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„Cora-Berliner-Weg“ am Operndreieck

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Oberbürgermeister Stephan Weil weihte am 25.06 den "Cora-Berliner-Weg" ein.

Für das Gedenken an Cora Berliner wurde lange nach einem würdigen Umfeld gesucht. Mit der Neugestaltung des Operndreiecks und in Verbindung mit dem Jüdischen Mahnmal, wurde entschieden, die neu entstandene Fußwegverbindung nach ihr zu benennen.

Cora Berliner wurde am 23. Januar 1890 in Hannover geboren. Sie studierte Mathematik und Nationalökonomie. Während ihres Studiums engagierte sie sich im Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands (VJJD). Am 26. November 1911 wurde Cora Berliner zur Dezernentin für Organisation der weiblichen Jugend gewählt. Ein halbes Jahr später trat sie die Geschäftsführung des VJJD an. 1916 promovierte Cora Berliner summa cum laude zur Dr. rer. pol. bei Professor Emil Lederer in Heidelberg. Im März 1916 begann sie die Arbeit als Dezernentin bei der Stadtverwaltung Berlin-Schöneberg. Ende 1919 trat sie in den Staatsdienst ein und wurde Beamtin des Reichswirtschaftsministeriums der Weimarer Republik. Dort beschäftigte sie sich mit Fragen des Verbraucherschutzes und war für die Genossenschaft zuständig. 1927 wurde Cora Berliner für ein halbes Jahr als Beraterin der Wirtschaftabteilung der Deutschen Botschaft in London zugeteilt. Dank ihrer umfangreichen theoretischen Kenntnisse und vielfältigen praktischen Erfahrungen trat Cora Berliner 1930 ihre Tätigkeit als Professorin für Wirtschaftswissenschaft an dem neuen Berufspädagogischen Institut in Berlin an. Im Frühjahr 1933 wurde sie, wie viele ihrer jüdischen KollegInnen, aus dem Staatsdienst entlassen. Von da an arbeitete sie in der Reichsvertretung der deutschen Juden. Am 22. Juni 1942 wurde sie vermutlich nach Maly Trostinez bei Minsk deportiert. Über das weitere Schicksal von Cora Berliner ist nichts bekannt. Es wird davon ausgegangen, dass sie in Maly Trostinez ermordet wurde.

Auf dem Jüdischen Friedhof An der Strangriede in Hannover befindet sich auf dem Grab der Familie ihres Onkels Joseph Berliner ein Gedenkstein für Cora Berliner. Auch die nach ihr benannte Straße am neuen Holocaust-Mahnmal in Berlin-Mitte erinnert an sie.

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