Politik
Schreibe einen Kommentar

Nicht sozial, sondern menschenverachtend!

Hinweis

Dieser Artikel wurde vor mehr als 2 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

die-gruenenSven-Christian Kindler, Sprecher der Grünen Jugend Niedersachsen, über die neuen und alten Strategien und Ideologien der Nazi-Szene.

Mehr als 1.000 gewaltbereite Nazis der sogenannten Freien Kameradschaften haben sich zusammen mit der NPD für den 1. Mai 2009 für einen Aufmarsch in Hannover angemeldet. Unter dem Motto: "Schluss mit Verarmung, Überfremdung und Meinungsdiktatur – Nationaler Sozialismus jetzt" wollen sie ihre rassistische und antisemitische Hetze verbreiten. Es ist klar: Nazis sind nicht sozial. Ideologisch verfolgen die Neonazis das rassistische Konzept eines völkisch nationalen Pseudo-Sozialismus, in der die nach rassistischen Kriterien definierte "deutsche Volksgemeinschaft" im Mittelpunkt steht. Nicht zur "Volksgemeinschaft" gehören u.a. : Andersdenkende, DemokratInnen, GewerkschaftlerInnen, Menschen mit Migrationshintergrund, nicht-weiße Deutsche, JüdInnen, selbstbewusste Frauen, Homosexuelle oder Menschen mit Behinderungen. Sie würden nach Vorstellungen der Nazis in ihrer faschistischen Diktatur eingesperrt, gewaltsam abgeschoben oder ermordet werden. Demokratische Wahlen, freie Gewerkschaften und unabhängige Medien würden verboten werden. Die individuelle unantastbare Würde jedes einzelnen Menschen lehnen Nazis konsequent ab. Ihre menschenverachtende Parole lautet: Du bist nix! Dein "Volk" ist alles! Immer wieder zeigen NPD und Kameradschaften auch öffentlich ihre große inhaltliche Nähe zum Nationalsozialismus und ihr revisionistisches Geschichtsbild, wenn sie Auschwitz leugnen oder deutsche Massenmörder als Opfer umfunktionieren wollen.

 

Neuer Style – Alte Hetze

Aufkleber der "Nationalen Sozialisten" am Kröpke, Nazis und ihre Musik im Scumclub, NPD-Landesparteitag in Dedensen. Nazis versuchen in Hannover Fuss zu fassen und setzen auf neue Strategien und Erscheinungsformen. Wie sehen heutige junge Nazis aus? Springerstiefel, Glatze, Bomberjacke? Ja, so laufen viele noch rum. Nicht wenige Nazis tragen mittlerweile aber auch Che-Guevara-T-Shirts, Sonnenbrillen und schwarze Kapuzenpullis bei ihren Aufmärschen. Auch das Palituch wird bei ihren Aufmärschen demonstrativ um den Hals gewickelt, um ihren Hass auf Israel und Juden zu verdeutlichen. Doch das neue Outfit kann nicht verschleiern: In ihrem Kopf ist immer noch das gleiche menschenverachtende Gedankengut von vorgestern!

Mord und Totschlag

Strategisch bemühen sich NPD und Kameradschaften in der Öffentlichkeit um ein bürgernahes und politikfähiges Auftreten. In Wirklichkeit agieren die Vertreter der NPD in den wenigen kommunalen Parlamenten, in denen sie vertreten sind, meistens dilettantisch und zeigen wenig Interesse an sachorientierter Politik. Durch Müllsammelaktionen oder Teilnahme an Sportfesten versuchen Kameradschaften und NPD ebenfalls sich ein biederes Image zulegen. Andererseits versuchen sie Jugendliche mit Angeboten wie Rechtsrockkonzerten, Kneipenabenden, Nazi-Aufmärschen oder modernen Internetaktivitäten zu ködern. Dabei verbreiten sie ihre rassistische und antisemitische Hetze und werden häufig aggressiv und gewalttätig. Seit der Wende haben Nazis über 130 Menschen ermordet. Erst im letzten November haben mehrere Rechtsextreme in einer Göttinger Table-Dance-Bar mit einer Pumpgun auf einen Gast geschossen und versucht mit zwei Brandsätzen die Bar abzubrennen.

Sven-Christian Kindler ist Sprecher der Grünen Jugend Niedersachsen und aussichtsreicher Grüner Bundestagskandidat aus Hannover. Er arbeitet u.a. politisch schwerpunktmäßig im Bereich Rechtsextremismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit

www.gruene-hannover.de

PM: BüNDNIS 90/DIE GRüNEN Regionsverband Hannover

 

Kategorie: Politik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.