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Niedersächsisches Bündnis für alle Kinder

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Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann hat heute gemeinsam mit Kirchen, Kinderschutzbund, Wohlfahrts- und Familienverbänden, Kommunen, Gewerkschaften und Unternehmerverbänden ein Niedersächsisches Bündnis für alle Kinder gegründet. Ross-Luttmann: "Wir brauchen mehr Hilfen, die direkt ankommen und unseren Kindern wirksam helfen. Arbeitslosigkeit oder Notsituationen dürfen nicht dazu führen, dass Kinder im Alltag benachteiligt oder ausgegrenzt werden. Wir wollen gemeinsam alle Potentiale für die bestmögliche Entwicklung unserer Kinder heben."

 Die Sozialministerin kündigte an, die Förderfelder der Landesstiftung "Familie in Not" auf die Zielgruppe benachteiligter Kinder auszudehnen: "Wir wollen damit bedürftigen Kindern zielgenau helfen." Ross-Luttmann lässt dafür Kriterien für die Bezuschussung von Jugend- und Kinderfreizeiten, Erholungsmaßnahmen, Kursgebühren für außerschulische Bildungsmaßnahmen (Musikschulen, Kunstschulen, Kurse an Volkshochschulen etc.) ausarbeiten. Auch die befristete Übernahme von Mitgliedsbeiträgen für Sport- oder Musikvereine sowie die Bezuschussung von Nachhilfeunterricht und Klassenfahrten (soweit sie nicht durch andere Leistungsträger bezuschusst werden - Schulbehörden oder SGB II) seien denkbar. 

An die Bundesregierung richteten die Bündnispartner die Aufforderung, die Regelleistung für Kinder nach dem SGB II sowie die Regelsätze nach dem SGB XII unverzüglich neu zu bemessen und als Grundlage dafür eine spezielle Erfassung des Kinderbedarfs vorzusehen. Sie begrüßten einen entsprechenden Entschließungsantrag, den der Bundesrat auf Initiative von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bereits im Mai 2008 beschlossen hatte. Danach sollen auch die besonderen Bedarfe der Kinder im Hinblick auf die Mittagsverpflegung in Ganztagsschulen oder Schulen mit einem Bildungs- und Betreuungsangebot am Nachmittag und in Kindertageseinrichtungen sowie bei der Beschaffung von besonderen Lernmitteln berücksichtigt werden. Zudem soll eine Öffnungsklausel entsprechend § 28 Abs. 1 Satz 2 SGB XII in das SGB II zur abweichenden Bedarfsbemessung in Einzelfällen aufgenommen werden (beispielsweise Finanzierung Umgangsrecht oder Übernahme von Fahrkosten zum Besuch eines Kindes im Krankenhaus etc.). Außerdem soll geprüft werden, wo Sach- besser als Geldleistungen eine chancengerechte Teilhabe der Kinder am gesellschaftlichen Leben gewährleisten.

 In den kommenden Wochen werden die Bündnispartner in einem ersten Schritt zunächst alle Aktivitäten und Maßnahmen zugunsten von Kindern nach bestimmten Kriterien bewerten, um daraus dann Ansatzpunkte für abgestimmte Aktionen zu entwickeln. 

"Statistische Zahlen zur Armutsentwicklung können wichtige Anhaltspunkte geben, sagen aber nur bedingt etwas über die tatsächlichen Bedürfnisse von Kindern aus. Deshalb wird Niedersachsen mit dem Projekt der handlungsorientierten Sozialberichterstattung einen neuen Ansatz entwickeln, um zu Gunsten besonders benachteiligter Kinder effektive Maßnahmen initiieren zu können", erklärte Ross-Luttmann.

 Die Landesstiftung "Familie in Not" hilft seit 30 Jahren vorrangig kinderreichen Familien mit mindestens drei Kindern, allein Erziehenden und Schwangeren, die durch unvorhersehbare Ereignisse unverschuldet in finanzielle Not geraten sind und dabei keinen Anspruch auf gesetzliche Leistungen oder andere Hilfeangebote haben. "In dieser Zeit haben wir mehr als 10.000 Familien mit rund 14 Millionen Euro in Form von zweckgebundenen Zuschüssen und zinslosen Darlehen einen wirtschaftlichen Neuanfang ermöglicht und ihnen wieder eine Zukunftsperspektive gegeben", betonte Ross-Luttmann. 

Als ein gelungenes Beispiel solidarischer Hilfe bezeichnete Sozialministerin Ross-Luttmann die unter der Schirmherrschaft von Landesbischöfin Margot Käßmann gestartete Kampagne "Zukunft(s)gestalten – Allen Kindern ein Chance" der Evangelischen Landeskirche Hannover, die mit insgesamt einer Million Euro von Gemeinden und Kirchenkreisen initiierte Projekte für finanziell schlechter gestellte Kinder und deren Familien unterstützt.

 Weitere Informationen zur Stiftung "Familie in Not" finden Sie auf der Seite des Sozialministeriums unter Themen > Stiftungen oder direkt http://www.ms.niedersachsen.de/master/C166408_N8285_L20_D0_I674.html 

PM: Nds. Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit

Kategorie: Familien

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