Linden-Limmer
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Erste Reaktionen auf das Komitee „Kirche von unten“

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Dieser Artikel wurde vor mehr als 2 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

Liebe VorOrt-Redaktion,

das „Komitee Kirche von unten“ hat vor einer Woche zu einem Pressegespräch geladen. Ich habe an diesem Gespräch teilgenommen. In diesem Gespräch hat das Komitee sein Anliegen öffentlich kundgetan, Ansprechpartner für Ehrenamtliche in der Kirche zu sein, die unter Mobbing leiden. Dazu haben sechs Menschen ihre Erfahrungsberichte mitgeteilt und erzählt, wie sie ihrer Wahrnehmung nach in der Kirchengemeinde gemobbt wurden. Alle Vorfälle spielten sich im Umfeld der Bethlehemgemeinde ab. Das Komitee, in diesem Fall der Gesprächsleiter Gerd Bücker, hat deutlich betont, dass es ihnen nicht darum gehe, gegen einzelne Menschen in einer Kirchengemeinde vorzugehen oder sich gegen die Fusion in Linden Nord zu wehren, sondern dass sie das Wohl der Betroffenen im Blick hätten.

Die andere Seite, die auch dazu gehört, ist folgende: Ein Personalfall, der offenkundig schwerwiegendste, auf den sich das „Komitee Kirche von unten“ bezieht, ist ein Fall in der Bethlehemgemeinde gewesen, in dem von der Kirchenleitung nach Aussagen des Superintendenten methodisch sauber vorgegangen wurde.

Durch die Aktionen des Komitees fühlen sich Mitabeiterinnen und Mitarbeiter in der Bethlehemkirche, haupt- wie ehrenamtlich, persönlich angegriffen. Die Arbeit der Gemeinde wird beeinträchtigt. Im Pressegespräch sind Sätze gefallen, die hauptamtliche Mitarbeiter/innen der Gemeinde wie auch Mitglieder der Kirchenleitung öffentlich in Verruf bringen.

Die betroffenen Seiten gehen anwaltlich gegeneinander vor.

Wir stehen nun in der Redaktion vor der Frage, wie wir auf das Pressegespräch und das Phänomen „Komitee Kirche von unten“ reagieren. Ich sehe folgende Möglichkeiten:

  1. Wir können das Thema Mobbing aufgreifen und in VorOrt behandeln, Mobbing definieren, Ansprechpartner benennen.
  2. Wir können einen redaktionellen Beitrag verfassen, darauf hinweisen, dass wir um die Situation wissen, dass in den Fragen Anwälte eingeschaltet sind und dass wir uns um das ja eigentlich wichtige Thema Mobbing kümmern werden, wenn sich die Wogen geglättet haben.
  3. Wir können radikal vorgehen, die Mitglieder des Komitees „Kirche von unten“ zur Rede stellen und unsere Loyalität mit den betroffenen Mitarbeitern ausdrücken (und damit die Auseinandersetzung innerhalb von VorOrt eröffnen).
  4. Wir tun gar nichts.

Nach Rücksprache mit Carsten Wedemeyer tendiere ich zu 4., gar nichts tun, oder zu 2., nüchtern signalisieren, dass wir um die Situation wissen.

Folgende Gründe sprechen meines Erachtens dafür, die Situation in VorOrt nicht ausführlich zu thematisieren:

  • Ich möchte dem „Komitee Kirche von unten“ weder durch positive noch durch kritische Berichterstattung eine Plattform in VorOrt einräumen. Das Komitee kämpft meines Erachtens mit unlauteren Mitteln, ist daher meiner Meinung nach weder zu unterstützen noch zu tolerieren. Ich halte VorOrt wie die Presse allgemein für den falschen Ort, diesen Kampf auszutragen.
  • Ich habe den (begründeten) Eindruck, dass hinter dem Anliegen vom „Komitee Kirche von unten“ weitere Ziele stehen als nur, Ansprechpartner für Mobbingopfer darzustellen. Der Umgang mit dem Komitee und die Offenlegung dieser Ziele ist m.E. Sache der Gemeinden, Kirchenvorstände, der Kirchenleitung, nicht aber des Kirchenmagazins VorOrt.
  • Mobbing in der Kirche ist ein sehr ernstes Thema und, wie aus dem Synodalbericht der Bischöfin erkennbar wurde, zudem eines, bei dem es Betroffenen in manchen Fällen schwer fiel, die entsprechenden Ansprechpartner  zu identifizieren. Ich möchte nicht, dass dieses wichtige Thema durch die Auseinandersetzungen mit dem „Komitee Kirche von unten“ aufgerieben, instrumentalisiert oder gar bagatellisiert wird. 
  • VorOrt ist kein unabhängiges und unparteiisches Blatt. Herausgeber/innen sind die Kirchenvorstände. Die Kirchenvorstände der Gemeinden in Linden Nord müssen sich in dieser Sache auf eine gemeinsame Linie einigen. Innerhalb der Kirchenvorstände herrscht noch kein Einvernehmen zur Frage der Umgangs mit der Situation. Die Kirchenvorstände in Linden Mitte und Süd sind, soweit ich weiß, weder betroffen noch vom Komitee angesprochen worden.

Sollten Einzelne sich in VorOrt mit namentlich gekennzeichneten Beiträgen zur Sache äußern wollen, müssten wir in der Redaktion über die Veröffentlichung dieser Beiträge beraten.

Mit der Bitte um Kenntnis- und Stellungnahme und mit herzlichen Grüßen,

Henrike Müller

Kategorie: Linden-Limmer

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