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Mehr Krippenplätze jetzt auf Kosten der Familien?

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Das ist der Gipfel! AWO fordert Landesregierung auf, über Qualität der Krippen zu verhandeln

"10 Euro mehr Kindergeld, aber wenn’s hoch kommt 500 Euro mehr im Jahr für einen Krippenplatz? Das ist der Gipfel! Und das war nicht damit gemeint, als der Ausbau der Kleinkindbetreuung beschlossen wurde", sagte der AWO Bezirksvorsitzende Axel Plaue. "Wir wollen einen diskriminierungsfreien Zugang für alle Kinder zu Bildungseinrichtungen, also insbesondere auch zu Kindertageseinrichtungen."

Bei den Verhandlungen zwischen den kommunalen Spitzenverbänden und dem LandNiedersachsen über die Betriebskosten für die neuen Krippen, hat man sich gestern darauf verständigt die Kosten zu vierteln. Ein Viertel tragen jeweils Bund, Länder, Kommunen und die Eltern. Das bedeutet das unter Umständen höhere Kosten als bisher auf die Eltern zukommen, nach den jetzigen Berechnungen sind das bis zu 500 Euro mehr im Jahr.

Laut Kinderförderungsgesetz (KiFöG), in dem es um Investitionen und die Bezuschussung der Betriebskosten für neue Kinderbetreuungsplätze geht, muss Niedersachsen bis zum Jahr 2013 eine Versorgung mit Betreuungsplätzen für 35 Prozent der unter Dreijährigen erreichen, das bedeutet: 45.000 neue Plätze in Krippen und bei Tagesmüttern. "Davon ist unser Land noch weit entfernt, Niedersachsen ist in der Kleinkindbetreuung mit einer Versorgungsquote von 6,9 Prozent Schlusslicht unter den deutschen Bundesländern. Hier hat ja nicht mal jedes Kind einen Kindergartenplatz. Und darauf gibt es schon jetzt einen Rechtsanspruch", betonte Axel Plaue.

Axel Plaue fordert die Landesregierung auf, nicht nur mit den Kommunen in einem Gipfel über die Finanzierung, sondern dringend auch mit den Trägern der Kindertagesstätten über die Standards, die Qualität und das Personal in den Krippen zu verhandeln. Denn eine entscheidende Frage kann die Landesregierung ebenfalls nicht beantworten: Wer soll das denn eigentlich alles machen? Schon heute gibt es in manchen Regionen einen regelrechten Fachkräftemangel für den Erzieherberuf.

"Wo sollen denn die ganzen Betreuungskräfte herkommen?", fragt Axel Plaue. "Wir sehen hier eine Kurzsichtigkeit der Landesregierung, die unübertroffen ist. Was haben die Familien denn davon, wenn die vielen neuen Krippengruppen später keine Erzieherinnen mehr finden?"

Kategorie: Familien

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