Bildung
Schreibe einen Kommentar

Fortbildung Medienkompetenz für Lehrer und Eltern

Hinweis

Dieser Artikel wurde vor mehr als 2 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

Handyfilme, Videoportale & Ego-Shooter: Neue Medien fordern Eltern und Lehrer heraus

Welche Internetseiten interessieren Jugendliche? Was müssen Eltern über Computerspiele wissen? Und was ist „Happy Slapping“? Neue Medien bergen mitunter Risiken, die Erwachsene kennen sollten. Das Medienzentrum der Region Hannover stärkt mit einem neuen Fortbildungsprogramm die Medienkompetenz von Lehrern und Eltern.

„Ein Handy ist heute viel mehr als nur ein mobiles Telefon“, sagt Moritz Becker, Sozialpädagoge und Eltern-Medien-Trainer. „Jugendliche benutzen es als Videokamera, Adressbuch, Musikspeicher, Fotoalbum und Tagebuch. Pädagogen, die täglich Kontakt mit Jugendlichen haben, müssen diese Lebenswelt kennen und verstehen. „Das gilt auch für Computerspiele“, ergänzt Ulrike Nädler. „Erwachsene müssen sie nicht mögen, aber sollten verstehen, welche Faszination von ihnen ausgeht.“ Um Lehrer und Eltern fit im Umgang mit dem Mediennutzungsverhalten Jugendlicher zu machen, bieten die beiden Trainer spezielle Seminare im Medienzentrum der Region Hannover an.

In Kooperation mit Smiley e.V. wird an drei Terminen die Handynutzung von Schülern thematisiert. Durch Kamera-Funktionen und kabellosem Datenaustausch per Bluetooth sind Handys längst viel mehr als nur tragbare Telefone. Dadurch werden nicht nur die Kommunikationsmöglichkeiten erweitert, sondern auch Mobbing oder Erpressung möglich gemacht. Schüler oder Lehrer werden gegen ihren Willen gefilmt („Happy Slapping“), das Material wird als Vidoclip per Handy oder Internet weiterverbreitet. In solchen Fällen sind Lehrer, Erzieher und Eltern oft überfordert. Moritz Becker will in seinen Seminaren Lehrer und Eltern an die technischen Möglichkeiten von Handy und Internet heranführen und erklären, wie die Mediennutzung von Jugendlichen beschaffen ist. Dabei geht es nicht nur darum, Gefahren und Risiken zu benennen. Becker will auch zeigen, wie Pädagogen im Unterricht konstruktiv mit den Chancen und Risiken neuer Medien umgehen können.

An weiteren sechs Terminen führt Ulrike Nädler, medienpädagogische Beraterin des Medienzentrums, Fortbildungen zu den Themen „Computerspiele“, „Fernsehen“ und „Internet“ durch. Im Computer-Seminar setzt die Eltern-Medien-Trainerin nicht nur auf Theorie: Die Teilnehmer können selbst verschieden Spiele ausprobieren um ein Gespür dafür zu entwickeln, was Kinder daran fasziniert. Auch die vieldiskutierte und umstrittene Wirkung von „Killerspielen“ wird im Seminar behandelt. In der Fortbildung zum Thema Fernsehen geht es unter anderem um verschiedene Ansätze der Medienwirkungsforschung und die Frage, wie viel Fernsehkonsum für Kinder sinnvoll ist. Auch das Internet-Seminar ist praktisch aufgebaut. Ulrike Nädler informiert einerseits darüber, welche Angebote Kinder im World-Wide-Web nutzen und gibt andererseits konkrete Hilfen zum Umgang mit Chatrooms und jugendgefährdenden Inhalten.

Alle Termine auf einen Blick:

  • 8. April, 14.00 bis 18.30 Uhr, Medienzentrum: „Was man mit dem Handy besser (nicht) machen sollte“. Dozent: Moritz Becker
  • 14. April, 16 bis 19 Uhr, Medienzentrum: „Fernsehen“. Dozentin: Ulrike Nädler
  • 28. April, 16 bis 19 Uhr, Medienzentrum: „Computerspiele“. Dozentin: Ulrike Nädler
  • 21. April, 16 bis 19 Uhr, Medienzentrum: „Internet“. Dozentin: Ulrike Nädler
  • 5. Mai, 14.00 bis 18.30 Uhr, Medienzentrum: „Medienkompetenzvermittlung als Herausforderung an den pädagogischen Alltag“. Dozent: Moritz Becker
  • 5. Mai, 16 bis 19 Uhr, Medienzentrum: „Fernsehen“. Dozentin: Ulrike Nädler
  • 19. Mai, 16 bis 19 Uhr, Medienzentrum: „Internet“. Dozentin: Ulrike Nädler
  • 26. Mai, 16 bis 19 Uhr, Medienzentrum: „Computerspiele“. Dozentin: Ulrike Nädler
  • 3. Juni, 14.00 bis 18.30 Uhr, Medienzentrum: „Clips auf dem Handy, bei youtube und Co.“. Dozent: Moritz Becker

Die Seminare von Ulrike Nädler richten sich an ErzieherInnen, GrundschullehrerInnen und interessierte Eltern und sind kostenfrei. Anmeldungen beim Medienzentrum der Region Hannover, Altenbekener Damm 79, Tel. (0511) 989680 oder per E-Mail unter verwaltung@mzrh.de

Die Seminare von Moritz Becker richten sich an Lehrkräfte, ErzieherInnen, Multiplikatoren und Eltern und finden in Kooperation mit Smiley e.V. statt. Es wird eine Teilnahmegebühr von 15 Euro erhoben. Anmeldungen unter Tel. (0511) 21359927 und per E-Mail unter info@smiley-ev.de

Für alle Seminare sind weitere Termine für Gruppen nach Absprache möglich.

Das Medienzentrum der Region Hannover gibt es an fünf Standorten: in Hannover, Neustadt, Springe, Burgdorf und Sehnde. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die medienpädagogische Arbeit in und mit Schulen und Kindertagesstätten. Hierzu gehört die praktische Arbeit mit Video und Multimedia, die Vermittlung von Film- und Kinokultur, Beratungen und Angebote zur Verwendung von digitalen Medien, die Rolle von Medien bei der Entwicklung von Schulentwicklungsplänen, Aufklärung und Fortbildung von Pädagogen und Eltern in Fragen des Kinder- und Jugendmedienschutzes.

Der Verein Smiley – Verein zur Förderung der Medienkompetenz in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V. hat sich Anfang 2005 mit dem Ziel gegründet, verschiedene Fortbildungseinrichtungen mit seiner Arbeit zu unterstützen. Zurzeit beschäftigt sich der Verein schwerpunktmäßig mit der Handy- und Internetnutzung von Schülern. In Vorträgen, Seminaren und Workshops informieren die Referenten über Aspekte des Mediennutzungsverhaltens Jugendlicher.

PM: Region Hannover

Kategorie: Bildung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.