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Die Region kann sich das Sozialticket nicht leisten

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Jagau: „Die Region kann sich das Sozialticket nicht leisten“

Regionspräsident Hauke Jagau hat am Freitag mitgeteilt, dass die Region keine Mittel für die Einführung eines Sozialtickets für einkommensschwache Menschen einstellen kann. „Wir können uns die Einführung eines Sozialtickets nicht leisten“, sagte Jagau. „Wir werden schon jetzt für den Haushaltsausgleich viele schmerzhafte Einschnitte vornehmen müssen. Jährlich wiederkehrend weitere 10 Millionen einzusparen, um das Sozialticket zu finanzieren, ist zurzeit nicht darstellbar.“

Verkehrsdezernent Dr. Georg Martensen hatte zuvor eine  Studie vorgestellt, die die Region Hannover in Auftrag gegeben hatte. Rund 2000 Klienten der JobCenter wurden zu ihren Nutzungsgewohnheiten des öffentlichen Personennahverkehrs befragt. Demnach nutzen mehr als die Hälfte Bus und Bahn regelmäßig, das heißt häufiger als an drei Tagen pro Woche. Knapp eine Viertel der Befragten gab an, Gelegenheitskunde zu sein. Nur 11 Prozent nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel nie. Ein Drittel der Befragten ist im Besitz einer MontasCard.

Gefragt, ob sie sich ein Monatsticket für 20 Euro kaufen würden, sagten 81 Prozent Ja. Das Interesse an einem Sozialticket für 33,50 Euro oder 46,50 Euro fiel dagegen geringer aus. Die Mindereinnahmen für den Großraum-Verkehr Hannover betrügen je nach Modell zwischen 10 und 20 Millionen Euro.

Angesichts einer Zahl von fast 150.000 Empfängern von Leistungen nach dem SGB II, dem SGB XII oder dem Asylbewerberleistungsgesetz ergibt sich, dass diese Kunden insgesamt ein Fünftel der Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf im öffentlichen Personennahverkehr erbringen. „Das sind pro Jahr 40 Millionen Euro“, sagte Verkehrsdezernent Dr. Martensen. „Die Annahme, dass sich über neue Kundenkreise das Sozialticket selbst finanziert, hat sich leider nicht bestätigt.“

Untersucht wurde auch die Möglichkeit, unter 18-Jährige gratis mit dem ÖPNV fahren zu lassen. „Schon heute haben mehr als 50.000 Vollzeitschüler im Rahmen der Schülerbeförderung freie Fahrt“, sagte Sozialdezernent Erwin Jordan „Jeder, der mindestens zwei Kilometer Schulweg hat, darf gratis Bus und Bahn fahren.“ Dafür stünden über 20 Millionen Euro im Haushalt.

Im Zuge der Haushaltskonsolidierung stellte sich auch die Frage, ob die Region die Mindestentfernung für Kinder ab dem fünften Schuljahr auf drei oder vier Kilometern anheben sollte – wie es in zahlreichen anderen Landkreisen längst gang und gäbe ist. „Wir wollen Familien nicht zusätzlich belasten. Deshalb werden wir diesen Vorschlag nicht machen“, sagte Regionspräsident Jagau.

PM: Region Hannover

 

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