Ahlem - Badenstedt - Davenstedt, Bildung, Kunst & Kultur, Politik, Soziales
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Programm der Gedenkstätte Ahlem im März 2016

Gedenkveranstaltung: Erinnerung an die Deportation der Sinti

Termin: Sonntag, 6. März 2016, 15 Uhr
Ort: Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt: frei

In der Nacht vom 2. zum 3. März 1943 wurden die Sinti aus Niedersachsen in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, unter ihnen 100 Kinder, Frauen und Männer aus Hannover. Der „Sonderzug“ für die Fahrt in den Tod stand am Bahnhof Fischerhof in Linden. Eine halbe Million Sinti und Roma kamen in der Zeit des Dritten Reiches um. Und doch gehören sie weiterhin zu den oft vergessenen Opfern des Holocaust und kämpfen nach wie vor um die Anerkennung der an ihnen verübten Verbrechen. Zur Erinnerung an die Deportation der Sinti lädt die Gedenkstätte Ahlem mit einer Sonderausstellung im Gerson-Saal zu einer Gedenkveranstaltung ein. Es sprechen unter anderem: Regionspräsident Hauke Jagau und Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. Im Anschluss an die Veranstaltung findet im Foyer der Gedenkstätte ein Empfang statt.

„Rede nicht mit denen, die sind gefährlich“ – Schulerfahrungen von Roma und Sinti

Filmdokumentation

Termin: Sonntag, 13. März 2016, 15 Uhr
Ort: Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt: frei

Ausgrenzung und Verfolgung von Sinti und von Roma stellen eine Grundkonstante der europäischen Geschichte dar. Diese Ausgrenzung hat viele Facetten. Ein Bereich dafür ist die Bildung: Studien belegen, dass gerade hier Sinti und Roma vergleichsweise schlecht abschneiden. Schüler aus Hannover und Wroclaw (Breslau, Polen) fragten nach Schulerfahrungen bei Sinti und Roma über drei Generationen. Hatten und haben Sinti und Roma wirklich gleiche Möglichkeiten und Chancen? Wie stellen sich die Schulen dieser Frage? Die Antworten aus ihren beiden Städten vergleichen die Schüler und beziehen sie auf ihre eigenen Schulerfahrungen. Entstanden daraus ist eine einstündige Dokumentation, die die Gedenkstätte Ahlem zeigt.

Konzert mit Sun Tailor und Dan Billu

Neue Reihe der Gedenkstätte „Musik aus Israel“

Termin: Sonntag, 13. März 2016, 20 Uhr
Ort: Café Glocksee, Glockseestraße 35, 30169 Hannover
Veranstalter: Gedenkstätte Ahlem, radio leinehertz 106.5 und Café Glocksee.

Seit der Veröffentlichung seines Debutalbums „Like the tide“ (2012) ist Arnon Naor als Sun Tailor eine der führenden Figuren der israelischen Indie-Musikszene geworden. In den letzten drei Jahren hat er zahlreiche Konzerte in Israel und Europa gespielt. „This Light“, sein neues Album, zeigt seine musikalischen Fähigkeiten stark entwickelt. Die freundliche Intimität des Debutalbums ist nun angereichert mit Rhythmen, Energie und Spielfreude. Das Album ist im November 2014 in Israel erschienen und sowohl im Indie- als auch im Mainstreambereich von den Kritikern gefeiert worden. Im Café Glocksee im hannoverschen Stadtteil Calenberger Neustadt stellt er heute sein neues Album vor. Unterstützt wird er dabei von Dan Billu, der ursprünglich aus Tel Aviv stammt und heute in Berlin lebt. Er eröffnet den Abend mit seinem emotionalen und eindrücklichen Songwriting.

Tag des Gedenkens: Zwangsarbeit in der Region Hannover

Mit Vortrag von Rainer Fröbe

Termin: Sonntag, 20. März 2016, 15 Uhr
Ort: Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt: frei

Die Gedenkstätte Ahlem begeht in diesem Jahr zum zweiten Mal einen Zwangsarbeitergedenktag und möchte damit an die auf dem Gelände der ehemaligen Gartenbauschule Ahlem ermordeten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter erinnern.

In seinem Vortrag „Die Zwangsarbeiterinnen des Reemtsma-Werks Hannover 1940-1944. Überraschende Facetten unfreier Arbeit“ beleuchtet der hannoversche Historiker Rainer Fröbe die Situation der vielen damaligen Zwangsarbeiterinnen. Quellengrundlage sind unter anderem die in den Jahren 2000 bis 2006 im Rahmen eines Entschädigungsprojekts erhobenen Berichte ehemaliger polnischer Arbeiterinnen und die dazugehörigen Fotografien aus der Kriegszeit.

Rainer Fröbe studierte Geschichte, Germanistik und Romanistik in Hannover. Den Schwerpunkt seiner zahlreichen Veröffentlichungen bildet die Zwangs- und KZ-Arbeit zu Kriegszeiten, neben seinen Forschungen zur Untertage-Verlagerung der deutschen Industrie 1943-1945 und zur Baugeschichte des Vernichtungskomplexes Auschwitz-Birkenau. Seit 2000 ist Fröbe Mitarbeiter der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur mit dem Forschungsschwerpunkt „Zwangsarbeit im Reemtsma-Konzern“.

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