Bildung
Schreibe einen Kommentar

„Ich dreh ab“ – mit eigenen Ideen die Arbeit der Medien kennen lernen

Hinweis

Dieser Artikel wurde vor mehr als 2 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

In Schulen und Einrichtungen der offenen Jugendarbeit sind jetzt Plakate und Faltblätter zu finden, die auffordernd behaupten: "Ich dreh ab". Sie animieren einzelne und Gruppen junger Menschen zwischen zwölf und 25 Jahren, sich mit eigenen Ideen für eine Geschichte, Reportage oder Musikvideo für Kurzfilm oder Internetradio (Podcasting) zu bewerben und an den verschiedenen Schritten einer professionellen Umsetzung mitzuarbeiten.
In altersgerechten Gruppen (12 bis 15, 16 bis 18, 19 bis 22 Jahre und älter) wird je nach TeilnehmerInnenzahl und Interesse am Drehbuch oder Ablaufplan, an Maske, Ausstattung und Schauspiel, Moderation, Kamera und Regie, Schnitt, Grafik und Präsentation gearbeitet. Die Produktion soll für jede Idee rund fünf bis sieben Tage dauern. Die Ergebnisse werden auf der Internetseite des Projekts und im Rahmen einer Veranstaltung öffentlich präsentiert. Außerdem sollen sie im Kino und Radio, in Jugendeinrichtungen und Schulen zu sehen und zu hören sein.

Anmelden kann man sich ab sofort; einen Anmeldeschluss gibt es während der dreijährigen Projektdauer zunächst nicht. Die TeilnehmerInnen werden kontinuierlich und zeitnah eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Das Projekt "Ich dreh ab" ist Teil der städtischen "Initiative zur kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche". Damit sollen einerseits Ansätze erprobt werden, mit denen nachhaltige Bildungserfolge zu erzielen sind, andererseits sollen bereits erfolgreiche Ansätze flächendeckend umgesetzt werden.

Das von der Verwaltung im Auftrag des Rates erarbeitete Maßnahmebündel konzentriert die kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche unter den Aspekten Stärkung der Schlüsselkompetenzen, Stärkung der elterlichen Mitverantwortung und Entwicklung stadtteilbezogener Strukturen durch kulturelle Bildungsnetzwerke.

"Ich dreh ab" gehört in das Feld der Stärkung von Schlüsselkompetenzen, zu denen Teamfähigkeit, Kreativität, Kommunikations- und Reflexionsfähigkeit gezählt werden.

In diesem Zusammenhang sollen folgende Ziele erreicht werden:

Stärkung der Medienkompetenz
Durch "Ich dreh ab" sollen Kinder und Jugendliche darin gefördert werden, selbstbewusst und mit eigenen Aktivitäten und Ideen Medien nutzen zu können.

Durch den Blick hinter die Kulissen einer Produktionsstätte (Medienhaus, Rundfunkanstalt, Video- und Soundlabs) werden die TeilnehmerInnen dazu angeregt, Medienprodukte kritischer zu betrachten und ihren zielgerichteten, kommerziellen Charakter zu erkennen. Die eigenen Erfahrungen mit dem Produktionsprozess tragen dazu bei, sich nicht nur als passive KonsumentInnen, sondern als aktive NutzerInnen der Medienwelt zu begreifen.

Förderung der Eigeninitiative
Die Faszination von Video-, Audio-, Bildver-arbeitungs-, Fernseh- und Computertechnik in Verbindung mit der mobilen, ereignisorientierten Ausrichtung (Dreharbeiten, Produktion einer Live-Sendung im Radio, multimediale Veröffentlichung von Produkten usw.) stellt einen starken Anreiz für selbst bestimmtes Engagement dar. ExpertInnen geben fachliche Hilfestellung und Anleitung.

Stärkung des Selbstwertgefühls
Die Produktionsprozesse machen Spaß und stellen auch eine Herausforderung dar. Kinder und Jugendliche erhalten die Chance, anhand der zu bewältigenden Aufgaben (z.B. eine Rolle in einem Dreh oder ein gut geführtes Interview für eine Radiosendung) eigene Grenzen zu erfahren und zu überwinden.

Stärkung der sozialen Kompetenz und der Akzeptanz gegenüber anders Denkenden
Die gemeinsame Arbeit von TeilnehmerInnen mit unterschiedlichen sozialen und ethnischen Erfahrungen stärkt die soziale Kompetenz und Akzeptanz gegenüber anderen. Kinder und Jugendliche treffen anhand eines konkreten, selbst gewählten Themas als Gruppe Entscheidungen. Sie müssen dabei auf Interessen anderer Rücksicht nehmen und die anstehenden Aufgaben arbeitsteilig und gemeinsam bewältigen.

Gleichstellung
Bei Kindern und Jugendlichen ist der engagierte Umgang mit Technik männlich "belegt". Durch die Teamarbeit in einer Projektgruppe können tradierte Geschlechterrollen in Frage gestellt werden.

Förderung des Demokratieverständnisses
Die Produktion eines Beitrags verlangt zunächst eingehende Recherchen, die zu einer verantwortungsvollen, intensiven Auseinandersetzung mit dem betreffenden Thema anregen. Die anschließende Veröffentlichung ermöglicht allen Beteiligten, Erkenntnisse und Standpunkte zur Diskussion zu stellen.

Schutz von Kindern und Jugendlichen
Neben gesetzlichen Vorschriften und der freiwilligen Selbstkontrolle ist Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen die wichtigste Voraussetzung für einen effektiven Jugendmedienschutz.

Projektbeteiligte
Das Projekt wird getragen von der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, dem Jugendschutz, dem Haus der Jugend und dem Medienbus der Stadt Hannover sowie dem Medienhaus in Linden, das die ExpertInnen für die Gruppenarbeiten und die technische Ausstattung stellt; Partner ist die Redaktion von N 21 Schulen in Niedersachsen e.V..

Laufzeit und Kosten
Für das erste Jahr des insgesamt auf drei Jahre angelegten Projekts sind im städtischen Haushalt 25.000 Euro veranschlagt.

Koordination, Informationen und Anmeldung
Fachbereich Jugend und Familie

Stadtjugendpfleger Christoph Honisch
Telefon 0511/168-41014; Internet www.abdrehen-hannover.de

Kategorie: Bildung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.