Kunst & Kultur
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KUBUS: Gisela Schattenburg und Georg Seibert „Kohlezeichnungen + Stahlbausätze“

Galerie Kubus

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Die 1950 in Hannover geborene Künstlerin Gisela Schattenburg bespielt zusammen mit ihrem Kollegen, dem 1939 geborenen Bildhauer Georg Seibert unter dem Titel „Kohlezeichnungen + Stahlbausätze“ vom 24. April (Eröffnung um 11.15 Uhr) bis zum 22. Mai den großen Ausstellungsraum in der Städtische Galerie KUBUS. Während Schattenburg mit ihren Werken die Wände besetzt, konzentriert sich Seibert auf den Raum. Dabei öffnen seine Bausätze und große, von der Decke hängende Folienbilder Blickachsen auf die Zeichnungen Schattenburgs, mit denen sie in einen anregenden Dialog treten.

Seiberts ästhetische Sozialisation fand im Geist des Konstruktivismus statt. Sein Lehrer war Hans Uhlmann. Davon legen seine Bausätze aus Eisen Zeugnis ab. Sie nehmen Maß an der Wirklichkeit und lösen ihre Motive, Häuser, Kirche, Tempel, Bunker, in geometrische Körper auf. Die können – nomen est omen – in unterschiedlicher Weise miteinander verbunden werden. Die Bausätze mit ihrer Suche nach einem Essentialismus der Erscheinung haben den Künstler zuerst zu seinen Rost auf Leinwand-Bildern, später zu den Folienbildern geführt, die im KUBUS gezeigt werden. Sie haben sich in gewisser Weise selbst gemalt, tragen sie doch ausschließlich die Abdrücke und Spuren der rostigen Skulpturen des Künstlers.

Die Verbindung von Kausalität und Kontingenz, die für das Werk von Georg Seibert charakteristisch ist, bestimmt auch die Kunst von Gisela Schattenburg. Dabei hat sie sich von ihren ästhetischen Ursprüngen – sie liegen in der konkreten Kunst – so weit entfernt, dass sie im gegenwärtigen Werk nicht mehr sichtbar sind.

Auch sie nimmt in gewisser Weise Maß an der Wirklichkeit. Werktitel wie „im golf von mexiko“ oder „wasser“ verweisen darauf. In der Mehrzahl handelt es sich bei ihnen jedoch um abstrakte Bezeichnungen wie „spiel der kräfte“ oder „kraft zeit raum“. Sie machen deutlich, dass es der Künstlerin weniger um die äußere Wirklichkeit geht als um die sie formende Darstellung von Energien und Triebkräften.

Um sie, die im Inneren und Verborgenen wirken, sichtbar zu machen, zeichnet Gisela Schattenburg mit Kohlestift auf Reispapier hochsensible und seismografische Partituren aus feinen und feinsten Linien. Sie schaffen ein Universum aus Licht und Schatten, Stille und Sturm, Erregung und Beruhigung, das wirkt wie ein Porträt aller möglichen Befindlichkeiten des Betrachters.

Bildquellen

  • Galerie Kubus: www.hannover-entdecken.de
Kategorie: Kunst & Kultur

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