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Jahresergebnis der Stadtwerke Hannover AG sinkt im Geschäftsjahr 2008

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Mit 103,8 Millionen Euro Jahresergebnis behauptet sich die Stadtwerke Hannover AG im Jahr 2008 erfolgreich in einem schwieriger werdenden Marktumfeld. Das Ergebnis liegt um rund 6 Prozent niedriger als im Vorjahr. Gründe dafür sind der stetig intensiver werdende Wettbewerb und die Regulierung der Netzentgelte.

Die Ausweitung der Energiehandelsaktivitäten und des Contractings sowie die weitere Umsetzung der internen Kostensenkungsmaßnahmen haben erneut wesentlich zum Ergebnis der Stadtwerke Hannover AG beigetragen.

Mit der Gründung der Stromvertriebsgesellschaft Clevergy und dem Erwerb der WärmeService GmbH setzt das Unternehmen seine Wachstumsstrategie fort.

Im eigenen Netzgebiet führt die Stadtwerke Hannover AG mit „Strom & Option“ innovative und nachfrageorientierte Stromprodukte ein.

Mit einem Umsatz in Höhe von 2,8 Milliarden Euro schließt die Stadtwerke Hannover AG das Geschäftsjahr 2008. Im Vergleich zu 2007 ist dies eine Steigerung von 24,9 Prozent, die vor allem aus den gestiegenen Energiepreisen und der Ausweitung der Energiehandelsaktivitäten resultiert.

Das Unternehmensergebnis fällt mit 103,8 Millionen Euro um rund 6,6 Millionen Euro niedriger aus als im Vorjahr. An seine Anteilseigner schüttet das Unternehmen 94,4 Millionen Euro aus. In die Rücklagen stellt die Stadtwerke Hannover AG 6 Millionen Euro, und 3,4 Millionen Euro kommen den Genussscheininhabern zu Gute.

„Im Unternehmensergebnis werden die Spuren der sich intensivierenden Regulierung und des stärker werdenden Wettbewerbs deutlich“, bewertet Michael Feist, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Hannover AG, den Jahresabschluss. „enercity erweitert seine Marktposition sowohl im Privat- als auch im Geschäftskundenbereich mit attraktiven Preisen und innovativen Produkten im Strom- und Gasmarkt. Unter anderem mit der bundesweiten Stromvertriebsgesellschaft Clevergy, dem weiteren Ausbau des Wachstumsfelds Contracting und der Erweiterung der Kraftwerkskapazitäten verfolgt das Unternehmen eine mehrgleisige Strategie, um die Effekte von Wettbewerbsintensivierung und Regulierung durch profitables Wachstum zu kompensieren“, erläutert Feist den Jahresabschluss. „Diese ergebnisorientierte Wachstumsstrategie auf allen Stufen der Wertschöpfungskette, die wir in unserem strategischen Langfrist-Konzept K 2015 festgelegt haben, sichert die Ertragslage des Unternehmens.“

Der Aufsichtsratsvorsitzende Walter Meinhold kommentiert den Jahresabschluss: „Trotz des schwierigen Umfelds hat die Stadtwerke Hannover AG ein erfolgreiches Geschäftsjahr absolviert. Obwohl das Unternehmen aufgrund der gestiegenen Beschaffungskosten die Strom- und Gaspreise im Jahr 2008 erhöhen musste, bietet es weiterhin im Bundesvergleich günstige Preise. Mit der Einführung der innovativen Stromprodukte, der Beibehaltung des Gas & fix-Produkts und der groß angelegten Energiesparkampagne 'Energiesparen Sie mit!' orientiert sich das Unternehmen an den Bedürfnissen der Kunden.“ Der Aufsichtsrat habe mit seiner Feststellung des Jahresabschlusses den erfolgreichen Kurs des Unternehmens bestätigt. „Die Stadtwerke Hannover AG hat auch im Jahr 2008 erfolgreich ihre Wachstumsstrategie umgesetzt. Mit der Verabschiedung der hannoverschen Klima-Allianz 2020 kann man auch beim Klimaschutz langfristig auf das Unternehmen setzen.“ Den Mitarbeitenden und dem Vorstand dankt der Aufsichtsrat für die erfolgreiche Arbeit.

