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20 Jahre Kommunaler Präventionsrat – Vorbeugung gegen rechte Gewalt rückt in den Mittelpunkt

Seit 20 Jahren stellt der Kommunale Präventionsrat in Hannover den vorbeugenden Kampf gegen Kriminalität, Alkoholmissbrauch und Gewalt in den Mittelpunkt. Dabei rückt mehr und mehr auch fremdenfeindliche Gewalt in den Blickpunkt, wie Niedersachsen Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz, Oberbürgermeister Stefan Schostok und Bürgermeister Thomas Hermann als Vorsitzender des KPR am Dienstag (17. November) anlässlich der Jubiläumsveranstaltung in Hannover betonten.

„Als der Kriminalpräventionsrat vor 20 Jahren gegründet wurde, war er eine Antwort auf die Zunahme von Raub- und Gewaltdelikten. Heute müssen wir rechter Gewalt entgegentreten“, sagte Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz. „Die Antwort darauf lautet gestern wie heute: Prävention ist effektiv und nachhaltig. Mitentscheidend für die Bewältigung der Flüchtlingskrise wird auch sein, ob es gelingt, auf kommunaler Ebene Strategien zur Integration und Prävention zu entwickeln. Hier wird Hannover von der langjährigen, erfolgreichen Arbeit des Präventionsrates profitieren.“

Oberbürgermeister Schostok stellte das breite Bündnis im Präventionsrat heraus: „Hier sitzen alle, die aus ganz unterschiedlicher Sicht mit Kriminalität und Gewalt zu tun haben zusammen: Verwaltung, Politik, Polizei, Justiz, Konfliktberatung, Stadtjugendring und City-Gemeinschaft. Hannover hat hier ein gutes Netzwerk geschaffen, das uns hilft auch aktuell deutlich zu machen, wie wir konkret gegen rechte Gewalt vorbeugen können. Dazu gehören insbesondere Aufklärung und das Werben für Zivilcourage.“

Thomas Hermann, Ratsvorsitzender und im KPR Nachfolger des langjährigen Vorsitzenden und früheren Bürgermeisters Bernd Strauch, sieht den Präventionsrat als wichtiges Gremium für mehr Sicherheit, Vorbeugung vor Gewalt und Opferschutz in Hannover. Dies trage auch zu der hohen Lebensqualität in Hannover bei. „Mit der Einsetzung des Kommunalen Präventionsrates hat der Rat der Landeshauptstadt vor 20 Jahren die Prävention ganz offiziell zur Aufgabe kommunaler Politik gemacht. Die unterschiedlichen Kenntnisse und Erfahrungen seiner Mitglieder haben entscheidend dazu beigetragen, dass der Präventionsrat in den letzten 20 Jahren viel Positives für die Bürgerinnen und Bürger erreicht hat.“

Ursprünge in den 1990er Jahren

Der Kommunale Präventionsrat entstand in den 1990er Jahren, als es unter anderem durch die Auseinandersetzungen im Stadtteil Nordstadt während der mehrmaligen „Chaos-Tage“ in der Bevölkerung Unsicherheit und Zweifel bezüglich des Schutzes vor Kriminalität und Gewalt gab. So entstand der Eindruck, dass Polizei, Verwaltung und Politik sich stärker mit Kriminalitäts- und Gewaltprävention beschäftigen müssten. In dieser Zeit wuchs generell der Präventionsgedanke.

Das Gremium tagt einmal im Monat zu aktuellen Themen. Dabei ging es in den vergangenen Jahren zunehmend auch um vorbeugende Maßnahmen gegen rechte Gewalt. Einen Schwerpunkt bildet auch das Werben für mehr Zivilcourage. Diesem Thema war auch der Festvortrag der Göttinger Professorin Margarethe Boos gewidmet: „Zivilcourage kann man lernen“.

Zudem gibt es zu einzelnen Themen auch gesonderte Arbeitsgruppen. Derzeit sind dies die AG Milieu und die AG Alkoholprävention. In der AG Milieu sind die mit dem Rotlichtmilieu, der Prostitution und dem Menschenhandel befassten Behörden und Beratungsstellen vertreten und beraten über Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebenssituation von Prostituierten, die Verringerung milieutypischer Straftaten und den Opferschutz.

Intensiv hat sich Kommunale Präventionsrat mit dem Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen auseinandergesetzt. In der AG Alkoholprävention werden unter anderem konkrete Maßnahmen zur Aufklärung über Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen beraten.

Der Kommunale Präventionsrat ist organisatorisch mit einer Geschäftsstelle im Fachbereich Öffentliche Ordnung angesiedelt. Vertreten sind Polizei, Justiz, die Ratspolitik, mehrere Fachbereiche der Verwaltung, der Stadtbezirk Mitte, City-Gemeinschaft, Stadtjugendring, Seniorenbeirat und auch das Zentrum für Mediation und Konfliktschlichtung Waage e.V. Die Stadt Hannover und andere Städte in der Region mit Präventionsräten tauschen sich regelmäßig aus, ebenso gibt es überregionale Netzwerke.

Mitglieder des Kommunalen Präventionsrates sind derzeit:

  • Vorsitzender des KPR ist der Bürgermeister der Landeshauptstadt Hannover
  • Staatsanwaltschaft Hannover
  • Polizeidirektion Hannover
  • City-Gemeinschaft Hannover e.V.
  • Stadtjugendring
  • Vorsitzende/r des Seniorenbeirates
  • Waage e.V.
  • SPD-Ratsfraktion
  • Ratsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN
  • CDU-Ratsfraktion
  • FDP-Ratsfraktion
  • Ratsfraktion DIE LINKE
  • Ratsfraktion Die HANNOVERANER
  • Bezirksbürgermeister/in Stadtbezirk Mitte
  • Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Hannover
  • Geschäftsstelle des KPR Hannover
  • die Vorsitzenden präventiver Räte auf Ebene der Stadtbezirke
  • sowie Verwaltungsvertreter/innen aus den städtischen Fachbereichen
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