzagentur schon seit Jahren Projekte um und führen Kampagnen durch. Auch in den Städten und Gemeinden im Umland wurden Klimaschutzprogramme erarbeitet und befinden sich in der Umsetzung. Als Musterbeispiel für eine Wohnsiedlung im Jahr 2050 gilt der derzeit entstehende "zero: e park", Europas größte Null-Emissions-Siedlung. Die Passivhäuser haben nur noch einen geringen Bedarf an Wärme und Strom, der über Solaranlagen und Holzpellets gedeckt wird. Daneben will die Landeshauptstadt  bis Ende 2015 ein Konzept für die "klimaneutrale Stadtverwaltung" erstellen, das etwa Aspekte wie einen effizienten Gebäudebestand einschließlich der Umstellung auf erneuerbare Energieträger, Klimaneutralität am Arbeitsplatz und Mobilität bei Dienstfahrten beinhaltet. Geplant ist auch ein Kunst- und Klimaprojekt hannoverscher Künstlerinnen und Künstler in Kooperation mit den Partnerstädten Hannovers.

Auch in der Region Hannover befinden sich mehrere Projekte in der Planung oder Umsetzung. So sind im Bereich der Gebäudebewirtschaftung der regionseigenen Gebäude für die nächsten Jahre zahlreiche Maßnahmen zur Bestandsverbesserung im Hinblick auf eine CO2 -Reduzierung bzw. einen effektiveren Energieverbrauch initiiert. Unter anderem wird das Gebäude des Gesundheitsamtes in der Weinstraße grundlegend saniert, den heutigen Anforderungen angepasst und energetisch nach den Vorgaben der Region Hannover ertüchtigt. So wird auf dem Dach dieses Gebäudes die erste PV Anlage zur Eigenstromversorgung errichtet. Beim Ausbau der Gedenkstätte Ahlem zu einem zentralen Informationszentrum wird der Anbau im Passivhausstandard errichtet.

Zum strategischen Handlungsfeld "Raum und Mobilität" gehört der Pilotversuch zur Erprobung von Elektrobussen, den die Region Hannover gemeinsam mit den Projektpartnern üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG und Stadtwerke Hannover AG und enercity contracting GmbH unternimmt. Dabei wird ebenfalls die notwendige Ladeinfrastruktur im Liniennetz der Region Hannover erprobt. Bei den Elektrobussen wird eine Energieeinsparung von 50 Prozent angestrebt. Ab 2015 soll der Betrieb dieser Elektrobusse vollständig CO2-frei sein.

Der Masterplan "100 % für den Klimaschutz" ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Region Hannover und wird bis Mai 2016 mit jeweils 600.000 Euro für Stadt und Region gefördert im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Weitere Informationen sind im Internet erhältlich: www.klimaschutz2050.de.

Pressemitteilung: Stadt Hannover

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