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Altlasten am De-Haen-Platz

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Region informiert über neue Ergebnisse der radiologischen Untersuchungen

Für weitere Grundstücke auf dem ehemaligen Werksgelände der Chemiefabrik de Haen (bis 1902) im hannoverschen Stadtteil List liegen jetzt die Ergebnisse radiologischer Messungen aus den Kellerbereichen sowie privater Grünflächen vor. Neue auffällige Werte wurden dabei in der Fraunhofer Straße und auf Hofgrundstücken in der Hertzstraße festgestellt.

„Die Gefahr einer akuten gesundheitlichen Beeinträchtigung durch die erhöhte Strahlenbelastung besteht aber auch dort nicht“, versicherte Prof. Dr. Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover, die Auftraggeberin der Altlastenuntersuchung ist. „Wir werden den Bewohnern der durchgemessenen Grundstücke individuelle umweltmedizinische Einschätzungen übermitteln“, sagte Dr. Hans-Bernhard Behrends, Leiter des Fachbereichs Gesundheit der Region Hannover: „Die Messergebnisse bewegen sich zwar im Vorsorgebereich, bedürfen aber hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Einzelnen der Erläuterung.“

Alle Eigentümer und Mieter der Grundstücke und Wohnungen im Quartier rund um den heutigen De-Haen-Platz werden von den Umweltfachleuten der Region Hannover wie bisher so schnell wie möglich über die Messwerte informiert. „Um die Untersuchungen möglichst schnell abschließen zu können, bitte ich alle Eigentümer der noch nicht beprobten Grundstücke, unseren Experten Zugang zu gewähren und sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen“, sagte Prof. Priebs.

Die Messungen der Ortsdosisleistungen und der Radonwerte in den Kellerräumen werden Ende Juli weitgehend abgeschlossen sein. Parallel dazu wird die Entnahme der Bodenproben für radiologische Messungen durchgeführt. In den Kellerräumen mit erhöhten Radonwerten (mehr als 250 Becquerel pro Kubikmeter wird mit 14-tägigen Messungen durch Kurzzeitdosimetern begonnen. Diese Ergebnisse liegen bis Mitte August vor.

Nach dem Ende der Messungen auf öffentlichen Flächen werden mehr als 100 Gebäude auf dem ehemaligen de-Haen-Werksgelände radiologisch überprüft. Priorität haben dabei Häuser nahe den belasteten Flächen im öffentlichen Verkehrsraum.

Für Mitte August kündigte Umweltdezernent Priebs die Vorlage einer ersten Gefahrenbeurteilung vor dem Hintergrund sowohl der radiologischen als auch der im Rahmen der zugesagten konventionellen Altlastenuntersuchungen festgestellten Befunde an: „Auf der Grundlage der von uns veranlassten Messungen wollen wir erste Aussagen treffen, ob und wo konkreter Handlungsbedarf besteht und wie die Ursachen der festgestellten Belastungen nachhaltig beseitigt werden können.“ Die Region Hannover schließe weiterhin Gefährdungen durch das Trinkwasser aus, habe aber Untersuchungen in Auftrag gegeben, so Prof. Priebs weiter.

Die Untersuchungen in der List waren notwenig geworden, nachdem am späteren Standort von Riedel-de-Haen in Seelze erhöhte radioaktive Werte festgestellt worden waren. Bis 1902 hatte diese Chemiefabrik ihren Sitz in Hannover. Dort wurde bis zum Umzug nach Seelze offensichtlich ebenfalls mit radioaktiven Materialien wie Thorium- und Uranerzen gearbeitet.

PM: Region Hannover

Kategorie: Politik

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