Südstadt - Bult
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Großer Aufriss in den Straßen der Südstadt

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Umfangreiche Erneuerung des Trinkwasser- und Erdgasnetzes in diesem Sommer

Die unterirdische Leitungsinfrastruktur leistet ihren Dienst in der Regel still und unauffällig. Erst durch Baustellen tritt sie in das Bewusstsein der Stadtbewohner. Diese Baustellen sind jedoch notwendige Schritte im Zuge eines systematischen Unterhalts der Versorgungsleitungen, um die zuverlässige Belieferung und den sicheren Betrieb der Netze zu gewährleisten. Im Rahmen eines langfristigen Programms der enercity Netzgesellschaft mbH zur Erneuerung von Grauguss-Trinkwasser- und Erdgasleitungen ist aktuell die Südstadt und in Teilen das Zooviertel betroffen. Während der Austausch von Erdgas-Grauguss-Leitungen bis zu Nennweite von DN 150 (siehe Hintergrund) durch die Energieaufsicht vorgegeben ist, erfolgt die Erneuerung der Wasserleitungen aufgrund deren Zustands, da diese altersbedingt zu Rohrbrüchen neigen.

Übereinigebereits im ersten Halbjahr abgeschlossene Baustellen hinaus ist die enercity Netzgesellschaft im Rahmen der Grauguss-Erneuerung in der Südstadt von Juli 2008 an folgenden Baustellen mit einer Mindestbaudauer von acht Wochen tätig (die einzelnen Bauzeiträume sind auch unter www.enercity-netz.de veröffentlicht):

  • Albert-Niemann-Straße/Bandelstraße (35. – circa 44. KW)
  • Roseggerstraße/Sohnreystraße/B.-v.-Suttner-Platz (36. – circa 48. KW; Planungsstatus)
  • Rautenstraße/Zwinglistraße (36. – circa. 45. KW) Mainzer Straße/Trierer Straße (28. – circa 44. KW)
  • Am Graswege/Bürgermeister-Fink-Straße (38. – circa 46. KW)
  • Bonner Straße/Stresemannallee/Elkartallee (47. – circa 8. KW/2009)
  • Orli-Wald-Allee (40.- circa 46. KW; im Kontext eines generellen Straßenausbaus durch die Landeshauptstadt)

Insgesamt werden bei diesen Erneuerungsmaßnahmen gut 2.500 Meter  Grauguss-Trinkwasserleitung erneuert. Die Maßnahmen betreffen 196 Trinkwasser-Hausanschlüsse, die an diese Leitung angeschlossen sind. Im Zuge dieser aufwändigen Arbeiten werden die letzten zu erneuernden Erdgas-Graugussleitungen.mit erneuert. Insgesamt rund 600 Meter alte Erdgasleitungen und 30 Erdgas-Hausanschlüsse werden hiervon betroffen sein. Die Gesamtinvestitionen zur Erneuerung dieser Leitungsabschnitte betragen rund eine Million Euro.

Bei allen Baustellen hat die enercity Netzgesellschaft den kompletten Austausch der alten Grauguss-Leitungen vorgesehen. Die jeweils statt findenden Bautätigkeiten erfordern den vollständigen Aufbruch des Straßenbelags entlang der Leitungstrassen und gegebenenfalls die Entsorgung von Oberflächenmaterial. Nach Verlegung der kompletten neuen Trasse können die einzelnen Hausanschlüsse entlang der Trassen nacheinander von der alten Graugussleitung auf die neue Polyethylen-Leitung „umgebunden“ werden. Trotz der langen Gesamtbauzeiten in den Straßenzügen betragen mit dieser Vorgehensweise die temporären Unterbrechungen der Versorgung an den einzelnen Hausanschlüssen nur wenige Stunden.

Die zum jeweiligen Zeitpunkt betroffenen Häuser werden vorab schriftlich und kurzfristig nochmals per Aushang informiert. Erst nach der restlosen Umbindung entlang der Trasse kann mit der Außerbetriebnahme der Graugussleitungen begonnen werden. Mit der Verfüllung der Baugruben und der Wiederherstellung der Oberflächen ist das Erneuerungsprojekt beendet Synergien lassen sich bei dem Projekt in der Orli-Wald-Allee erschließen, indem hier der Leitungsbau mit einer Straßenausbaumaßnahme der Landeshauptstadt gemeinsam durchgeführt wird.

