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Fortbildungen des Alkoholpräventionsprojekts HaLT an der BBS Burgdorf

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Testkäufe und Schulungen für konsequenten Jugendschutz

Die Zahl der Jugendlichen, die sich mit Alkohol vergiften, steigt. Allein in diesem Jahr wurden im hannoverschen Kinderkrankenhaus auf der Bult über 220 Minderjährige nach Trinkgelagen eingeliefert. Die Hälfte von ihnen hatte einen Blutalkoholwert von mehr als zwei Promille. Ein Grund für zunehmende Exzesse liegt auch darin, dass Jugendliche in Geschäften zu leicht Alkohol erhalten.

Mit dem Projekt „Hart am Limit“ (HaLT) setzt sich die Region Hannover für die konsequente Anwendung des Jugendschutzes ein. Das gemeinsame Projekt des präventiven und gesetzlichen Jugendschutzes baut ein Netzwerk gegen den übermäßigen Alkoholkonsum Minderjähriger auf – neben Beratungen für Jugendliche werden seit kurzem auch Schulungen für Auszubildende im Einzelhandel angeboten. Außerdem schickt die Region Hannover demnächst jugendliche Testkäuferinnen und Testkäufer in Geschäfte, um die Wirksamkeit der Kontrollen an den Kassen zu erproben.

„Wer Alkohol an Minderjährige verkauft, begeht in unseren Augen kein Kavaliersdelikt, sondern gefährdet massiv die Gesundheit von Jugendlichen“, erläutert Regionsdezernent Dr. Georg Martensen. Ab Anfang nächsten Jahres werden regionsweit Jugendliche im Alter von etwa 16 Jahren unter Aufsicht von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des HaLT-Projekts versuchen, Alkohol zu erwerben. Damit sollen einerseits Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz aufgedeckt werden und andererseits die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Kassen unmittelbar auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden. „Wenn jemand wiederholt erwischt wird, dann leiten wir auch ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein“, so Dr. Martensen.

Ein weiteres Element des Alkoholpräventionsprojekts HaLT sind Schulungen an der Berufsbildenden Schule Burgdorf, mit denen Auszubildende im Einzelhandel für Alterskontrollen beim Alkoholverkauf sensibilisiert werden sollen. Nach einem ersten Lehrgang im November wurden am Donnerstagvormittag nun erneut angehende Kaufleute über das Jugendschutzgesetz und über mögliche Folgen des Verstoßes informiert. Außerdem wurden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie man an der Kasse freundlich, aber bestimmt das Alter der Kunden überprüfen kann.

„Ziel der Schulungen ist es, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Läden, Kiosken oder Tankstellen sicher, selbstbewusst und konsequent das Jugendschutzgesetz anwenden“, sagt Bettina von Domarus vom Team Allgemeine Ordnungsangelegenheiten der Region Hannover. „Dazu gehört erst einmal, dass den Verkäuferinnen und Verkäufern überhaupt klar ist, welche Produkte unter das Jugendschutzgesetz fallen und welche Konsequenzen es für den einzelnen hat, wenn er sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben hält“, so von Domarus.

Zwischen der theoretischen Kenntnis des Gesetzes und der praktischen Umsetzung an der Kasse fehle aber vielen das nötige Selbstbewusstsein, ergänzt Friederike Eike vom Team Jugendarbeit der Region Hannover. „Schwierig wird es für Auszubildende im Supermarkt zum Beispiel dann, wenn man gleichaltrigen Jugendlichen verbieten muss, eine Flasche Wodka zu kaufen“, sagt die Diplom-Sozialpädagogin. Daher werden in den Schulungen Verhaltensweisen erarbeitet und erprobt, wie man geschickt und beharrlich den Ausweis einfordern kann – ohne die Kunden zu provozieren.

„Wir halten es für wichtig, dass Auszubildende schon von Anfang an mit Strategien vertraut gemacht werden, wie man in Konfliktsituationen deeskalierend handeln kann“, sagt Agnes Mank von der Berufsbildenden Schule Burgdorf. Aus diesem Grund unterstützt die BBS das Projekt, zumal richtiges Verhalten an der Kasse nach Ansicht der Standortleiterin der Handelslehranstalt künftig noch bedeutender wird. „Durch das Verbot von Flatrate-Parties und ähnlichen Veranstaltungen gehe ich davon aus, dass Jugendliche noch häufiger als bisher versuchen werden, Alkohol in Geschäften oder Tankstellen zu kaufen.“

Zunächst werden die gemeinsamen Schulungen des präventiven und gesetzlichen Jugendschutzes der Region Hannover ausschließlich an der Handelslehranstalt der BBS Burgdorf angeboten. Die nächsten Fortbildungen finden im Frühjahr 2009 statt. Geplant ist, das Angebot im kommenden Jahr auch im Unterricht der Berufsbildenden Schule Handel in Hannover zu verankern.

Das Projekt HaLT
Das Projekt „HaLT“ fordert nicht das Verbot von Alkohol, sondern folgt der Idee, früh und schnell einzugreifen, ehe es zu riskantem Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen kommt. Dazu bündelt, vernetzt und fördert „HaLT“ Präventionsangebote, um dem Missbrauch bereits im Vorfeld zu begegnen.
Seit 2008 setzt die Region Hannover das bundesweite Modellprogramm um. Die Dauer des Projekts ist zunächst auf zweieinhalb Jahre festgelegt. Die Kosten betrugen in diesem Jahr 25.000 Euro.

PM: Region Hannover

 

Kategorie: Bildung

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