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Ergebnisse des Ländervergleichs zu IGLU 2006 vorgestellt

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Kultusministerin Heister-Neumann: Gezielte Sprachförderung im Vorschulalter zahlt sich aus

Niedersachsens Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann kommentiert die heute von der Kultusministerkonferenz im Bundesrat in Berlin vorgestellten Ergebnisse des Ländervergleichs zu IGLU 2006 (IGLU 2006-E) wie folgt:
"Platz 9 für Niedersachsen im IGLU Ländervergleich ist ein guter Mittelfeldplatz. Mit 544 Leistungspunkten liegt Niedersachsen im Bereich des deutschen Mittelwerts von 548 und damit deutlich über den Mittelwerten der OECD-Länder (537) und dem der EU-Länder (534). Bei einer Betrachtung der bundesdeutschen Ergebnisse ist auffällig, dass nur Thüringen signifikant über dem Mittelwert für Deutschland liegt. Weitere 13 Länder, darunter Niedersachsen, zeigen eine bemerkenswerte Leistungsdichte. Im Einzelnen lässt sich feststellen:
Bei den literarischen Texten ist Niedersachsen mit 545 Leistungspunkten besser als bei den informierenden Texten (540 Leistungspunkte). Dieser Unterschied um 5 Punkte entspricht dem bundesdeutschen Schnitt – dort Unterschied 4 Punkte – auch zugunsten der literarischen Texte.
Beim textimmanenten Verstehen (Informationsentnahme) zeigen unsere Schülerinnen und Schüler gute Leistungen. Niedersachsen (552) ist nicht signifikant unter dem Bundesschnitt (555).

Bei komplexeren Leseleistungen (Verstehensprozessen auf der Basis von Hintergrundwissen) ist Niedersachsen wieder im Mittelfeld (536), Bundesschnitt 540. Der Abstand zur Spitze (Thüringen 557) ist genauso groß wie der zum Schlusslicht Bremen (515).
Besonders gut (Platz 2 im Vergleich der Bundesländer) ist Niedersachsen beim Vergleich von Kindern aus bildungsfernen und bildungsnahen Familien. Hier liegt der Leistungsvorsprung von Kindern aus einem bildungsnahen Elternhaus bundesweit bei 40 Leistungspunkten, in Niedersachsen bei 30. Ebenso erfreulich ist, dass der Leistungsvorsprung zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund in Niedersachsen geringer ausfällt als in den Bundesländern und liegt deutlich unter dem Bundesschnitt. Während in den westlichen Flächenländern der Unterschied 49 Punkte ausmacht, sind es in Niedersachsen nur 35. Diese positiven Aspekte im niedersächsischen Bildungswesen hatte bereits die letzte PISA-Studie dokumentiert.
Die Leistungen niedersächsischer Grundschülerinnen und -schüler des Ländervergleichs zu IGLU korrespondieren mit dem guten Zeugnis, das die Niedersächsische Schulinspektion unseren Grundschulen gerade in der letzten Woche ausgestellt hat. Deshalb werden wir weiter einen Schwerpunkt auf die Bereiche der frühkindlichen Bildung und der Grundschule legen. Insbesondere die von uns in Niedersachsen praktizierte gezielte Sprachförderung im Vorschulalter ist eine gute Vorbereitung auf den Schriftspracherwerb."
Zum Hintergrund:
Im Jahr 2006 hat Deutschland an der Erhebung zur Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU, englisch: PIRLS, Progress in International Reading Literacy Study) teilgenommen. Mit dieser Studie wird das Leseverständnis von Schülerinnen und Schülern der vierten Jahrgangsstufe international vergleichend getestet. Darüber hinaus werden einige Rahmenbedingungen untersucht, zu denen familiäre, schulische und unterrichtliche Faktoren gehören. In Deutschland haben alle 16 Länder an dieser Studie teilgenommen. Um einen Ländervergleich innerhalb Deutschlands zu ermöglichen, wurden insgesamt fast 8.000 Schülerinnen und Schüler an über 400 Schulen getestet.

PM: Nds. Kultusministerium

Kategorie: Politik

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