Region
Schreibe einen Kommentar

Region bietet Hilfe bei drohendem Personalabbau

Hinweis

Dieser Artikel wurde vor mehr als 2 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

Lösungen für kleine Unternehmen bei drohendem Personalabbau

Seit Kurzem steigen die Insolvenzzahlen auch in der Region Hannover wieder an. Kleine und Kleinstunternehmen geraten meist schneller in Schwierigkeiten als größere Unternehmen. Häufig bleibt nur die Kündigung von Mitarbeitern, um das Unternehmen zu sanieren oder eine Übernahme zu ermöglichen. Sozialverträgliche Lösungen sind gerade bei kleinen Firmen die Ausnahme. Das soll sich ändern.

Mit Unterstützung der Region Hannover sollen auch kleine und Kleinstunternehmen Maßnahmen des Personaltransfers nutzen können, um im Fall von Personalabbau die Folgen für die Betroffenen zu mildern. Projektpartner ist die Beratungsgesellschaft „Transfer für Niedersachsen GmbH – TNG“. Die Region Hannover unterstützt das Programm mit 90.000 Euro und stellt Räume im Haus der Wirtschaftsförderung in der Prinzenstraße zur Verfügung.

Wichtiger Bestandteil ist eine enge Zusammenarbeit der TNG mit der Krisenkontaktstelle des Unternehmerbüros der Region Hannover. Sie ist die erste Anlaufstelle für Unternehmen in Not und verfügt über ein breites Netzwerk von Ansprechpartnern aus Bereich wie Banken, Kammern, Anwälten und Insolvenzverwaltern.  Die Krisenkontaktstelle prüft auch, ob ein Unternehmen grundsätzlich für eine Transfergesellschaft infrage kommt.

Idee einer Transfergesellschaft ist es, Arbeitnehmern, die andernfalls von Arbeitslosigkeit betroffen wären, für einen begrenzten Zeitraum eine feste Stelle anzubieten und  in dieser Zeit neue Perspektiven zu entwickeln. Die Betroffenen erhalten Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Job, werden beruflich weiter qualifiziert oder erhalten Hilfe für den Fall, dass sie sich selbstständig machen wollen. Im Gegenzug wechseln diese Arbeitnehmer ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist unmittelbar zur Transfergesellschaft und erhalten 75 bis 85 Prozent ihres vorherigen Nettogehalts. Der Vorteil für die Unternehmen: Sie können ohne Verzögerung  die Neustrukturierung in Angriff nehmen, um den Betrieb wieder auf eine solide Basis zu stellen und wissen ihre früheren Arbeitnehmer versorgt. Dafür fließen die Entgeltverpflichtungen der Firma gegenüber den ausscheidenden Arbeitnehmern als Kostenbeitrag in die Transfergesellschaft.

TNG steht dabei sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern zur Seite, moderiert die Kommunikation zwischen beiden – insbesondere da es in vielen kleinen Unternehmen keinen Betriebsrat gibt -, beantragt Fördermittel etwa bei der regionalen Wirtschaftsförderung, bei der landeseigenen NBank oder bei der Agentur für Arbeit. Die ausscheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden für bis zu 12 Monate nahtlos als Beschäftigte der TNG übernommen. Ziel ist, diese Menschen aus dieser Stelle heraus in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu vermitteln. Die Vermittlungsquote bei Projekten, die von der TNG bisher betreut und evaluiert wurden,  liegt bei fast 70 Prozent.

Ein Unternehmen, das das Mittel der Transfergesellschaft erfolgreich genutzt hat, ist die Firma Reimers Metallbearbeitung und Werkzeugbau GmbH. 2006 ging das Unternehmen in Insolvenz, 21 Mitarbeiter waren betroffen. Sie wurden zur Überbrückung in eine Transfergesellschaft übernommen, während ein neuer Eigentümer das Unternehmen umstrukturierte und nach nur einem Tag elf der früheren Mitarbeiter wieder einstellen konnte. Vier Mitarbeiter wurden mehrere Monate qualifiziert, vier weitere Mitarbeiter wurden in andere Arbeitsverhältnisse vermittelt, kehrten jedoch später in die Reimers GmbH zurück. Ein Auszubildender wurde anderweitig vermittelt, ein Beschäftigter ging in den Ruhestand. Innerhalb von sechs Monaten hatten alle Mitarbeiter wieder eine berufliche Perspektive – bis auf einen, der aus gesundheitlichen Gründen aus dem Arbeitsleben ausscheiden musste.

„Wir sind froh, dass wir in Kooperation mit TNG ein Programm zum Personaltransfer für kleine und Kleinstunternehmen auflegen konnten“, sagt Mattias Böhle, Leiter der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover. „Der Bedarf ist da. Wir sind überzeugt davon, dass das der richtige Weg ist, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden.“ Das Projekt ist bis zum 30. September 2009 befristet.

PM: Region Hannover

Kategorie: Region

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.