Kunst & Kultur
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Museum August Kestner: „Reklamekunst aus Hannover. Von Leibniz-Keks bis Pelikano“

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts eroberten Markenartikel die Welt der Konsumenten. Das Wachstum der Großstädte und die Massenproduktion von Gebrauchsgütern hatten die bis dahin bestehenden persönlichen Beziehungen zwischen Hersteller und Konsument anonymisiert. Um Waren erfolgreich vermarkten zu können, mussten sie bekannt und begehrenswert gemacht werden. In Hannover waren Firmen ansässig, die zur Avantgarde innovativer Vermarktungsstrategien gehörten. Einige hannoversche Unternehmen beauftragten für ihre Produkt-, Verpackungs- und Werbegestaltung Künstler wie El Lissitzky, Kurt Schwitters und Ludwig Hohlwein.

Änne Kokens Jugendstil-Werbung für die „Cremosa Chocolade“ von Sprengel (Bildquelle: Wikipedia)

Änne Kokens Jugendstil-Werbung für die „Cremosa Chocolade“ von Sprengel (Bildquelle: Wikipedia)

Ästhetische Gestaltung war damals und ist noch heute für Unternehmen ein Instrument, um Unterschiede zu ähnlichen Produkten sichtbar zu machen und sie auf den globalen Märkten zu positionieren. Die Ausstellung „Reklamekunst aus Hannover. Von Leibniz-Keks bis Pelikano“ vom 15. September 2016 bis zum 29. Januar 2017 eröffnet einen Blick auf die Vermarktungsstrategien von Markenartikeln „made in Hannover“. Dabei rückt sie die schöne Fassade einiger im 20. Jahrhundert erfolgreicher und weltbekannter hannoverscher Unternehmen und die Kunst zwischen Jugenstil und Pop Art, die diesem Zweck dienstbar gemacht wurde, in den Mittelpunkt.

Begleitprogramm

Sprengel. Die Geschichte der Schokoladenfabrik

Im Rahmen der Sonderausstellung „Reklamekunst aus Hannover“ präsentiert Kristina Huttenlocher geb. Blunck, Urenkelin von H.W. Appel (Gründer der Firma Feinkost Appel) ihr Buch „Die Geschichte der Schokoladenfabrik“.

Bernhard Sprengel steht zweifach für besondere Qualität: Schokoladenköstlichkeiten und die faszinierende Kunstsammlung sind mit seinem Namen verbunden. Kristina Huttenlocher nimmt mit ihrem Buch über die Geschichte der Schokoladenfabrik den Leser mit auf eine Zeitreise, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt. Damals hatte sich der Handlungsgehilfe täglich, auch sonntags im Geschäft einzufinden und die aufstrebende Firma warb mit ihren ‚Dampf-Chocoladen‘.

Fotos, Werbung, Dokumente und Briefe lassen Arbeit und Leben rund um die Schokoladenfabrik lebendig werden und geben Aufschluss über Handeln und Motive der Eigentümer, Mitarbeiter und Anwohner. Die Korrespondenz von August und Bernhard Sprengel aus dem hannoverschen Hauptstaatsarchiv und die Gespräche mit ehemaligen Mitarbeitern erlauben einen Blick auf eineinhalb Jahrhunderte deutscher Gesellschaftsgeschichte, gespiegelt im Mikrokosmos eines lokalen Betriebes.

In seinen besten Zeiten beschäftigte es 3000 Menschen. Die Genießer feiner Schokolade und ehemalige Mitarbeiter erinnern sich noch heute mit Wehmut an die traditionsreiche Schokoladenfabrik in Hannovers Nordstadt.

