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Neues Buch blättert die Geschichte der jüdischen Gartenbauschule in Ahlem auf

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Gartenbauschule Ahlem

Gartenbauschule Ahlem

Die Geschichte der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem von ihrer Gründung 1893 bis zum Verkauf des rückerstatteten Geländes durch die Jewish Trust Corporation an die Landwirtschaftskammer im Jahr 1955 beleuchtet das Buch „Ahlem – eine jüdische Gartenbauschule und ihr Einfluss auf Gartenbau und Landschaftsarchitektur in Deutschland und Israel“ (Edition Temmen, 402 Seiten, 24,90 Euro). Geschildert wird auch wie die hannoversche Schule zum Sammelplatz für Juden-Deportationen und zum Gestapogefängnis wurde, um nach Kriegsende für eine kurze Zeit als Kibbuz wiederzuerstehen.

„Erstmals wird die Bedeutung dieser einzigartigen Ausbildungsstätte und ihrer Absolventen für den Gartenbau und die Landschaftsarchitektur sowohl in Deutschland als auch in Israel gewürdigt“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau bei der Buchpräsentation in der heutigen Lehr- und Versuchsanstalt Ahlem. Jagau dankte dem Herausgeber Dr. Hans-Dieter Schmid, Historiker an der Leibniz Universiät Hannover, und den Autorinnen und Autoren für die geleistete Arbeit: „Das Buch ist das Ergebnis jahrelanger fächerübergreifender deutsch-israelischer Forschungen und eine fachliche Grundlage für die künftige Arbeit der Gedenkstätte Ahlem. Gerade für den laufenden Prozess der Neukonzeption durch die Region Hannover liefert die Veröffentlichung wertvolle Ergebnisse aktueller Forschung.“

Friedrich von Lenthe, Vorstandsvorsitzender der VGH-Stiftung, Herausgeber Hans-Dieter Schmid und Regionspräsident Hauke Jagau (auf dem Foto von links) präsentieren das Buch „Ahlem – eine jüdische Gartenbauschule und ihr Einfluss auf Gartenbau und Landschaftsarchitektur in Deutschland und Israel“.

Themen des Buches sind die Gründungsgeschichte der Gartenbauschule im Zusammenhang einer ausführlichen Biographie des Gründers und Stifters der Schule dargestellt – des jüdischen Bankiers, „Konsuls“ und Hobbygärtners Moritz Simon. Die Organisation der Schule als Stiftung wird ebenso behandelt wie der Aufbau der Schule als jüdische Elementarschule und die Lehrlingsausbildung, vor allem die Gärtnerausbildung. · Die überregionale Bedeutung Ahlems als Ausbildungsstätte für jüdische Gärtner wird besonders durch ein Kapitel über Herkunft und Verbleib der Lehrlinge unterstrichen.

In dem Teil des Buches, der sich mit der NS-Zeit beschäftigt, werden vor allem die Veränderungen im Schulalltag durch den Nationalsozialismus behandelt, aber auch der Kampf der Schule gegen Arisierungsversuche und Auflösungstendenzen.

Dokumentiert wird auch, wie das Gelände der Schule zum Sammelplatz für die Deportationen der Juden aus den Regierungsbezirken Hannover und Hildesheim und zum Zwangsaufenthaltsort („Judenhaus“) und zur Zwangsarbeitsstätte für jüdische Familien wurde. Ein gesonderter Teil beschäftigt sich mit der Gestapo in Ahlem: der Außenstelle der Gestapoleitstelle Hannover, dem Gestapogefängnis im alten Haupthaus und den Hinrichtungen von Gestapohäftlingen in der ehemaligen Laubhütte der Gartenbauschule.

Autorinnen und Autoren des Ahlem-Buches sind u.a. – neben dem Herausgeber Dr. Schmid – Dr. Marlis Buchholz (Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten), Prof. Dr. Claus Füllberg-Stolberg (Professor für Neuere Geschichte, Historisches Seminar, Leibniz Universität Hannover), Prof. Dr. Joachim Wolschke-Bulmahn (Professor für Geschichte der Freiraumplanung, Institut für Landschaftsarchitektur, Leibniz ,Universität Hannover), Oliver Vieth (Mitarbeiter des Schleswig-Holsteinischen Landesamts für Natur und Umwelt in Flintbeck).

Das Buch „Ahlem – eine jüdische Gartenbauschule und ihr Einfluss auf Gartenbau und Landschaftsarchitektur in Deutschland und Israel“ erscheint im Verlag „Edition Temmen“ (ISBN 978-3-86108-039-8) und ist für 24,90 Euro im Handel erhältlich.

PM: Region Hannover

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