Die Fakten im Überblick

Der Umsatz steigt gegenüber dem Vorjahr um 24,9 Prozent. Damit erhöht das Unternehmen seine Umsatzerlöse um 566,2 Millionen Euro auf 2,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,3 Milliarden Euro).

Das Unternehmensergebnis (Summe aus Gewinnabführung, Ausschüttung auf Genussscheinkapital und Rücklagenzuführung) sinkt um 6,6 Millionen Euro von 110,4 Millionen Euro im letzten Jahr auf 103,8 Millionen Euro in 2008. Mit 94,4 Millionen Euro liegt die Gewinnabführung gemäß Gewinnabführungsvertrag an die Anteilseigner 5,4 Millionen Euro unter der des vorherigen Geschäftsjahres in Höhe von 99,8 Millionen Euro. Davon entfallen auf die Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (VVG) 76 Millionen Euro, auf die Thüga 17,8 Millionen Euro und auf die Region Hannover 0,7 Millionen Euro. In die Gewinnrücklagen des Unternehmens fließen 6 Millionen Euro. Das Genussscheinkapital wird mit 3,4 Millionen Euro verzinst. Die Konzessionsabgabe an die Städte und Gemeinden im Netzgebiet der Stadtwerke Hannover beläuft sich auf 47 Millionen Euro (Vorjahr: 49 Millionen Euro). Die Wertschöpfung in der Stadt und den Umlandgemeinden beträgt 351,9 Millionen Euro (357,4 Millionen Euro im Vorjahr). Der EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) beträgt 2008 113,1 Millionen Euro (Vorjahr: 123,1 Millionen Euro).

Der Absatz im Netzgebiet ist im Jahr 2008 im Vergleich zum Vorjahr sowohl in der Stromversorgung um 3,2 Prozent als auch in der Gasversorgung infolge des Wettbewerbs um 6 Prozent zurückgegangen. Beim Wasserabsatz ist ein leichter Rückgang von 1,7 Prozent zu verzeichnen. Im Bereich Fernwärme ist der Absatz unter anderem durch den Anschluss von Neukunden um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Das Handelsvolumen Strom beläuft sich 2008 auf 22.913 GWh gegenüber 19.718 GWh im Vorjahr. Der Absatz der Gassparte ist um 389 GWh auf 26.720 GWh gesunken (Vorjahr: 27.108 GWh).

Ingesamt wurden 2008 für die Produkte Gas, Wasser, Strom und Fernwärme zur Netzsubstanzerhaltung 26,2 Millionen Euro (2007: 26,1 Millionen Euro) bereitgestellt.

Die Anzahl der Beschäftigten beträgt 2.741 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2.731 Mitarbeitende im Vorjahr).

Das Geschäftsjahr 2008 im Überblick

Das zurückliegende Geschäftsjahr wurde insbesondere durch die Regulierung der Netzentgelte und den zunehmenden Wettbewerb geprägt. Obwohl die Stadtwerke Hannover AG zu den tendenziell günstigeren Netzbetreibern gehörte, wurden in 2008 die Netznutzungsentgelte nochmals um rund zwölf Millionen Euro gekürzt. Insgesamt wurden in den Regulierungsperioden 2007 und 2008 die Netzentgelte um etwa 30 Millionen gekürzt. Diese Kürzungen wurden an die Kunden weitergegeben.

Der Energiemarkt im Wettbewerb hat sich 2008 merklich belebt und die Wechselbereitschaft der Kunden steigt spürbar. Dennoch hat die Stadtwerke Hannover AG ihre Position erfolgreich behauptet. Dazu beigetragen haben vor allem die neuen Produkte „Strom & Option“, das Gas & fix-Produkt sowie die breit angelegte Energiesparkampagne, die das Unternehmen im letzten Jahr startete. Die Kundenverluste im Netzgebiet konnten durch externes Wachstum mehr als ausgeglichen werden.

