Stadtrundgänge
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Roter Faden – Teil 2

Stadtführer durch Hannover

Klaus Bahlsen BrunnenBahlsen Brunnen

10. Der Bogenschütze am Trammplatz vor dem Neuen Rathaus

Bogenschützen-SkulpturBogenschütze

An der linken Ecke des Trammplatzes steht die Bogenschützen-Skulptur, eine Kopie einer italienischen Skulptur, die in München zu finden ist. Dem Volksmund nach soll sie den Oberbürgermeister daran erinnern seine Arbeit gut zu machen.

Direkt davor ist der Klaus Bahlsen Brunnen mit seinen zwei Fontänen die ein Schachbrettmuster bewässern zu finden. Der Brunnen wurde 1996 nach einem Entwurf von Ludger Gerdes angelegt.

11. Neues Rathaus

Das Neue Rathaus in Hannover ist nach zwölfjähriger Bauzeit am 20. Juni 1913 eingeweiht worden. Es ist ein wilhelminischer schlossähnlicher Prachtbau in eklektizistischem Stil am Südrand der Innenstadt (außerhalb des historischen Stadtkerns von Hannover). Das Bauwerk ist eingebettet in den zehn Hektar großen Maschpark, von dem sich auch der schönste Blick auf das Rathaus bietet.

Maschpark: Blick auf das neue RathausMaschpark: Blick auf das neue Rathaus

Der Baupreis betrug seinerzeit zehn Millionen Mark, das Gebäude wurde von den Architekten Hermann Eggert und Gustav Halmhuber auf 6026 Buchenpfählen errichtet: „Zehn Millionen Mark, Majestät – und alles bar bezahlt“, verkündete hierzu Stadtdirektor Heinrich Tramm, als das Neue Rathaus von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht wurde. Der Platz vor dem Rathaus heißt heute Trammplatz. Das Neue Rathaus löste fortan das Wangenheimpalais als Rathaus ab.

Steinfries am neuen RathausSteinfries

An der Vorderfront zeigen 9 Steinfriese wichtige Ereignisse aus Hannovers Stadtgeschichte. Das letzte Motiv wurde allerdings nicht mehr fertiggestellt. Es sollte die Eröffnung des Rathauses zeigen. Der erste Entwurf gefiel Kaiser Wilhelm II. aber nicht und durch den kurz danach beginnenden 1. Weltkrieg wurde das Projekt dann nicht mehr umgesetzt.

Stadtmodell 1939 - Hannover vor dem KriegStadtmodell 1939

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude bei einem amerikanischen Bombenangriff auf die Innenstadt Hannovers stark beschädigt. 1946 wurde in der 38 Meter hohen Rathaushalle das Land Niedersachsen proklamiert.

Im Erdgeschoss des Rathauses befinden sich vier Stadtmodelle von Hannover, die die Entwicklung der Stadt anschaulich darstellen.

Verlauf des SchrägaufzugesSchrägaufzug

Schnittzeichnung des SchrägaufzugSchnittzeichnung Schrägaufzug

Die Höhe der Rathauskuppel mit ihrer Aussichtsplattform beträgt knapp 100 Meter. Einzigartig in Europa ist der besondere Aufzug der einen bogenförmigen (parabelförmig der Kuppel folgend) Fahrverlauf aufweist. Er wird oft fälschlicherweise als Schrägfahrstuhl zur Kuppel hinauf bezeichnet und mit den Aufzügen im Eiffelturm verglichen, die aber tatsächlich nur schräg fahren, ohne die Neigung zu wechseln. In einem Winkel von bis zu 17 Grad steigt der Aufzug in dem 50 m langen Schacht zur Kuppelgalerie, von wo aus bei guter Sicht der Harz gesehen werden kann. Dabei versetzt der Aufzug horizontal um über 10 m. Die 2 Tragseile legen sich während der Fahrt nach unten auf 3 Doppelrollen in der Schachtwand auf.

Blick in den AufzugschachtAufzugschacht

Der Aufzug wurde 1908 von Fa. Flohr errichtet. Der Fahrkorb wird in dampfgebogenen Eichenschienen geführt. Der vorhandene Aufzug ist witterungsbedingt im Winterhalbjahr leider nicht benutzbar. Vom Aufzugausstieg führt eine Wendeltreppe zu den Aussichtsebenen. Im Jahr 2005 besuchten über 90.000 Menschen den Rathausturm.

Im Winterhalbjahr 2007/2008 wurde durch Firma Lutz-Aufzüge (Reinbek bei HH), der neue Aufzug installiert.

12. Das Kestner-Museum

Kestner-MuseumKestner-Museum

Das Kestner-Museum ist ein 1889 entstandenes Museum für Kulturgeschichte direkt neben dem Neuen Rathaus im Stadtbezirk Mitte in Hannover. Benannt ist das Museum nach August Kestner (1777-1853). Das Museum ist nicht mit der ebenfalls in Hannover beheimateten Kestnergesellschaft zu verwechseln.