Termine:
28.09.2016 von 18:30 bis 20:00 Uhr

Ort:
Museum August Kestner, Trammplatz 3, 30159 Hannover

Stadtteilspaziergang: Rund um den Pelikan…

Ehemaliges Pelikan Firmengelände an der Podbielskistraße

Ehemaliges Pelikan Firmengelände an der Podbielskistraße

Eine Führung rund um die Geschichte der Firma Pelikan und der Menschen, die für das Unternehmen tätig waren. Die Wurzeln der Pelikan-Werke reichen bis ins Jahr 1832 zurück. Drei Männer prägten die frühen Geschicke des Unternehmens: Carl Hornemann, Günther Wagner und Fritz Beindorff. Änne Koken, die künstlerisch für Pelikan tätig war und auch für weitere hannoversche Firmen arbeitete, galt als eine der besten Werbegraphikerinnen der Kaiserzeit.

Eine Kooperation mit dem Stadtteilzentrum Lister Turm

Anmeldung:
Museum August Kestner, 0511 168-36555, museen-kulturgeschichte@hannover-stadt.de

Leitung:
Corinna Heins (Historikerin)

Termine:
09.10.2016 von 11:00 bis 12:30 Uhr

Ort:
Pelikan-Gelände vor dem Restaurant „XII Apostel“, Pelikanplatz 2

Preise:
Regulär 5,00 €
Ermäßigt 3,00 €

Stadtteilspaziergang: Kunst, Kommerz & Kekse…

Eine Führung rund um die Geschichte der Firma Bahlsen und der Menschen, die für das Unternehmen tätig waren.

Der Firmengründer Hermann Bahlsen förderte Kunst und KünstlerInnen, erschuf eine Keksgöttin und plante mit Bernhard Hoetger einen eigenen Stadtteil für Fabrik und MitarbeiterInnen.

Die Künstlerin Martel Schwichtenberg bestimmte dreißig Jahre lang das werbliche Gesicht des Unternehmens. Und wie lebten eigentlich die Frauen, die Bahlsens Kekse gebacken haben?

Eine Kooperation mit dem Stadtteilzentrum Lister Turm.

Anmeldung:
Museum August Kestner, 0511 168-36555, museen-kulturgeschichte@hannover-stadt.de

Leitung:
Corinna Heins (Historikerin)

Termine:
27.11.2016 von 11:00 bis 12:30 Uhr

Ort:
Haupteingang zum Bahlsen-Verwaltungsgebäude, Podbielskistrasse 11

Preise:
Regulär 5,00 €
Ermäßigt 3,00 €

Literarische Führungen: Zwischen Kunstgenuss & Markenmacht

Eine literarische Führung durch die Ausstellung „Reklamekunst aus Hannover“ mit Marie Dettmer. Rechteckig, goldgelb gebacken, 52 Zähne: Ob Jung oder Alt – den „Leibniz-Butterkeks“ von Bahlsen kennt in Deutschland fast jeder. Im Jahr 1889 begann die Erfolgsgeschichte des Gebäcks. Die Literarische Komponistin und Rezitatorin Marie Dettmer hat sich auf Spurensuche begeben und präsentiert Lyrik und Prosa verschiedener Autoren bei einer literarischen Führung durch die Ausstellung „Reklamekunst aus Hannover. Von Bahlsenkeks bis Pelikano“.

Termine:
02.10.2016 von 15:00 bis 16:30 Uhr
06.11.2016 von 15:00 bis 16:30 Uhr

Ort:
Museum August Kestner, Trammplatz 3, 30159 Hannover

Preise:
Regulär 5,00 €
Ermäßigt 3,00 €

Bildquellen

  • Änne Kokens Jugendstil-Werbung für die „Cremosa Chocolade“ von Sprengel: Wikipedia
  • Ehemaliges Pelikan Firmengelände an der Podbielskistraße: AxelHH, Pelikan Einfahrt, CC BY 3.0
  • 1909_anonymer_Künstler,_Plakatentwurf_Pelikan-Tuschen_Günther_Wagner_Künstlerfarben-Fabriken_Hannover_und_Wien,_Japanerin: Wikipedia
Kategorie: Kunst & Kultur

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