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Studie zum Fachkräftemangel in der Region Hannover liegt vor

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Ingenieure und Techniker fehlen, hoch qualifizierte Kräfte sind begehrt

Kleine und mittlere Unternehmen in der Region Hannover sind für den Fachkräftemangel – der trotz konjunkturellen Abschwungs droht – nicht ausreichend gerüstet. Es gibt jedoch Möglichkeiten gegenzusteuern. Das geht aus einer Studie hervor, die die Region Hannover beim Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung (NIW), der NordLB und dem Zentrum für Sozialforschung Halle (ZSH) in Auftrag gegeben hat. Der erste Teil des Gutachtens mit dem Titel „Fachkräftemangel und demographischer Wandel bis 2020“ liegt jetzt vor.

Hintergrund ist der wachsende Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte. Selbst angesichts des zu Ende gehenden Abschwungs fehlen in der Region Hannover Techniker und Ingenieure im Maschinen- und Fahrzeugbau. Darüber hinaus gibt es zu wenige Techniker im Elektrofachgewerbe, Industrie- und Werkmeister sowie technische Facharbeiter. Bis zum Jahr 2020 scheiden rund 5500 Ingenieure sowie 3400 Manager aus Altersgründen aus.

Neben der demographischen Veränderung spielt auch der Wandel zu einer Wissenswirtschaft eine wichtige Rolle: Wissensintensive Branchen, die in großem Umfang hoch qualifiziertes Personal benötigen, expandieren, während es immer weniger Arbeitsplätze für gering qualifizierte Menschen gibt. Allein bei den Ingenieuren und in den Naturwissenschaften werden bis 2020 zusätzlich 1850 Arbeitskräfte benötigt, so lautet die Prognose. Aber nicht nur bei Ingenieurberufen sind Engpässe zu erwarten. Auch in unternehmensnahen Dienstleistungen, im Bildungsbereich und im Gesundheitswesen wird hoch qualifiziertes Personal rar. Schon jetzt gibt es zu wenige Arbeitskräfte in den Kranken- und Altenpflegeberufen.

Im Wettbewerb um Fachkräfte muss sich die Region Hannover auch mit süddeutschen Standorten messen, die als Studienorte und Arbeitsmarkt für Hochschulabsolventen eine hohe Attraktivität besitzen. Die Region Hannover kann mit zentraler Lage und der Qualität als Ausbildungsstandort punkten, Unternehmen in der Region Hannover müssen aber besondere Anstrengungen unternehmen, um den demographisch bedingten Verlust an Arbeitskräften aufzufangen und Abwanderungen vorzubeugen.

Die Studie von NIW, NordLB und ZSH zeigt, dass das Problem des Fachkräftemangels auch im Mittelstand wahrgenommen wird. Im Vorgriff auf den geplanten zweiten Teil der Studie wurden ausgewählte Unternehmen sowie Arbeitsmarktexperten z.B. von Universität, Fachhochschule, Berufsbildenden Schulen, JobCenter sowie Weiterbildungsträgern befragt. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen gaben an, in den kommenden drei Jahren einen zunehmenden Mangel an Technikern, Ingenieuren, IT-Kräften und Personalentwicklern zu erwarten. Sie fühlten sich jedoch schlecht informiert. Die Auswirkungen auf das eigene Unternehmen sind vielen Firmenchefs noch unklar.

Das jetzt vorgelegte Gutachten zeigt aber auch Lösungswege auf. So empfehlen die Experten, dass Unternehmen stärker als bisher selbst Personal ausbilden. Dort sei das Potenzial längst nicht ausgeschöpft. Zweites Standbein sei eine intensive Weiterbildung – in vielen Firmen bislang in der Personalentwicklung nicht genügend berücksichtig. Darüber hinaus werden Unternehmen in Zukunft stärker als bisher auf Quereinsteiger setzen müssen. Die Gutachter geben zudem den Rat, die Attraktivität der Unternehmen zu erhöhen, um Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft zu binden: etwa mithilfe flexibler Arbeitszeiten, Qualifikations- und Integrationsprogrammen für ausländische Arbeitnehmer sowie Gesundheitsvorsorge für Ältere.

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel erwarten Unternehmen aber auch Unterstützung. Auch das wird in der Studie deutlich. Der Ausbau von Jobbörsen und Ausbildungsmessen, stärkere Kooperation zwischen Wirtschaft, Hochschulen und Berufsschulen sowie eine Verbesserung des Images von Ingenieur- und Technikberufen gehören zu den Wünschen der Firmenchefs.

Bis Mitte nächsten Jahres soll der zweite Teil der Studie vorliegen. Dazu werden 300 kleine und mittlere Unternehmen befragt, um die Auswirkungen auf einzelne Branchen genauer einschätzen zu können. Zu Themen wie Aktivierung und Qualifizierung älterer Erwerbspersonen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Zuwanderung und Standortbindung sind zudem Workshops geplant.

Die Studie „Fachkräftemangel und demographischer Wandel bis 2020“ kann beim Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover telefonisch unter der Nummer 0511 – 616 23 232 oder per Mail an rainer.meyer@region-hannover.de angefordert werden.

PM: Region Hannover

Kategorie: Region

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