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Ausstellung im Landtag: Zur Wiederherstellung des Rechts

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Der Auschwitz-Prozess in Frankfurt 1963 bis 1965 und der Bergen-Belsen-Prozess in Lüneburg 1945

Der Landtagspräsident Hermann Dinkla eröffnete am Montag, dem 26. Januar 2009, um 16.30 Uhr im Plenarsaal des Niedersächsischen Landtages die oben genannte Ausstellung.

Kern des Projektes ist die Ausstellung der „Auschwitz-Prozess 4 Ks 2/63“ des Fritz Bauer Instituts. Diese Exposition wird ergänzt durch Ausstellungssegmente über den Bergen-Belsen-Prozess, der von September bis November 1945 in Lüneburg vor einem britischen Militärgericht stattfand.

Initiator des Projektes ist die Regionalgruppe Hannover von GEGEN VERGESSEN – FÜR DEMOKRATIE e.V. in Zusammenarbeit mit der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und der Arbeitsgemeinschaft 9. November ´38.

Der Auschwitz-Prozess war das wichtigste und größte Verfahren in der Bundesrepublik Deutschland zur juristischen Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus.

Die Ausstellung hat für die konkrete Aufklärung über die Verbrechen der NS-Herrschaft eine besondere, mit keiner Publikation vergleichbare Bedeutung. Sie besteht darin, dass die Ausstellung nicht lediglich vorhandene Materialien zusammenstellt, sondern auf der Grundlage eines jahrelangen Forschungsprozesses das politische Umfeld, die strafrecht-lichen Probleme, den Prozessverlauf und die Reaktionsformen der publizistischen und künstlerischen Öffentlichkeit systematisch darstellt.

Die wichtigste Quelle, die in keinem NS-Verfahren sonst zur Verfügung steht, konnte für die Darstellung des Prozesses herangezogen werden: der Tonbandmitschnitt des Verfahrens, den jeder Besucher sich ausschnittsweise anhören kann. So wird der Prozess authentisch erfahrbar. Die Formen der Schuldabwehr von sieben Angeklagten, die am Ende des Verfahrens sich überwiegend für „nichtschuldig“ erklärten, treten in ihrer Direktheit ebenso hervor wie die Rolle der Zeugen, die an entscheidender Stelle des Prozesses die Wahrheit über die Täter ans Licht brachten. Der Originalton macht die – auch emotionale – Tragweite ihrer Aussagen besonders deutlich.

Die Intention des Frankfurter Generalstaatsanwaltes Fritz Bauer, dem Prozess die Aufgabe der grundlegenden Selbstaufklärung der deutschen Gesellschaft zu stellen, wurde von vielen Schriftstellern und Philosophen aufgenommen. In der Ausstellung wird die Vielfältigkeit dieser Reflexionsweise umfassend dargestellt.

Die Ausstellung ist vom 27. Januar bis zum 25. Februar 2009 täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet (außer vom 18. bis 20.02.2009). Es werden Führungen für Schulklassen – Dauer einschließlich mit individueller Besichtigung zwei Stunden – angeboten. Anmeldungen unter Tel.: 0511/168-43287

 

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