Hochverdichtete Stadtgebiete wie die Südstadt mit Mehrfamilienhaus-Bestand stellen die enercity Netzwerker vor besondere Herausforderungen, da so jeweils auch eine sehr große Zahl von Hausanschlüssen entlang der Trassen zeitaufwändig umgebunden werden müssen. Vollkommen offene Grabungen können eine ohnehin schon gespannte Parkplatzsituation belasten und den zur Verfügung stehenden Straßenraum verknappen. Zahlreiche Straßen weisen alte teerhaltige Oberflächenmaterialien auf, die als Sonderabfall entsorgt werden, was eine aufwändigere Logistik und erhöhtes LKW-Aufkommen mit sich bringt.

Die enercity Netzgesellschaft nutzt sich bietende Möglichkeiten zur Beschleunigung der Bauabfolge. Wo etwa die Bodenverhältnisse es zulassen, werden grabenlose Verlegetechniken mittels unterirdischer Rohrvortriebe angewendet. Seltener bietet sich Gelegenheit für das „Relining“, bei dem die neuen Leitungen in vorhandene, jedoch ungenutzte, alte Leitungen eingeführt werden.

Dennoch ist jede Baustelle letztlich auch mit gewissen Einschränkungen für die Anlieger verbunden. Die enercity Netzgesellschaft bittet um Verständnis für die aufgrund der notwendigen Baumaßnahmen entstehenden Beeinträchtigungen in Wohnumfeld und Straßenraum.

Baustellen-Übersicht aller Vorhaben der enercity-Netzgesellschaft mbH unter:
www.enercity-netz.de

Hintergrund-Information zur Erneuerung von Erdgas-Graugussleitungen:

Grauguss-Leitungen wurden bis in die 60er-Jahre im Gasnetz in Hannover eingebaut. Zwar ist Grauguss an sich ein robustes, langlebiges Material. Allerdings wurde eine erhöhte Bruchanfälligkeit bei den Gasleitungen kleineren Durchmessers festgestellt, die bundesweit zu entsprechenden Austauschprogrammen führte. Für Hannover legt die niedersächsische Energieaufsicht das Vorgehen beim Austausch dieser Leitungen fest. Sie hat der enercity Netzgesellschaft aufgegeben, alle Grauguss-Gasleitungen bis einschließlich Nennweite DN 150 (Innendurchmesser beträgt 150 mm) bis zum Ende das Jahres 2008 auszutauschen. Bis Ende 2011 sind dann auf der gleichen Grundlage alle Grauguss-Gasleitungen der Nennweite DN 200 zu erneuern. Der Stufenzeitplan orientiert sich an den Nennweiten, weil kleine Nennweiten bruchanfälliger sind als große.

Noch in diesem Jahr sollen dementsprechend praktisch sämtliche Grauguss-Gasleitungen bis zur Nennweite DN 150 im Netzgebiet ersetzt worden sein. Das Rohrmaterial moderner Erdgasleitungen in Hannover ist Polyethylen, also „PE“, bis DN 150. Bei größeren Nennweiten werden Stahlrohre eingesetzt, die zum Zweck des Korrosionsschutzes außen ebenfalls PE-ummantelt und zumeist sogar zusätzlich kathodisch korrosionsgeschützt sind. Die Lebenserwartung dieser Leitungsmaterialien ist sehr hoch.

Die Südstadt ist historisch gut mit Erdgas versorgt und hat ein entsprechend umfassendes Gasnetz mit Leitungen „aus allen Epochen“. Vor diesem Hintergrund ist klar, dass auch Graugussleitungen aller Nennweiten in der Südstadt verlegt wurden. Es wird also entsprechend dem oben genannten Stufenzeitplan auch in den nächsten Jahren noch weitere Baustellen in der Südstadt ebenso wie in anderen Stadtteilen Hannovers geben.

www.enercity.de

PM: Stadtwerke Hannover AG

 

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