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Auftakt für Koordinierungszentrum Kinderschutz in Hannover

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Modellprojekt bietet gefährdeten Kindern frühe und besser vernetzte Hilfe

In Hannover ist heute das Projekt "Koordinierungszentren Kinderschutz – Kommunale Netzwerke Früher Hilfen" als eines von vier landesgeförderten Modellregionen in Niedersachsen offiziell gestartet. Bis zum Jahr 2010 wollen Region und Stadt in enger Kooperation mit dem Kinderkrankenhaus auf der Bult und zahlreichen weiteren Kooperationspartnern den Schutz von Kindern vor Gewalt, Vernachlässigung und Misshandlung effektiv stärken. "Mit den Koordinierungszentren tragen wir zu einem besser abgestimmten Kinderschutz bei. Die Landesregierung unterstützt die kommunalen Partner dabei, bestehende Hilfen noch verlässlicher und verbindlicher einzusetzen", sagte Familienministerin Mechthild Ross-Luttmann."Die tragischen Fälle von Kindesmisshandlung der jüngsten Vergangenheit unterstreichen, wie wichtig es ist, die bestehenden Hilfsangebote engmaschiger zu verknüpfen. Kein Kind darf uns verloren gehen. Wir müssen Eltern, die Probleme in der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder haben, noch besser erreichen. Damit wir bei den allerersten Anzeichen von Vernachlässigung oder gar Gewalt wirksam reagieren können, ist ein kommunales Netz früher Hilfen entscheidend", waren sich die Sozialdezernenten von Region und Landeshauptstadt Hannover, Erwin Jordan und Thomas Walter sowie Dr. Thorsten Wygold, Chefarzt im Kinderkrankenhaus auf der Bult, und die Ministerin Ross-Luttmann einig. Standorte des Modellprojekts sind die Städte Braunschweig, Lüneburg und Oldenburg sowie Stadt und Region Hannover. Das Land fördert die Modellprojekte mit rund 1,4 Mio. Euro. Hannover erhält eine Gesamtförderung von rund 240.000 Euro und wie die anderen Standorte eine Projektbegleitung durch ein Fachinstitut.

 Das Koordinierungszentrum bündelt vor allem folgende Aufgaben: Die Früherkennung und Diagnose bei Misshandlungsverdachtsfällen sowie die Bereitstellung anerkannter medizinischer und psychologischer Untersuchungen zur Beurteilung des Ausmaßes einer erlittenen Misshandlung. Es stellt Kompetenz und Expertenwissen für die medizinische, psychologische und sozialpädiatrische Betreuung von misshandelten Kindern bereit. Gegenüber den betroffenen Kindern erfolgt in Form von Case-Management faktisch die Schutzübernahme. Dazu läuft die gesamte Berichterstattung im Koordinierungszentrum zusammen. Von dort werden die anderen Institutionen eingebunden. Alle Partner bilden künftig den "Runden Tisch Kinderschutz in Hannover".Träger des Projektes sind Stadt und Region Hannover mit dem Hauptkooperationspartner Kinderkrankenhaus auf der Bult, wo auch die Projektkoordination angesiedelt ist. Weitere Kooperationspartner sind die kommunalen Jugendhilfeträger in der Region Hannover (Stadt Burgdorf, Stadt Laatzen, Stadt Langenhagen, Stadt Lehrte, Stadt Springe), die Kinderklinik der Medizinischen Hochschule, das Klinikum Region Hannover - Krankenhaus Neustadt am Rübenberge, Kinderärzte, Allgemeinmediziner, das Institut für Rechtsmedizin der MHH, Hebammen, Kindertagesstätten, Schulen, Polizei, Familiengericht, regionale Kontaktstelle des Kinderschutzbundes und freie Träger der Jugendhilfe. 

Seit dem 1. Februar verfügt das Koordinierungszentrum über eine hauptamtliche Projektkoordination. Die Kooperationspartner haben für ihr Modellprojekt bereits förderliche Ansätze anderer deutscher Städte zur Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitswesen ausgewertet. Zudem sind erste fachliche Abstimmungen der Situation von Säuglingen und Kleinkindern bis drei Jahren, des interdisziplinären Vorgehens und der Meldewege bei Kindeswohlgefährdung erfolgt.Bisherige Erfahrungen zeigen, dass Qualität und Wirksamkeit des Kinderschutzes nicht allein mit dem Ausbau "verinselter" Strukturen erreicht wird. "Wir setzen auf eine feste Kooperation und ein abgestimmtes Handeln von Fachkräften der Kinder-, Familien- und Jugendhilfe mit den Akteuren im Gesundheitssystems", erläuterten Erwin Jordan und Dr. Thorsten Wygold. Dies solle einen Qualitätssprung bei der frühzeitigen Erkennung und Beurteilung von riskanten Lebenssituationen und konkreten Gefährdungen erbringen.

 Familienministerin Ross-Luttmann betonte: Kinder seien grundsätzlich am besten in ihrer Familie aufgehoben. Wenn aber Gefahren und Vernachlässigung drohten, sei es erforderlich, frühzeitig mit niedrigschwelligen Angeboten einzugreifen und die vorhandenen Akteure besser miteinander zu verbinden. 

PM: Nds. Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit

Kategorie: Familien

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