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Offener Brief der BesetzerInnen an Boehringer Ingelheim

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Dieser Artikel wurde vor mehr als 2 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

Auf der Besetzung des von Ihnen geplanten Tierversuchslabors in Hannover stehen Hütten, in denen wir uns eingerichtet haben. Nun haben Sie festgestellt, dass die Häuser und Hütten asbestverseucht sind. Aus lauter Fürsorge haben Sie beschlossen, die Hütten unserer Gesundheit wegen abreißen zu müssen. Wir sind zwar sehr gerührt, bringen aber den Gegenvorschlag, dass wir uns eine Firma aussuchen, die von Ihnen bezahlt den Asbest fachgerecht entfernt, so dass die Hütten weiter genutzt werden können. Wir wären aber auch damit zufrieden, die Häuser in ihrem derzeitigen Zustand zu belassen, da wir uns in der Lage sehen, selbst über unsere Gesundheit zu entscheiden. Alles andere sehen wir als ersten Teil der Räumung an.

Ihre Strategie haben wir durchschaut: es werden Situationen geschaffen wie diese, dann Kooperation gefordert und andernfalls mit Räumung gedroht. Mit dieser Strategie werden folgende Ziele verfolgt:

  1. Durch konstruierte Fälle, auf die die BesetzerInnen reagieren müssen, und durch gesteigerten Druck sollen interne Spaltungen herbei geführt werden,

  2. Die Strukturen, die Zusammensetzung und Entschlossenheit der Gruppe soll erforscht werden, um die Räumung darauf auszurichten,

  3. Im Idealfall soll eine Kooperation aufgebaut werden, wodurch eine Entpolitisierung der Besetzung bezweckt wird und eine Räumung in mehreren Schritten ermöglicht würde, welche dadurch kaum noch Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Würden wir diese Strategie nicht durchschauen, wäre sie vielleicht gar nicht so schlecht. Vorausgesetzt das Ziel ist es eine öffentliche Diskussion über ihr Vorhaben so gering wie möglich zu halten. Dass sie unsere Besetzung also nur als möglichst schnell zu beseitigendes Problem sehen und eben nicht als die Chance eine öffentliche Debatte zu starten, kann uns nicht wirklich überraschen.

Festgehalten werden muss, dass Sie eben ein ignoranter Global Player sind, der Profite über die Interessen von Menschen, anderen Tieren und der Umwelt setzt. Eine Kooperation kann es daher für uns nicht geben. Jedes Betreten Ihrerseits für irgendwelche Maßnahmen sehen wir als Räumungsversuch an und werden es dementsprechend blockieren.

Für die Freiheit. Für das Leben. Eine Kooperation mit Boehringer wird es nicht geben!

Kategorie: Politik

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