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„Kompetenzzentrum Demenz“ im Heinemanhof eröffnet

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Nach rund einjähriger Bauzeit haben Oberbürgermeister Stephan Weil und Sozialdezernent Thomas Walter heute (20. August) das neue "Kompetenzzentrum Demenz" auf dem Gelände des Pflegezentrums Heinemanhof eröffnet. Die Einrichtung bietet Beratung und Betreuung für demenziell erkrankte Menschen und ihre Angehörigen aus Kirchrode. Mit speziellen Angeboten steht es Betroffenen aus dem ganzen Stadtgebiet offen.

Der Neubau verbindet den denkmalgeschützten Van-de-Velde-Bau aus dem Jahr 1930 und das in den 60er Jahren entstandene Seewald-Gebäude. Dieses neue Zentrum des Heinemanhofs symbolisiert mit seinen Funktionen zugleich die Öffnung der Einrichtung für das Gemeinwesen.

"Mit dem ‚Kompetenzzentrum Demenz‘ im Heinemanhof erweitert die Stadt das Spektrum ihrer Alten- und Pflegezentren um ein niedrig-schwelliges Angebot und trägt dazu bei, das zukunftsweisende Konzept für die Betreuung von an Demenz erkrankten alten Menschen weiter auszubauen", würdigt Oberbürgermeister Stephan Weil die neue Einrichtung. "Der Heinemanhof selbst gewinnt mit dem Angebot weitere Bedeutung als Fachzentrum der gerontopsychiatrischen Pflege und Betreuung. Das Konzept ist ausgerichtet am Ziel städtischer Altenpflegepolitik, wonach vorstationäre, stationäre und stadtteilorientierte Hilfeformen unter Einbeziehung der Angehörigen soweit wie möglich vernetzt werden sollen, um pflegebedürftigen Menschen ein Maximum an familienähnlicher, selbst bestimmter Lebensqualität zu ermöglichen," so Weil.

Der Oberbürgermeister unterstreicht in diesem Zusammenhang die Rolle der Margot-Engelke-Stiftung, mit deren Mitteln in Höhe von rund einer Million Euro der Neubau realisiert werden konnte: "Neben dem Ausbau des ehemaligen Altenzentrums Geibelstraße zum ‚Margot-Engelke-Zentrum‘ macht uns die Stiftung ein weiteres Mal möglich, einen besonderen Beitrag zur Verbesserung und Förderung des Wohnens im Alter zu leisten."

"Wir haben das ‚Kompetenzzentrum Demenz‘ entwickelt, um das hannoversche Netz zur Beratung von Betroffenen und Angehörigen der Demenzerkrankten durch einen entscheidenden Beitrag zu ergänzen", hebt Sozialdezernent Thomas Walter hervor.

"Auf Grund der demografischen Entwicklung wird eine leistungsfähige Infrastruktur im Bereich der häuslichen zusätzlich zur stationären Pflege immer wichtiger – mit deutlich steigendem Bedarf bei der Versorgung und Betreuung von demenziell erkrankten Menschen," erläutert Walter und ergänzt: "Gerade die häusliche Pflege Demenzkranker ist besonders zeitintensiv und belastend. Die pflegenden Angehörigen fühlen sich häufig mit der Aufgabe überfordert und verlieren durch die aufreibende Pflege ihre sozialen Kontakte. Sie wollen wir mit dem ‚Kompetenzzentrum Demenz‘ und seinem Bündel von Angeboten besonders unterstützen, so dass die Erkrankten möglichst lange zu Hause leben können und den Angehörigen die Vereinbarkeit von Familien beziehungsweise Pflege und Beruf erleichtert wird."

Das Angebot des "Kompetenzzentrums Demenz" umfasst

  • Tagesbetreuung, um Angehörigen ein paar freie Stunden zu geben.
  • Besuche und Betreuung im gewohnten häuslichen Umfeld durch Ehrenamtliche; ein entsprechendes Netzwerk soll aufgebaut werden.
  • Gesprächsgruppen und Fortbildungen für pflegende Angehörige.
  • Besondere Betreuungsangebote in den frühen Abend- und Nachtstunden, um dem veränderten Tag- und Nachtrhythmus der Demenzkranken Rechnung zu tragen.

Die Architektur des "Kompetenzzentrums Demenz" ist auf die vielfältigen Angebote abgestimmt: Im Mittelpunkt steht das Café, offen für BewohnerInnen, MitarbeiterInnen des Heinemanhofs sowie Angehörige und BürgerInnen des Stadtteils. Daran angeschlossene Multifunktionsräume für Schulungen, Angehörigen- und Selbsthilfegruppen und anderes bilden das Informations- und Beratungszentrum für das Wohnen im Alter und das Leben mit Demenz. An der Infothek werden BesucherInnen empfangen, erhalten Informationen und Auskünfte und werden zu den weiteren Angeboten weitergeleitet.

Das "Kompetenzzentrum Demenz" wird die Angebote des Heinemanhofs für demenziell erkrankte BewohnerInnen ergänzen und abrunden. Im stationären Pflegebereich bietet er ihnen bereits eine Lebenswelt, die Defizite kompensiert und ein Leben in Geborgenheit ermöglicht. Das Parkgelände wurde zu einem "Sinnesgarten" umgestaltet und steht auch BesucherInnen zum Beispiel aus Kirchrode oder Bemerode offen.

Mit dem "Kompetenzzentrum Demenz" wird die Jahrzehnte lange Geschichte des Heinemanhofs der Bedeutung der Einrichtung entsprechend fortgesetzt:

Vor 80 Jahren, 1928, führte der amerikanische Industrielle Dannie Heineman erste Gespräche mit dem Architekten Henry van de Velde, um zur Erinnerung an seine Eltern ein Wohnstift für ältere jüdische Damen zu bauen. Dazu gründete er im selben Jahr die Minna-James-Heineman-Stiftung, die besonders das Andenken an seine 1927 in Hannover verstorbene Mutter Minna aufrecht erhalten sollte. 1930 wurden die Appartements bezogen. Das großzügige Parkgelände diente der Selbstversorgung des Damenstiftes; die ursprüngliche Gartenanlage von Wilhelm Hübotter ist nicht erhalten. Während des Nationalsozialismus wurde die Stiftung enteignet, die Bewohnerinnen wurden deportiert.

Die Stiftung übergab Grundstück und Van-de-Velde-Gebäude 1960 an die Stadt Hannover mit der Festlegung, wieder ein Pflegeheim zu betreiben. 40 Jahre nach der ursprünglichen Planung wurde das Seewald-Gebäude, genannt nach seinem Architekten, im März 1968 fertig gestellt; im Mai 1968 wurde die offizielle Einweihung des damaligen Pflegeheims Kirchrode gefeiert.

Das heute, wiederum 40 Jahre später, eingeweihte Gebäude hat Franz-Josef Küster vom städtischen Fachbereich Gebäudemanagement entworfen. Es stellt zugleich den Abschluss der Modernisierungen im Heinemanhof dar, die pflegebedürftigen Menschen ein ansprechendes Zuhause geben. In den vergangenen Jahren wurden die Wohnbereiche saniert, alle Zimmer mit Sanitärzellen ausgestattet und der Sinnesgarten gebaut. Menschen, die an Demenz erkrankt sind, leben im Heinemanhof in einer ganz besonderen, beschützenden Welt.

Fragen von Betroffenen und Interessierten beantwortet am Infotelefon im Kompetenzzentrum Demenz Cordula Bolz unter der Nummer 0511/168-34012.

PM: Presseserver Hannover

 

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