Auch im zurückliegenden Geschäftsjahr setzte die Stadtwerke Hannover AG ihre Wachstumsstrategie fort. Im Januar 2008 hat die Stadtwerke Hannover AG zusammen mit der Nürnberger N-ERGIE AG die Vertriebsgesellschaft Clevergy GmbH & Co. KG mit Sitz in Leipzig gegründet und den Markteintritt im Strombereich im Frühjahr 2008 realisiert. Voraussichtlich ab 2009 soll auch Erdgas verkauft werden. Der bundesweite Vertrieb der Produkte erfolgt hauptsächlich über das Internet und den Direktvertrieb. Die für das erste Jahr geplante Zahl von 15.000 Neukunden wurde überschritten.

Im Dezember 2008 hat das Unternehmen seinen bisherigen Anteil an der WärmeService GmbH von 50 Prozent um weitere 50 Prozent erhöht. Die Gesellschaft erbringt seit 1997 umfassende Dienstleistungen rund um den Bereich Contracting und Abrechnung und betreibt mittlerweile mehr als 640 Energieerzeugungsanlagen mit einer Anschlussleistung von circa 200 MW. Dieser Anteilserwerb steht im Einklang mit der Ausbaustrategie im Geschäftsfeld Contracting und flankiert die in diesem Zusammenhang bereits erfolgten Aktivitäten.

Als Grundlage für den weiteren Ausbau des überregionalen Stromabsatzes wird die Stadtwerke Hannover AG – neben der Beteiligung am Kraftwerk Staudinger – die Gas- und Dampfturbinen-Anlage im hannoverschen Heizkraftwerk Linden modernisieren. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2011 geplant. Dafür werden circa 170 Millionen Euro investiert.

Mit der Ausbaustrategie für die Gaskavernenspeicher in Empelde soll die Flexibilität am Markt erhöht und die Erdgasbeschaffung optimiert werden. Hierzu ist zusätzlich eine Erweiterung der Kavernen um etwa 175 Millionen Kubikmeter Arbeitsgas geplant. Nach derzeitigem Planungsstand werden rund 72 Millionen Euro investiert werden.

Die Stadtwerke Hannover AG setzt ihr Engagement im Bereich der erneuerbaren Energien fort. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Nutzung von Biomasse. In 2008 haben die Biogasanlage der BiRo GmbH & Co. KG und die Biogasaufbereitungsanlage der Stadtwerke Hannover AG offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Das gewonnene Gas wird direkt vor Ort auf Erdgas-Qualität aufbereitet und in das Erdgasnetz der Stadtwerke Hannover AG eingespeist.

Auch bei der Danpower-Gruppe liegt ein Schwerpunkt auf der Nutzung von erneuerbaren Energie, wie Biogas oder Biomasse. Zurzeit sind sieben Biogasanlagen sowie sechs Holzfeuerungsanlagen in Wärmeversorgungsprojekte integriert. Im Jahr 2008 ist die Biogasanlage in Klostermansfeld (Sachsen-Anhalt) in Betrieb genommen worden. Im Jahr 2008 konnte die Danpower-Gruppe ihr Engagement im Bereich der regenerativen und alternativen Energieerzeugung gegenüber 2007 erheblich ausbauen: Die erzeugte Wärme aus diesen Anlagen betrug rund 77.000 MWh (2007: 38.900) und der Stromabsatz machte rund 39.400 MWh aus (2007: 20.500).

Im Juni 2008 wurden die Ergebnisse des Klimaschutzprogramms „Klima-Allianz Hannover 2020“ der Öffentlichkeit vorgestellt. In ihrem Beitrag verpflichtet sich die Stadtwerke Hannover AG zu einer bilanzwirksamen Reduzierung der CO2-Emissionen um 700.000 Tonnen auf der Angebotsseite im Zeitraum von 1990 bis 2020. Des Weiteren sollen die spezifischen CO2-Emissionen der Stromversorgung weiter gesenkt und die Stromerzeugung durch regenerative Energien und in Kraft-Wärme-Kopplung ausgeweitet werden.