Das Museum präsentiert in der „Ägyptischen Sammlung“ altägyptische Kunst vom 4. Jahrtausend v. Chr. bis in die römisch-christliche Zeit. Dazu gehören Reliefs, Skulpturen, Stelen, Amulette, Papyri, Mumien.

Die „Antiken-Sammlung“ bietet Gegenstände des griechisch-römischen Mittelmeergebietes und des Vorderen Orient aus der Zeit von 1500 v. Chr. bis 500 n. Chr. Dazu gehören Bronze- und Terrakotta-Statuen sowie Alltagsgegenstände. Die Bestände an griechischen Vasen und etruskischer Kunst besitzen Weltrang. Eine Münzsammlung mit Prägungen aus dem antiken Griechenland (u.a. aus Olympia), der Römischen Republik, des deutschen Mittelalters umfasst 2500 Jahre Geldgeschichte.

Ein weiterer Schwerpunkt des Bestandes ist europäische Angewandte Kunst und Design, wie mittelalterliche Handschriften, Textilien, Bronze-, Elfenbein- und Email-Arbeiten. In den letzten Jahren werden regelmäßig Beispiele von aktuellem Produktdesign präsentiert.

Das Kestner-Museum bietet folgende Aktivitäten an:

  • Führungen in Fremdsprachen (englisch, französisch, italienisch)
  • Workshops für Kinder und Schüler
  • Kindergeburtstage und Entdeckerpartys mit Schminken sowie Kleiden wie im Alten Ägypten
  • Museumfeste, wie „Lange Nacht der Museen“, Kinderfest

Einen wesentlicher Teil des Gründungsbestandes des Museums trug der hannoversche Diplomat August Kestner zusammen. Er war Gesandter beim Heiligen Stuhl in Rom und lebte dort von 1818 bis zu seinem Tode 1853. Als Kunstliebhaber sammelte er ägyptische sowie griechisch-römische Kleinkunst und Münzen. Nach seinem Tod erhielt sein Neffe Hermann Kestner die Sammlung mit der Auflage vermacht, den Kunstschatz der Stadt Hannover zu übergeben. Ergänzend trug der hannoversche Schulsenator und Industrielle Friedrich Culemann einen weiteren Teil zum Fundus des Museums bei.

Zur Gründung des Museums trugen im 19. Jahrhundert kunstinteressierte Bürger in Hannover bei. Es wurde 1889 eingeweiht und hatte zu dieser Zeit eine Fassade im Stil der Neorenaissance, die sich heute unter einer modernen Fassade verbirgt. Bereits zur Eröffnung besaß es umfangreiche Kunstschätze des alten Ägyptens, der Antike und des Mittelalters. Das alte Museumsgebäude besteht heute nicht mehr in seiner ursprünglichen Form, da es durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört wurde. 1958-1961 erfolgte ein architektonisch interessanter Wiederaufbau. Dabei wurden die Gebäudereste von einem Neubau in Form eines Betonwürfels überformt, welcher heute unter Denkmalschutz steht. Er enthält 5.000 kleine Fenster. 1979 gründete sich ein „Freundes- und Förderkreis Antike & Gegenwart“, der das Museum unterstützt.

13. Das Wappenportal an der Städtischen Bauverwaltung

Wappenportal an der Städtischen BauverwaltungWappenportal

Das Wappenportal, das heute vor der Bauverwaltung steht diente ursprünglich als Tor des Maultierstalles am Königsworther Platz. Die Kaserne am Königsworther Platz beherbergte im Jahre 1770 das Regiment Garde du Corps und ab 1867 dann die Königsulanen. Die Kasernen wurde während des Krieges durch Bomben zerstört. Einzig das Tor blieb erhalten und wurde 1955 hier wieder aufgebaut.

14. Laveshaus

(ehemaliges Wohnhaus des Architekten Georg Ludwig Friedrich Laves)

Das Laveshaus am Friedrichswall 5 in Hannover ließ der Architekt, Stadtplaner und Bauingenieur Georg Ludwig Friedrich Laves (1788-1864) 1822-1824 als eigenes Wohnhaus errichten und bewohnte es bis zu seinem Lebensende.

