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Mobbing und Datenschutzrisiken im Web 2.0 steigen

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Jahresbericht 2008 von jugendschutz.net
Sozialministerin Ross-Luttmann: "Web 2.0-Betreiber müssen Kinder und Jugendliche stärker schützen"

Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann hat von Web 2.0-Betreibern mehr Anstrengungen für den Kinder- und Jugendschutz gefordert. Anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Jahresberichtes von jugendschutz.net sagte Ross-Luttmann: "Web 2.0-Betreiber müssen Kinder und Jugendliche im Internet besser schützen. Betreiber dürfen nicht länger nur gegen gemeldete Verstöße vorgehen. Kinder und Jugendliche unterschätzen Gefahren im Internet leichter als andere", so Ross-Luttmann.

Das Web 2.0 übt eine ungebrochene Faszination auf Kinder und Jugendliche aus. Videoplattformen und Soziale Netzwerke gehören für sie inzwischen zu den meistgenutzten Internet-Angeboten. Häufig werden sie dort aber auch mit gefährdenden Inhalten konfrontiert, gemobbt oder sogar sexuell belästigt.Erstmals registrierte die Zentralstelle der Länder für den Jugendschutz im Internet mehr als 3.000 neue Verstöße. 1.369 Fälle stammten allein aus Deutschland (plus 11 Prozent). Bei Verstößen in Deutschland handelte es sich vor allem um pornografische Seiten (62 Prozent) und Angebote, die Essstörungen verherrlichen (11 Prozent). Starke Zuwächse waren vor allem im Web 2.0 festzustellen. Auf Videoplattformen beanstandete jugendschutz.net 1.460 Gewalt- und Neonazi-Filme (Vorjahr: 660), in Sozialen Netzwerken waren es überwiegend pornografische Beiträge, rechtsextreme Hasspropaganda und sexuelle Belästigungen.

Auf unzulässige Angebote stößt jugendschutz.net über Hinweise aus der Bevölkerung und gezielte eigene Recherchen. 2008 bearbeitete das Team 10.800 Beschwerden und Anfragen (plus 17 Prozent), kontrollierte 6.390 Websites, beobachtete regelmäßig die 69 wichtigsten Chats und Communities und wertete mehr als 12.800 Fundstellen in Suchmaschinen und auf Videoplattformen aus.

Ein Großteil der Eltern schätzt zudem die Surfgewohnheiten der Kinder falsch ein und beaufsichtigt den Internet-Konsum sowohl hinsichtlich der Inhalte als auch der Dauer nie oder nur selten. "An dieser Stelle ist die elterliche Medienerziehung gefragt", so Ross-Luttmann. Hinzu kommt, dass nur wenige Eltern wissen, was ihr Kind im Internet macht. Und nicht immer gelingt es ihnen zu entscheiden, welche Inhalte für ihre Kinder gefährlich oder bedenkenlos sind. "Deshalb verstärken wir unsere Aufklärungsarbeit und erhöhen die Medienkompetenz auch von Eltern und pädagogischen Fachkräften", so Ross-Luttmann.Erfolgreich ist das in Niedersachsen entwickelte Projekt der "Eltern-Medien-Trainer". Diese bieten Eltern Kurse im Umgang mit der Mediennutzung ihrer Kinder, vor allem mit Internet, Fernsehen, Computer und Handys. Großen Zuspruch haben auch die von der Landesstelle Jugendschutz organisierten LAN-Partys für Eltern gefunden. Die Trainer haben diese in ihren Regionen mitorganisiert.

Das Faltblatt "Surfen – Kinder sicher online" stellt übersichtlich technische Hilfen für eine sichere Internetnutzung wie beispielsweise Jugendschutzprogramme, geeignete Konfigurationen für den PC und gesicherte Surfräume dar. Das Faltblatt richtet sich in erster Linie an Eltern und pädagogische Fachkräfte. Daneben enthält es auch praktische Tipps zur Auswahl und Installation von Schutzmöglichkeiten.

Weitere Informationen über die Eltern-Medien-Trainer finden Sie unter www.eltern-medien-trainer.de und bei der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, Leisewitzstraße 26, 30175 Hannover, Telefon: (0511) 85 87 88.
Das Faltblatt "Surfen – Kinder sicher online" kann auf der Homepage des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit www.ms.niedersachsen.de (http://www.ms.niedersachsen.de/master/C42771569_N43328326_L20_D0_I674.html) >Themen > Kinder & Jugendliche > Jugendmedienschutz und Stärkung der Medienkompetenz heruntergeladen werden. Eine gedruckte Version kann auf der Homepage unter > Service > Publikationen bestellt werden.
Weitere Informationen zur Medienkompetenz in Niedersachsen finden Sie auch auf der Internetportalseite des Landes www.niedersachsen.de (http://www.niedersachsen.de/master/C43502154_N43501618_L20_D0_I198.html) > Bildung & Wissenschaft > Medienkompetenz.

PM: Nds. Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit

Kategorie: Allgemeine Nachrichten

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