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Diamorphinabgabe: Stadt begrüßt Kostenübernahme durch Krankenkassen

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Sozialdezernent Thomas Walter begrüßt den Beschluss des Bundestages, nach jahrelanger Diskussion die Behandlung von langjährig schwerstabhängigen DrogenkonsumentInnen nun doch gesetzlich zu regeln und damit auf Dauer abzusichern.

Der Deutsche Bundestag hat gestern (28. Mai) mehrheitlich für eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes gestimmt. Damit ist der Weg frei, dass die Behandlung drogenabhängiger Menschen mit Diamorphin dauerhaft von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird.

"Wir sehen durch diese Entscheidung das anhaltende Engagement der Stadt Hannover und der anderen sechs Projektstädte zur Verbesserung und Ausweitung der Behandlungsmöglichkeiten für schwerstkranke Drogenabhängige bestätigt", sagt Thomas Walter.

Die Stadt Hannover hatte sich bereits seit 2002 an der erfolgreich abgeschlossenen Arzneimittelstudie, dem so genannten "Heroinprojekt", mit erheblichem finanziellen und personellen Aufwand beteiligt. Obwohl hierfür keine rechtliche Verpflichtung vorlag wurde die sozialpolitische Verantwortung für drogenabhängige Menschen als vorrangig angesehen.
Mit der Studie konnte unzweifelhaft belegt werden, dass die Versorgung mit Diamorphin bei ausgewählten PatientInnen deutliche Vorteile gegenüber der Behandlung mit Methadon hat. Darüber hinaus verbesserte sich bei den DiamorphinpatientInnen der gesundheitliche, psychische und soziale Status, die Kriminalität ging nahezu vollständig zurück.

Seit 2007 wird die Behandlung mit Diamorphin mit Gestattung der Bundesbehörden in den sieben Projektstädten weitergeführt, allerdings einseitig zu finanziellen Lasten der Städte, des Landes Niedersachsen und seit 2009 auch der Region Hannover. "Das stand im Gegensatz zu unserer Absicht und zur Konzeption des Modellversuches, die Diamorphin-Verschreibung als Therapie anerkannt zu bekommen", so der Sozialdezernent, der zu den Initiatoren des Projektstarts vor fast acht Jahren zählte.

"Mit der gestrigen Entscheidung der Bundestag seiner Verpflichtung nach, die Konsequenz aus den positiven Ergebnissen der Studie zu ziehen und die Aufnahme der Diamorphinbehandlung in den Behandlungskatalog der Gesetzlichen Krankenkassen zu ermöglichen", freut sich Walter.

Weiterhin betont er: "Mit der neuen Behandlungsmöglichkeit erhoffen wir uns auch in Zukunft ein weitere Verbesserung der Hilfen für Drogenabhängige und damit zusammenhängend des negativen Erscheinungsbildes im öffentlichen Straßenraum. Hannover hat an dieser Stelle bundesweit Weichen für alle Kommunen gestellt."

www.hannover.de

PM: Landeshauptstadt Hannover

 

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