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Innovativ vernetzen

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Projekt der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg auf der Hannover Messe 2009

Experten diskutieren über Innovation und Wissensvernetzung in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg Prof. Dr. Eckehard Schnieder vom Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik in Braunschweig ist ein gestandener Wissenschaftler und beherrscht selbstverständlich die Grundrechenarten. Deshalb ist seine Gleichung „eins plus eins gleich drei“ im Hinblick auf den Nutzen der Metropolregion auch eher als Gleichnis zu verstehen. Denn hier ergibt das „Ganze mehr als die Summe der Einzelteile“, wie Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil sekundierend erläuterte. Im Juni will die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg ihr neues Organisationsmodell und ihre neue Strategie beschließen und nahm deshalb die Gelegenheit wahr, sich im Rahmen der Hannover Messe am vergangenen Donnerstag mit ihrem Leitprojekt „Wissensvernetzung“ zu präsentieren.

„Innovativ vernetzen“ nannten die Veranstalter, zu denen neben der Metropolregion auch die NORD/LB zählt, ihr Symposion im Forum der NORD/LB in Halle 37. Namhafte Experten wie Dr. Werner Widuckel, Personalvorstand der AUDI AG oder Prof. Dr. Jörg Sydow, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der Initiative Kompetenznetze Deutschland von der Freien Universität Berlin, sollten den regionalen Akteuren den „Blick von außen“ vermitteln. Die „Türme der Stadt erkennt man nur von außerhalb der Mauern“, beschrieb Dr. Arno Brandt, Leiter der NORD/LB Regionalwirtschaft, in Anleihe bei Nietzsche den Sinn dieser Bemühungen. Und von außerhalb kam Bestätigung: Sydow machte einen „vernetzungsfreundlichen Kontext“ aus, der eine Profilierung der Metropolregion mit ihrem Leitprojekt aussichtsreich erscheinen lässt.

Der Berliner Forscher wies aber auch auf die „intelligente Doppeldeutigkeit“ des Tagungsmottos hin: Einerseits gehe es darum, neue und effiziente – also innovative – Formen der Vernetzung zu finden und andererseits müsse bei alldem beachtet werden, dass Innovationen heute vorwiegend in Netzwerken stattfinden. Das Thema sei heute nicht mehr Technologietransfer von Hochschulen in die Unternehmen, sondern Technologieentwicklung von Wissenschaftlern, Studenten und Unternehmensmitarbeitern in vernetzten Strukturen, bekräftigte auch Widuckel diese Sichtweise. Der Personalvorstand skizzierte den „Paradigmenwechsel“ am Beispiel der AUDI AG. Die komplexen Verknüpfungen von teilweise parallel laufenden Fertigungs- und Konstruktionsprozessen in der modernen Automobilproduktion erfordern heute auch eine gezielte Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter und zwar vom Mechatroniker bis zum Ingenieur. AUDI beginne mit der betrieblichen Qualifizierung von Hochschulabsolventen schon in deren Studienzeit.

Ein derartiges Engagement der regionalen Wirtschaft würde sich auch Prof. Dr. Henning Ahlers von der Fachhochschule Hannover für seine Studenten wünschen. Damit stieß er – zumindest bei einem anwesenden Wirtschaftsführer – auf offene Ohren: Dr. Heinrich Esser, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung der Sennheiser electronic GmbH & Co. KG, sieht in der Förderung und Qualifizierung des Nachwuchses auch eine der wichtigsten Funktionen der Metropolregion. Sennheiser finanziere seit 60 Jahren in Hannover eine Akustikprofessur, aber insgesamt seien hier in der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft noch Potenziale offen. Esser verdeutlichte allerdings auch, dass regionale Wissensvernetzung keinen ‚Ausweg‘ aus der Globalisierung darstellt. Eher im Gegenteil: Führende Unternehmen suchen heute Kompetenzen und Know how überall auf der Welt. Allerdings erfordern die vernetzten Strukturen gerade in qualitativ hochwertigen und sicherheitsrelevanten Bereichen ein hohes Maß an Vertrauen, das sich bevorzugt auf der regionalen Ebene herstellen lässt. „Lokalpatriotismus hat jedoch keine Chance“, bestätigt Sydow. Aber wenn man in der eigenen Region fündig werde, sei dies natürlich umso vorteilhafter, so Esser. Daher setzt die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg auch auf Qualität und das meint vor allem: Eigene Stärken. Daher stehe die Mobilitätswirtschaft auch ganz oben auf der Agenda, bekräftigt Weil, „da haben wir viel zu bieten“.

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