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Ausstellung zu Spuren von Sklaverei und Kolonialismus

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"Lest we forget: The Triumph over Slavery" ist der Titel einer außergewöhnlichen UNESCO-Ausstellung, die heute (2. Februar) von Oberbürgermeister Stephan Weil im Bürgersaal des Rathauses eröffnet wurde.Sie wird vom Freundeskreis Tambacounda e.V präsentiert und zeigt die zentrale Bedeutung des Sklavenhandels bei der Entstehung der modernen Welt.

32 Schautafeln, Fotografien, historische Dokumente und Artefakte klären über Ursprung, Rolle und Geschichte des transatlantischen Sklavenhandels und seine Auswirkungen im Laufe von über 400 Jahren bis in unsere heutige Zeit auf. Die Ausstellung dokumentiert das oftmals schon in Vergessenheit geratene Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Eindringlich und zum Teil erschütternd zeigen die Exponate auf welche Art und Weise versklavte AfrikanerInnen schikaniert, ausgebeutet und unterdrückt wurden. Zugleich sind die Exponate chroni stische Zeugnisse über den Kampf der Versklavten um Menschenrechte und -würde. So wird auf den Einfluss des Menschenhandels auf die familiäre und soziale Entwicklung der nach Amerika verschleppten Frauen und Männer ebenso eingegangen wie auf die Rolle der Religion im Widerstand. Ein weiteres Thema ist, in welcher Weise Unterdrückung und der Triumph über die Sklaverei Ausdruck in Sprache, Literatur und Bildung gefunden haben.

Mit "Lest we forget: The Triumph over Slavery" soll stereotypen Vorstellungen von Afrika und AfrikanerInnen, die noch aus der Kolonialzeit stammen und Vorurteilen entgegengewirkt werden, erläutert Abdou Karim Sané, erster Vorsitzender des Freundeskreises Tambacounda e.V.
Da Stereotype und Vorurteile oft die Ursachen sowohl des latenten Rassismus als auch offener rassistischer Äußerungen sind, kann die Ausstellung nach Ansicht des Freundeskreises Tambacounda e.V und von Politikern aller Parteien als wichtiges Instrument dienen, um ein neues Geschichtsbewusstsein auszubilden.
Oberbürgermeister Stephan Weil, der die Schirmherrschaft übernommen hat, ergänzt: " Die Ausstellung dient der Völkerverständigung und leistet einen Beitrag zu Toleranz und gegenseitigem Respekt."

Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm: Bei der Filmvorführung "Koloniale Spuren in Hannover" am 11. Februar werden den BesucherInnen historische Ereignisse und Orte in Hannover nahe gebracht, die zeigen, dass der Kolonialismus überall seine Spuren hinterlassen hat. Zwei weitere Workshops finden am
6. Februar zum Thema "Was ist eigentlich Entwicklung?" und am 10. Februar zu "Von A wie afrodeutsch bis Z wie Zuhause" statt.

Wer an einem wissenschaftlichen Diskurs über die Geschichte der Sklaverei und des Sklavenhandels und deren Auswirkungen bis heute interessiert ist, kann an einer zweitätigen Fachtagung "Sklaverei und Sklavenhandel-Geschichte, Hintergründe und Bedeutung für das Verhältnis zwischen Afrika und Europa" vom 3. bis 4. Februar teilnehmen, die der Freundeskreis Tambacounda e.V. in Zusammenarbeit mit dem Interdisziplinären Studien- und Forschungsschwerpunkt Transformation Studies und dem Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover im Leibnizhaus durchführt.
"Lest we forget: The Triumph over slavery" ist Teil des Projekts "Afrika macht Schule", das im Jahr 2007 vom Freundeskreis Tambacounda e.V. initiiert wurde und seit 2008 unter der deutschen und der senegalischen UNESCO-Kommission steht. Für das Projekt arbeitet der Verein mit Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen in Hannover und Niedersachsen zusammen, um ein differenziertes Afrika-Bild zu erarbeiten, die historisch en Verbindungen zwischen Afrika und Europa zu beleuchten und die Ursprünge von Vorurteilen, Diskriminierungen und Rassismus deutlich zu machen.

Die Ausstellung im Bürgersaal ist in der Zeit vom 3. bis 16. Februar von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und an Sonnabenden und Sonntagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Mehr Informationen über die Ausstellung "Lest we forget: The Triumph over Slavery" sowie über das Projekt "Afrika macht Schule" gibt es unter www.afrika-macht-schule.de.

Der Freundeskreis Tambacounda e.V. ist seit seiner Gründung im Jahr 1992 in Hannover und in Senegal im Bereich entwicklungspolitischer und interkultureller Arbeit tätig. Der Verein unterstützt und initiiert gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern Projekte in den Bereichen Bildung, Soziales, Kultur, Gesundheit und Ökologie. Tätigkeitsschwerpunkt der Arbeit in Hannover ist die Bildungs- und Integrationsarbeit.

www.hannover.de

PM: Landeshauptstadt Hannover

 

Kategorie: Kunst & Kultur

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