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„Schule im Stadtteil“ kann Hortplatzausbau nicht ersetzen!

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Pressemeldung zur Anfrage des Kita-Stadtelternrates im Schulausschuss am Mittwoch, 24.9.08
 
Der Kita-Stadtelternrat befürchtet, dass nach der Ankündigung des Oberbürgermeisters in seiner Haushaltsrede am 11.9.2008, den Hortplatzausbau zu stoppen, nun die so genannten „Schulen im Stadtteil“, als billiger Lückenbüßer für einen ausgesetzten Hortplatzausbau herhalten sollen. Der Schulausschuss hat über die „Schule im Stadtteil“ am Mittwoch, 24.9.08 beraten und der Kita-Stadtelternrat nutzte die Bürgerfragestunde des Schulausschusses, um mehr über die Planungen zur „Schule im Stadtteil“ in Erfahrung zu bringen.

Auf Nachfrage bestätigten Frau Drewermann, die Leiterin des Fachbereiches Schule und Herr Klie, der bildungspolitische Sprecher der SPD, dass die „Schule im Stadtteil“ deutlich niedrigere Qualitätsstandards bietet als Horte in Kindertagesstätten, insbesondere hinsichtlich des Umfanges der Betreuungszeiten aber auch bezüglich der Qualifikation des pädagogischen Personals für die Nachmittagsbetreuung. Es wurde auch deutlich, dass die gesetzlichen Standards des Kindertagesstättengesetzes keine Anwendung auf die Arbeit in der „Schule im Stadtteil“ finden.

Darin sieht Frau Drewermann auch kein Problem, denn das Angebot „Schule im Stadtteil“, richte sich nicht an Eltern, die einen Hortplatz suchten, sondern an solche Eltern, die über genügend freie Zeit verfügen und an dem Projekt teilnehmen wollen und können.
Der Kita-Stadtelternrat kritisiert, dass nach der Ankündigung des Oberbürgermeisters, keine weiteren Hortplätze mehr einzurichten, das Projekt „Schule im Stadtteil“ von Eltern belagert werden wird, die eigentlich auf einen Hortplatz angewiesen sind.

Darauf ist die „Schule im Stadtteil“, so viel wurde deutlich, nicht eingerichtet und das ist auch nicht die Zielgruppe unter den Eltern, die damit angesprochen werden soll.

Aus Sicht des Kita-Stadtelternrates fehlt es hier völlig an verwaltungsinterner Kommunikation zwischen dem Fachbereich Schule einerseits und dem Fachbereich Jugend und Familie andererseits. Anders ist es nicht zu erklären, dass der Oberbürgermeister in seiner Haushaltsrede den weiteren Hortplatzausbau in Frage stellt, obwohl nachgewiesenermaßen 1000 Eltern bei der Vergabe von Hortplätzen zu Beginn dieses Schuljahres leer ausgegangen sind. Die „Schule im Stadtteil“, auf die der Oberbürgermeister verweist, stellt keinen Ersatz dafür da.

Folgende konkrete Fragen stellte der Kita-Stadtelternrat an den Schulausschuss:
1. Wird das Projekt „Schule im Stadtteil“ mit dem Anspruch, Hortplätze zu ersetzen, nicht hoffnungslos überfrachtet?
2. Wie gewährleistet der Fachbereich Schule die Kindertagsstättengesetz-Mindeststandards für das Modell „Schule im Stadtteil“?
3. Wie wird der beabsichtigte „Abfragebogen für Eltern bei der Schulanmeldung“ gestaltet sein?

Und das sind die Antworten, die Frau Drewermann, die Leiterin des Fachbereiches Schule und Bibliotheken, in der Schulausschusssitzung am Mittwoch, 24.9.2008, gegeben hat:
1. Das Projekt Schule im Stadtteil hat nach Auskunft von Frau Drewermann nicht den Anspruch, als Ersatz für Hortplätze zu dienen.
2. Die Kindertagesstättengesetz-Mindeststandards finden keine Anwendung auf das Projekt „Schule im Stadtteil“, da es sich dabei nicht um eine Kindertagesstätteneinrichtung handelt. Die Qualitätsstandards eines Hortes in einer Kindertagesstätte werden von der „Schule im Stadtteil“ nicht im selben Maße erfüllt.
3. Bislang ist noch nicht abschließend beraten worden, ob der Abfragebogen für Eltern bei der Schulanmeldung die Option beinhaltet, dass Eltern damit einen Hortplatz einfordern können.

Fazit: Kita-Stadtelternrat fordert Hortplätze für alle Kinder!
Die Politik des Oberbürgermeisters, Die „Schule im Stadtteil“ – im Vorgriff auf eine Wende in der Bildungspolitik des Landes hin zur Ganztagsschule als Ersatz für Hortplätze anzubieten führt direkt in die Sackgasse: Das Land wird damit ermuntert, die „Schule im Stadtteil“ als fertiges „Ganztagsschulmodell“ auszuweisen. Stattdessen muss die Stadt allen Familien den Zugang zum Hort öffnen, weil die Horte besser sind als die derzeit vom Land propagierte offene Ganztagsschule oder die „Schule im Stadtteil“, ohne qualifiziertes pädagogisches Personal an den Nachmittagen, ohne gesetzlich garantierte Mindeststandards bei der Ausstattung, ohne Ferienbetreuung und ohne ganzwöchige Betreuung, und weil uns unsere Kinder mehr Wert sein müssen!
Mit den Horten kann die Stadt dem Land klar signalisieren, welche Qualitätsstandards eine echte Ganztagsschule mindestens zu erfüllen hat.

Der Kita-Stadtelternrat fordert alle Eltern auf, ihrem berechtigten Anspruch auf einen Hortplatz in dem beabsichtigten Fragebogen für die Eltern bei den Schulanmeldungen, deutlich zum Ausdruck zu bringen. Wenn der Fragebogen keine entsprechende Antwortoption beinhalten sollte, dann gibt es immer noch die Möglichkeit einfach dazu zu schreiben: „Ich will einen Hortplatz für mein Kind!“ Und der Kita-Stadtelternrat fordert alle Eltern auf, die ihr Kind in einem Hort anmelden wollen, dies auch dann zu tun, wenn die Kita-Leitungen auf übervolle Wartelisten und voranging zu behandelnde Fälle verweisen. Eine Auswertung der vollen Wartelisten ist stets ein zuverlässiger Hinweis auf die hohe Anzahl von Kindern und Eltern auf der Suche nach Hortplätzen!

Pressemeldung zur Anfrage des Kita-Stadtelternrates im Schulausschuss Kita-Stadtelternrat Hannover
Ricklingerstr. 39
30449 Hannover

Kategorie: Bildung

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