Wohnhaus des Architekten Georg Ludwig Friedrich LavesLaveshaus

Das dreistöckige Haus entwarf Laves im klassizistischen Stil für sich und seine Familie. Das Grundstück hatte seine Frau als Mitgift von ihrem Vater in die Ehe eingebracht. Die Familie bewohnte das Haus im 3. Obergeschoss. Die unteren beiden Etagen, darunter die „Bel-Etage“ im 1. Obergeschoss vermietete Laves an honorige Persönlichkeiten, wie den französischen Gesandten am hannoverschen Könighof, Louis-Henri de Roger de Cahuzac oder den Kommandanten der Hannoverschen Brigade Ihrer Majestät, Sir Hugh Halkett. An der westlichen Grundstücksgrenze ließ Laves um 1855 für seinen Sohn George, der Kunstmaler war, ein kleineres, zunächst zweistöckiges Atelierhaus errichten, das 1862-1863 zur Straßenseite hin um ein Wohnhaus erweitert und 1870 durch den Architekten Molthan nochmals aufgestockt wurde. Es lehnte sich stilmäßig stark an das Haupthaus an. Nach dem Tod von Laves blieb das Grundstück in Familienbesitz. 1908 erwarb es die Stadt Hannover und richtete dort das städtische Gesundheitsamt ein. Den Zweiten Weltkrieg überstand das frei stehende Laveshaus unversehrt, während rings herum durch die Bombenangriffe vieles zu Schutt und Asche wurde. Nach dem Krieg war das städtische Fremdenverkehrsamt im Gebäude untergebracht, 1996 erwarb es die Architektenkammer Niedersachsen und machte es zu ihrem Sitz sowie dem der Lavesstiftung. Zuvor wurde es unter Beachtung der Denkmalpflege grundlegend saniert. Laves war seit 1814 als Hofarchitekt des Königreichs Hannover tätig und ein Vertreter des Klassizismus. Als führender Architekt erlangte er zahlreiche Titel, wie Hofbaumeister, Hofbaurat, Oberhofbaurat und Oberhofbaudirektor.

15. Wangenheimpalais

Wangenheimpalais / WirtschaftsministeriumWangenheimpalais

Das Wangenheimpalais wurde in den Jahren 1829-1832 nach Plänen des hannoverschen Hofbaumeister Georg Ludwig Friedrich Laves erbaut. Den Auftrag zum Bau erteilte Georg von Wangenheim. Das Gebäude wurde ebenfalls durch Laves im Jahr 1844 um einen Wintergarten ergänzt.

Der Herrscher Georg V. bestieg im Jahr 1851 den Thron. In der Folge erwarb die Krondotation das Gebäude und machte es zum Residenz-Palais. Georg lebte hier über einen Zeitraum von zehn Jahren. 1862 erwarb der Magistrat der Stadt Hannover das Gebäude und richtete nach einem Umbau unter Ludwig Droste hier das „neue“ Rathaus ein. Diesen Zweck hatte es bis 1913 inne. Dann zog das Rathaus in das neu entstandene neue Rathaus schräg gegenüber ein. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Wangenheimpalais bei einem Bombenangriff 1943 zerstört. Es brannte aus, wurde jedoch wenige Jahre später wieder aufgebaut und für städtische Zwecke genutzt. Ab 1957 fand schließlich das niedersächsische Wirtschaftsministerium hier seinen Sitz. Seit 1994 befindet sich eine auffällig in Segelbootform vom italienischen Designer Massimo Iosa Ghini gestaltete Bushaltestelle vor dem Wangenheimpalais.

16. Waterloosäule und Staatsarchiv

WaterloosäuleWaterloosäule

Die Waterloosäule ist eine 46,31 Meter hohe, in den Jahren von 1825 bis 1832 nach einem Entwurf von Georg Ludwig Friedrich Laves errichtete Siegessäule im Stadtbezirk Mitte in Hannover. Sie ist mit einer Statue der Victoria gekrönt. Ihr Stil ist der klassischen Antike nachempfunden und inspiriert sich an der toskanischen Säulenordnung.

General Von Alten vor dem StaatsarchivGeneral Von Alten / Staatsarchiv

Das Denkmal erinnert an den Sieg in der Schlacht bei Waterloo, den Preußen, England und Hannover am 18. Juni 1815 gemeinsam gegen Napoléons I. errangen. Die Säule wurde erst nach knapp zehnjährigen, 1816 begonnenen Diskussionen und Planungen verwirklicht. Sie erhebt sich über einem sechsstufigen Sockel samt würfelförmigem Unterbau mit der Widmungsinschrift: „DEN HELDEN VON WATERLOO DAS DANKBARE VATERLAND“. Namenstafeln der Gefallenen sowie erbeutete Kanonen ergänzen das Ensemble. Eine erste Idee favorisierte als Standort übrigens den Lindener Berg.

Durch den hohlen kannelierten Schaft mit einem Durchmesser von 3,75 Metern führt eine Wendeltreppe bis zu der quadratischen Aussichtsplattform mit der auf einem Tambour und einer Kugel stehenden Figur der Victoria. Diese Statue wurde im Auftrage des Herzogs von Cambridge für den Preis von 200 Louisdor unter Verwendung von 10 Zentnern Kupfer nach einem Entwurf des Bildhauers August Hengst (1796-1868) von dem hannoverschen Hofspengler Konrad Beckmann (1780-1850) und seinem Sohn Franz (1811- ? ) gefertigt.

Die Plattform am Kopf der Säule kann leider nicht regelmäßig bestiegen werden und wenn doch auch nur bei schönem Wetter.

Dieser Rundgang ist aus einer Zusammenstellung von Artikeln aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und eigenen Ergänzungen entstanden. (siehe Quellen)

Bildquellen

  • Der Rote Faden Hannover – Bahlsen Brunnen: www.hannover-entdecken.de
Kategorie: Stadtrundgänge

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