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Schulwohnung der Selma-Lagerlöf-Schule eingeweiht

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Selbstständigkeit in eigenen vier Wänden lernen
Aufstehen, sich waschen, einkaufen: Neben schulischer Ausbildung gehört auch die Organisation des Alltags zur Voraussetzung für ein eigenverantwortlich geführtes Leben. Seit Mittwoch haben Förderschüler der Selma-Lagerlöf-Schule die Gelegenheit, Selbstständigkeit in den eigenen vier Wänden zu trainieren: In der Löwenberger Straße 9 in Ronnenberg-Empelde wurde eine 83 Quadratmeter große Schulwohnung für die Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung eingeweiht.

„Schulabgänger umfassend auf die Herausforderungen des Lebens vorzubereiten, entspricht unserer Vorstellung von optimaler Förderung“, sagte Sozialdezernent Erwin Jordan von der Region Hannover anlässlich der Einweihung. Die Wohnung biete die Möglichkeit, über Unterrichtsinhalte hinaus auch praktische Kenntnisse aus Bereichen wie Arbeit und Freizeit, Wohnen oder Umweltschutz zu erwerben. „Damit verfolgen wir das Ziel, Schülerinnen und Schüler nicht nur fachlich zu qualifizieren, sondern ihnen auch mehr gesellschaftliche Kompetenz mit auf den Weg zu geben“, so Jordan.

Bis zu sechs Schülerinnen und Schüler finden in der Schulwohnung Platz, um den Alltag zu proben – die Aufgaben reichen vom Kochen über Putzen bis zum Waschen. Durch ihre vier Zimmer stehen in der Wohnung getrennte Räume zum Lernen und Schlafen zur Verfügung. So können die jungen Erwachsenen kurz vor ihrem Sprung ins Berufsleben durchaus auch mal über mehrere Tage die Führung eines Haushalts üben.

„Wir wollen eine Art Trainingsraum für junge Erwachsene schaffen, die an der Schwelle stehen, vom betreuten Wohnen in ein eigenes Zuhause zu wechseln“, sagte der Dr. Uwe Specht, Leiter des Fachbereichs Schulen der Region Hannover. Als Träger der Selma-Lagerlöf-Schule hat die Region Hannover rund 20.000 Euro in die Ausstattung der Wohnung investiert – der größte Posten umfasste die Anschaffung eines mobilen Treppensteigers, der auch gehbehinderten Schülerinnen und Schülern den Zugang zur Hochparterre-Wohnung erleichtert.

Mit großem Engagement beteiligte sich auch die KSG Kreissiedlungsgesellschaft Hannover mbH an der Realisierung des Projekts: Als Eigentümerin stellte sie die Wohnung zur Verfügung und finanzierte den rollstuhlgerechten Umbau des Badezimmers und der Türen. Michael Rinaldi begründete die Unterstützung mit dem gemeinnützigen Gedanken der KSG und strich die ideale Vernetzung zwischen Trainingswohnung und der nur etwa 300 Meter entfernten Selma-Lagerlöf-Schule heraus: „Das Projekt passt sehr gut in diesen Stadtteil“, sagte der Leiter der Abteilung Kundenbetreuung.

Auch Förderschulrektorin Petra Lichtenberg sieht die Nähe zur Schule als einen großen Vorteil der neuen Wohnung – vor allem aus pädagogischer Sicht: „So lassen sich privates Leben und Unterricht, Lernen im Rahmen curricularer Vorgaben und Übernachtungen der Schülerinnen und Schüler vor Ort ideal verbinden“, sagte die Schulleiterin.

Die Selma-Lagerlöf-Schule
ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung in der Trägerschaft der Region Hannover. Gegründet wurde die Schule 1981, ihr Einzugsgebiet umfasst den südlichen Rand von Hannover sowie die Städte Hemmingen, Gehrden und Ronnenberg. Derzeit werden etwa 90 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, mit dem Ziel, sie in 12 Schuljahren für ein möglichst eigenständiges Leben auszubilden.

Kontakt:
Selma-Lagerlöf-Schule
Am Wischhacker 7
30952 Ronnenberg
Telefon: (0511) 123 59 520

PM: Region Hannover

Kategorie: Bildung

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