Im Jahr 2008 feierte der enercity-Klimaschutzfonds proKlima sein zehnjähriges Bestehen. Auch im zurückliegenden Geschäftsjahr hat die Stadtwerke Hannover AG wieder rund 4 Millionen Euro in den Fonds eingezahlt, der hierdurch zu rund 80 Prozent von der Stadtwerke Hannover AG getragen wird.

Das in 2004 aufgelegte benchmarkorientierte Projekt Triathlon der Stadtwerke Hannover AG zur Erschließung weiterer innerbetrieblicher Effizienzen und externer Wachstumspotenziale wird bis 2010 erfolgreich umgesetzt sein. Auf dem weiteren Weg einer erfolgreichen Realisierung haben Vorstand und Betriebsrat im Januar 2008 den achten und letzten Interessenausgleich und Sozialplan zur Umsetzung des Triathlon-Projektes abgeschlossen.

Der Ausblick

Die Umsetzung der kerngeschäftsnahen Wachstumsstrategie wird auch das kommende Geschäftsjahr prägen.

Ziel der Stadtwerke Hannover AG im Strombereich ist es, die Marktstellung nachhaltig zu festigen und auszubauen.

Die erzeugten Energiemengen aus den Beteiligungskraftwerken der Stadtwerke Hannover AG werden auch in den nächsten Jahren unter Beachtung der Wettbewerbs- und Marktsituation großteils dem Vertrieb zur Verfügung gestellt, aber auch durch den Stadtwerke eigenen Energiehandelsbereich (enercity trade) gewinnbringend vermarktet.

Im Dezember 2008 hat das Regierungspräsidium Darmstadt das für den Beginn der Baumaßnahmen an dem Gemeinschaftskraftwerk der Stadtwerke Hannover AG mit der E.ON Kraftwerke GmbH notwendige Raumordnungsverfahren eingeleitet. Aktuell wird von einer Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 2013 ausgegangen.

Der Beginn der Baumaßnahmen zur Modernisierung und Leistungssteigerung im Heizkraftwerk Linden werden im Jahr 2009 beginnen. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2011 vorgesehen.

Die Stadtwerke Hannover AG beteiligt sich an einem weiteren Ausbau des Erdgasspeichers in Empelde. Derzeit wird der Speicher in einer ersten Ausbaustufe erweitert, deren Fertigstellung für 2012 geplant ist. Im Rahmen dieser Maßnahme wurde bereits die erforderliche Infrastruktur geschaffen, so dass weitere Ausbaustufen nahtlos ab 2012 realisiert werden könnten.

Die Stadtwerke Hannover AG prüft zusammen mit weiteren Stadtwerken, unter anderem der Nürnberger N-ERGIE AG und der Frankfurter Mainova AG, einen möglichen Anteilserwerb an der Thüga AG mit Sitz in München.

Als Konsequenz aus Klimaschutzerfordernissen soll die Umstellung auf Fernwärme mittelfristig stärker forciert werden. Im Fernwärmemarkt werden die Bemühungen zu einer Verdichtung des Netzes aktiv fortgesetzt und die konsequente Entflechtung von Gas- und Fernwärmenetz zur Kostenoptimierung vorangetrieben.

Mit der Ausgründung der enercity Contracting Gesellschaft Anfang 2009 wird die Weiterentwicklung des Geschäftsfelds Contracting fortgeführt. Dabei ist der Fokus auf die Erstellung und den Betrieb von BHKW-Anlagen sowie die Erzeugung von Energie aus Biomasse gerichtet.

Eine wesentliche energiepolitische Herausforderung ergibt sich aus Anstrengungen zum Klimaschutz. Das Unternehmen stellt sich diesen Anforderungen im Rahmen der Klima-Allianz Hannover 2020 und der weiteren Unterstützung des proKlima-Fonds. Der Ausbau der Contracting-Aktivitäten und die Verdichtung der Fernwärme flankieren diese Maßnahmen.

www.enercity.de

PM: Stadtwerke Hannover AG

Kategorie: Wirtschaft

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